Falken: Nach zwei Minuten war das Spiel gelaufen

Zwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason DunhamZwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason Dunham
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es war ein höchst einseitiges Spiel am Sonntagabend in der Knorr-Arena, das

nach genau einer Minute und 57 Sekunden eigentlich schon gelaufen war. Zu

diesem Zeitpunkt stand es 3:0, niemand zweifelte mehr, wer als Sieger vom

Eis gehen würde. Dementsprechend ließ bei den Falken zwangsläufig

phasenweise die Konzentration nach, so dass auch der TEV Miesbach seine

Höhepunkte hatte. Am Ende hieß es dann 9:4 für die Heilbronner Falken, die

damit den zweiten Tabellenplatz behaupteten.

Gegen den Tabellenletzten musste man auf den kranken Filobok, den

angeschlagenen Carciola (Hand) und den verletzten Schietzold

(Muskelfaserriss, ca. zwei Wochen Pause) verzichten, dafür stand Danny aus

den Birken mal wieder im Kasten. Miesbach dagegen musste auf seinen

Ersatzkeeper Markus Voit zurückgreifen, da Reinhard Haider wegen

Ansteckungsgefahr (Scharlach bei dessen Sohn) zur Sicherheit zu Hause

geblieben war. Und der junge Miesbacher Keeper stand von Beginn an im

Mittelpunkt und machte in den ersten Minuten eine alles andere als

glückliche Figur. Schon nach 21 Sekunden zappelte die Scheibe nach einem

eher harmlosen Schuss von Caig erstmals im Netz. Die Falken erkannten die

Schwächen des Keepers, im folgenden Überzahlspiel zog Calce flach ab, 2:0.

Da waren 60 Sekunden gespielt, und 57 Sekunden später drückte Krull einen

Abpraller zum 3:0 über die Linie. Voit konnte einem Leid tun, Miesbach nahm

eine Auszeit. Doch auch die sollte nicht viel nützen, Lodge traf in der 3.

Minute den Pfosten. Es folgten Riesenchancen von Calce und Caig, bis nach

sieben Minuten Mauer frei zum Schuss kam und auf 4:0 erhöhte. Spätestens

jetzt war das Spiel gelaufen, und die Konzentration und Zielstrebigkeit der

Unterländer ließ nach. Man hatte genügend Zeit, in Überzahl weitere Tore

nachzulegen, doch gerade bei 5-gegen-3 stellte man sich nicht gerade

geschickt an. Zudem vergab Calce in der 16. Minute einen Penalty recht

kläglich. Nachdem anfangs reihenweise Miesbacher Spieler auf die Strafbank

geschickt wurden, traf es in den letzten fünf Minuten des Drittels dann

reihenweise die Falken. Auch das Powerplay der Oberbayern war anfangs nicht

berauschend, doch immerhin sollte es zum 4:1 durch Waldschütz reichen.

Das zweite Drittel begann mit einem weiteren Unterzahlspiel des HEC und

einem Break von Walther, als viele Zuschauer die Scheibe schon im Tor

gesehen hatten, aber Schiedsrichter Zehetleitner den Puck nicht über der

Linie wähnte. Der junge Unparteiische drückte auch in der Folgezeit mit

seiner überaus kleinlichen Linie der Partie den Stempel auf -

"Null-Toleranz" wurde groß geschrieben, und wieder einmal wurde deutlich,

welch große Probleme die Schiedsrichter haben, ligaweit auf einer

einheitlichen Linie zu pfeifen. So fielen auch im Mitteldrittel sämtliche

Tore mit einem Mann mehr auf dem Eis. Blank hatte in der 25. Minute einen

seltenen Torerfolg, Calce erhöhte vier Minuten später auf 6:1. Ein

verdeckter Schuss von Pflügl brachte den TEV auf 6:2 heran, Veicht verkürzte

kurz vor Drittelende auf 6:3.

Auch im Schlussabschnitt ging das Powerplay-Festival weiter, eine schöne

Kombination schloss Petrozza zum 7:3 ab. Auf der Gegenseite sah aus den

Birken bei einem Schlenzer von Mayer zum 7:4 nicht gut aus, dann legten die

Falken noch einmal nach. Caig legte quer auf Caudron, 8:4, Petrozza mit

herrlicher Vorarbeit für Stanley, 9:4. Bei sieben verbleibenden Minuten wäre

Zeit für ein zehntes Tor gewesen, doch ein zweistelliger Sieg sollte dem HEC

auch heute nicht gelingen.

So blieb es beim 9:4 einer klar dominierenden Falken-Mannschaft, die nach

Torchancen gut und gerne 15 Treffer hätte erzielen können, wenn nicht

müssen. Miesbach wurde anfangs überrollt, steigerte sich dann und tat mit

seinen bescheidenen Mitteln sein Bestes, war aber kein Maßstab für die

Falken.

Die Statistik in Kurzform:

Tore: 1:0 Caig 1., 2:0 Calce 2. 5-4, 3:0 Krull 2. 6-5, 4:0 Mauer 8., 4:1

Waldschütz 20. 5-4, 5:1 Blank 25. 5-4, 6:1 Calce 30. 5-4, 6:2 Pflügl 33.

6-4, 6:3 Veicht 40. 5-4, 7:3 Petrozza 44. 5-4, 7:4 Mayer 48. 5-4, 8:4

Caudron 50., 9:4 Stanley 53. 5-4

Strafminuten: Heilbronn 18 + 10 (Stanley)

+ 10 (aus den Birken), Miesbach 32

Schiedsrichter: Zehetleitner

Zuschauer:

1.296