Falken: Debakel im Spitzenspiel

Zwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason DunhamZwei Siege am Wochenende - Entwarnung bei Jason Dunham
Lesedauer: ca. 3 Minuten

3.010 Zuschauer, Tabellenzweiter gegen Tabellenführer, zwei Teams,

die

zuletzt überzeugen konnten, alle Leistungsträger an Bord - nichts

sprach gegen ein absolutes Spitzenspiel in der Knorr-Arena. Leider wurde

von den beiden Teams nur der SC Riessersee diesen Vorschusslorbeeren

gerecht, während die Heilbronner Falken heute Abend die Klasse der Oberbayern

nicht annähernd erreichten und so die deftigste Heimniederlage seit dem

legendären 2:9 gegen Bremerhaven kassierten.


Rico Rossi durfte Luigi

Calce zurück im Kader begrüßen und hatte sogar ein

Überangebot an

Spielern, so dass Vogler und Walther als überzählige Akteure

auf die

Tribüne mussten. Im Tor vertraute der Falken-Coach wieder Ronny Glaser, der

allerdings nach seinen starken Vorstellungen in Weiden und Freiburg - wie

viele andere Spieler auch - einen ganz schwachen Tag erwischt hatte.

 

Beim

0:1 konnte der Keeper jedoch noch nichts machen: Genau 99 Sekunden waren

gespielt, als die Riesserseer Topstürmer Self und Galbraith eine

2-gegen-1-Situation eiskalt abschlossen. Heilbronn dagegen wollte

nicht so recht auf Touren kommen und hatte Probleme, sich klare

Chancen herauszuspielen. Dennoch traf Stanley nach zehn Minuten in Überzahl

zum

Ausgleich. Kaum drei Minuten später durften die zahlreichen Zuschauer erneut

jubeln, als Mauer Weibler bediente, der aus kurzer Distanz die

Falken in Führung brachte. Doch der HEC zeigte schon im ersten Drittel

viele Unsicherheiten in der Abwehr, die der SCR durch Galbraith (12.) und

Ludwig (15.) hätte nutzen können. Auf der anderen Seite vergab Petrozza

die  große Chance zum 3:1. Es folgte nach 18 Minuten die übelste Szene des

Spiels: Self checkte Stolikowski im gegnerischen Drittel von hinten in

die Bande, Schiedsrichter Rademaker verhängte fünf Minuten

plus Spieldauerdisziplinarstrafe für den Kanadier, der eigentlich

eine Matchstrafe verdient gehabt hätte. Zum Glück konnte Stolikowski nach 

der Pause weiterspielen.


Im zweiten Drittel musste auch Höck in die

Kühlbox, so dass die Falken genau

zwei Minuten mit 5-gegen-3 agieren

konnten, sich aber in dieser Phase alles

andere als geschickt anstellten. Es war keine hochklassige Partie, doch

geboten wurde einiges: In der 24. Minute gerieten mehrere Akteure

aneinander und durften nach kleineren Scharmützeln auf die Strafbank,

dann wurde Schietzold bei einem Alleingang gelegt. Den fälligen Penalty

vergab jedoch Stanley gegen SCR-Keeper McArthur. In der 27. Minute

hatten die Falken Pech, als bei einem Tor von Mauer der Schiedsrichter

vorher schon abgepfiffen hatte, doch insgesamt muss man feststellen,

dass die zahlreichen Gelegenheiten, in dieser Phase auf 3:1 oder 4:1

davonzuziehen, leichtfertig verschenkt wurden. Diese

Schlüsselsituationen sollten am Ende mit entscheidend sein. Wesentlich

geschickter der SC Riessersee, der nun immer mehr im Stil einer

Spitzenmannschaft auftrat und seine Chancen eiskalt nutzte. Zunächst

traf Hecker kurz nach Ablauf eines Überzahlspiels zum Ausgleich (32.),

zwei Minuten später brachte Bleicher im Powerplay den  SCR wieder

in Front. Heilbronn war nun verunsichert und konnte sich kaum noch

konstruktiv in Szene setzen, hatte aber erneut eine große Chance zum

Ausgleich. Nach 38 Minuten wurde Caudron bei einem Alleingang gelegt,

wieder gab es zu Recht Penalty. Diesmal lief Caig an - auch er vergab.

Zwei Minuten 5-gegen-3 und zwei Penaltys in einem Drittel vergeben - so

kann man ein Spiel nicht gewinnen.


Im letzten Durchgang versuchte Trainer Rossi dann, mit

Reihenumstellungen

zum Erfolg zu kommen. Doch dies sollte nichts nützen,

Schennach kam nach 80

Sekunden frei zum Schuss und erhöhte auf 2:4. Als

dann Paderhuber vom

Bully weg per Schlagschuss auf 2:5 erhöhte, war die

Partie gelaufen. Bei Riessersee klappte nun alles, bei den Falken gar nichts

mehr. Blank leistete

sich hinter dem gegnerischen Tor einen unnötigen

Bandencheck und wurde

zu Recht zum Duschen geschickt, die Werdenfelser

nutzten die Überzahl

durch Frank und Galbraith unter gütiger Mithilfe des

HEC-Keepers zu zwei

weiteren Toren. Kastners 2:8 nach 53 Minuten war der

Schlusspunkt einer Partie,  die die Falken völlig verdient, aber dennoch

einige Tore zu hoch verloren.


"Riessersee ist das beste Team der Liga",

musste Rico Rossi nach dem

Spiel anerkennen, "das war unsere letzte

Chance auf Platz eins". Seine Mannen

hatten vom Spitzenreiter die Grenzen

aufgezeigt bekommen, der sich auf  einen

starken Keeper stützen konnte und

sehr effektiv spielte. Heilbronn hatte nach ordentlichem Auftakt im

zweiten Drittel alle Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden, und

brach am Ende ein. Schnellstens das Spiel  abhaken - und am Freitag in

Grafing an die Leistungen der letzten Partien anknüpfen!

(SB)


Die

Statistik in Kurzform:

Tore:

0:1 Galbraith 2.

1:1 Stanley 11. 5-4

2:1

Weibler 13. 5-4

2:2 Hecker 32.

2:3 Bleicher 34. 5-4

2:4 Schennach 42.

2:5 Paderhuber 45.

2:6 Frank 48. 5-4

2:7 Galbraith 50. 5-4

2:8 Kastner

53.


Strafminuten: Heilbronn 21 + 20 (Blank), Riessersee 31 + 10 (Frank)

+ 20 (Self)

Schiedsrichter: Rademaker

Zuschauer: 3.010

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