Fünf unkonzentrierte Minuten

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Was für ein kurioses Spiel in Rosenheim: Mit 5:8 (1:5, 3:1, 1:2) unterliegen die Roten Teufel Bad Nauheim bei den Starbulls und müssen aufgrund von fünf völlig unkonzentrierten Minuten im ersten Abschnitt, als man gleich vier Gegentore kassierte, die Punkte abgeben. Positiv sollten die Drittel zwei und drei für das Heimspiel am Sonntag gegen Füssen wirken, denn da waren die Hessen trotz Minikader ebenbürtig.

Die Partie begann wie erwartet kampfbetont, nachdem beide Teams aufgrund der letzten Niederlagen unter Druck standen. Das spielerische Element blieb dadurch zunächst auf der Strecke, nach einem Abtasten von rund drei Minuten ergaben sich dann die ersten Torschüsse für beide Mannschaften. Nach einem Querpass von Schopf traf Rosenheims Marsall in der 4.Minute mit einem Onetimer zum 1:0, bei dem Boris Ackers im Tor der Hessen machtlos war. Im direkten Gegenzug nur 26 Sekunden später glich Kevin Richardson für die Gäste zum 1:1 aus und überraschte damit den Ex-Goalie der Teufel im Dress der Starbulls, Claus Dalpiaz. Der Kampf blieb auch weiterhin bestimmend, Folge war eine Strafzeit gegen Chris Eade in der 10.Minute. Das Powerplay nutzte Paderhuber zur 2:1-Führung für die Bayern, der einen Schlagschuss von Newhook unhaltbar abfälschen konnte. Wer weiß, wie das Geschehen verlaufen wäre, hätte Lanny Gare in der 12.Minute statt des Pfostens den erneuten Ausgleich erzielt, so aber markierte Rohner wenige Sekunden später das 3:1 für die Starbulls. Die Gäste brachen nun unveständlicherweise völlig ein und kassierten durch Maaßen (14.) und Reader (15.) gar noch zwei weitere Tore, wobei fast jeder Schuss so gut wie ein Treffer war. Somit waren alle Gäste-Beteiligten sichtlich froh, als es endlich in die erste Pause ging.

Ob es Rosenheim ob der deutlichen Führung zu leicht genommen hatte, oder ob sich die Hessen in der Pause ein Herz gefasst hatten: es ist schwer zu sagen, warum die Partie im Mitteldrittel plötzlich völlig anders verlief. Die Roten Teufel bestimmten das Spielgeschehen und machten Druck in Richtung Rosenheimer Tor. Es bedurfte aber zunächst einer kuriosen Schiedsrichterentscheidung in der 25.Minute, als ein Linesman einen Schuss von Richardson über der Linie sah und es somit zur Verwunderung aller 5:2 stand. Dieser Treffer war aber der Aufgalopp für die Wetterauer, mehr in Richtung des Kastens der Bayern zu tun, zumal diese sehr passiv wirkten. Nicht einmal 90 Sekunden nach diesem kuriosen zweiten Tor traf Piwowarczyk zum 5:3, und spätestens jetzt waren die Hessen wieder voll im Spiel. Rosenheim wirkte verunsichert, während die Gäste auf das nächste Tor drängten. Selbst eine Zwei-Mann-Unterzahl konnte sie in der 32.Minute nicht stoppen. Im Gegenteil: Piwowarczyk störte das Rosenheimer Aufbauspiel, die Scheibe kam zum von der Strafbank kommenden Chris Eade, der alleine auf Dalpiaz zulief und mit einem Shorthander das 4:5-Anschlusstor markieren konnte. Nun registrierten auch die Hausherren, dass sie drauf und dran waren, ihren Vorsprung gänzlich zu verspielen. Die Bayern wurden allerdings durch eine sehr umstrittene Strafzeit (die Rosenheimer kassierten keine einzige im zweiten Abschnitt) gegen Patrik Gogulla in der 35.Minute begünstigt: Maaßen nutzte das Powerplay zum 6:4 für den Ex-DEL-Ligisten, nach dem sich das Geschehen erst einmal ein wenig beruhigte. Kurz vor der zweiten Pause hatte Lanny Gare noch die große Chance auf den erneuten Anschlusstreffer, doch Dalpiaz hielt seinem Team den Zwei-Tore-Vorsprung.

Lanny Gare saß aufgrund einer Strafe aus dem zweiten Drittel mit Beginn des Schlussabschnittes auf der Strafbank, da nutzte Stephens im Nachstochern die sechste Überzahlsituation zum dritten Powerplaytor der Starbulls, so dass die letzten 20 Minuten also mehr als ungünstig für die Hessen begann. Die Gäste fanden nicht wieder richtig hinein in das Spielgeschehen, zumal Rosenheim den Vorsprung verteidigte, während die Kräfte beim Minikader der Roten Teufel natürlich peu à peu nachließen. Immerhin spielten die Kurstädter über weite Strecken quasi nur mit zweieinhalb Reihen, was gegen Ende der Partie natürlich seinen Tribut forderte. Trotzdem versuchten die Wetterauer noch einmal alles, so dass die Moral unter dem Strich stimmte. Eine weitere Schwächung erlitten die Gäste in der 44.Minute, als Eric Haiduk seine zweite Zehnminutenstrafe kassierte (er erhielt im ersten Abschnitt bereits eine wegen Reklamierens), was gleichzeitig eine Spieldauerstrafe bedeutete, so dass der Angreifer am Sonntag im Heimspiel gegen Füssen gesperrt ist. Der EC-Stürmer erhielt diese Strafe wegen eines angeblichen Provozierens gegen Ron Newhook, der in dieser Situation eine Spieldauer wegen hohen Stocks an Haiduk kassierte, so dass die Gäste in Überzahl spielen konnten und der Referee sich fragen lassen muss, wie man eigentlich einen hohen Stock provozieren kann. Es gesellte sich kurze Zeit später ein weiterer Rosenheimer auf der Strafbank dazu, so dass Fred Carroll seinen Goalie vom Eis nahm und bei 6 gegen 3-Überzahl mit einem Treffer von Richardson zum 7:5 erfolgreich war. Es wurden noch einmal heiße vier Schlussminuten, denn die Gäste witterten ihre allerletzte Chance in dieser Partie. Chris Eade traf in der 57.Minute den Pfosten, kurze Zeit später ging Boris Ackers erneut vom Eis, um die letzten beiden Minuten quasi ohne Bad Nauheimer Torhüter zu absolvieren. Die Gäste probierten alles, doch Gottwald machte mit dem 8:5 in der letzten Spielminute ins leere Tor alles klar für die Gastgeber. „Wir haben im ersten Drittel das Spiel schlichtweg verpennt. Danach musste ich quasi mit zwei Reihen spielen lassen, mit denen wir uns gut verkauft haben. Wir haben 60 Minuten Kampfgeist gezeigt, und das ist mir nach der internen Aussprache am Dienstag besonders wichtig. Wenn wir demnächst wieder komplett sind, dann ist noch einiges möglich. Die Playoffs werden wir auf jeden Fall schaffen, und dann sehen wir weiter“, so EC-Coach Fred Carroll nach der Partie. Nun steht am Sonntag das wichtige Heimspiel gegen Füssen auf dem Programm (Beginn 19 Uhr), das sich heute beim 8:3-Sieg gegen Passau schon einmal für dieses Match einschießen konnte.

Tore: 1:0 (3:55) Marsall (Schopf, Hanselko), 1:1 (4:21) Richardson (Schwab, Gare), 2:1 (9:35) Paderhuber (Newhook, Stephens/5-4), 3:1 (12:08) Rohner (Reader), 4:1 (13:26) Maaßen (Stephens, Newhook), 5:1 (14:26) Reader (Möchel, Newhook), 5:2 (24:04) Richardson (Piwowarczyk, Eade), 5:3 (25:27) Piwowarczyk (Eade, Vogler), 5:4 (31:11) Eade (Piwowarczyk, Vogler/4-5), 6:4 (36:02) Maaßen (Schönmoser, Paderhuber/5-4), 7:4 (40:47) Stephens (Newhook/5-4), 7:5 (55:21) Richardson (Piwowarczyk, Franz/6-4), 8:5 (59:03) Gottwald (Stephens, Höck/ENG). Strafen: Rosenheim 14 + 5 + Spieldauer (Newhook), Bad Nauheim 14 + Spieldauer (Haiduk). Zuschauer: 1461.

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