ESV Bayreuth: Wenn die Statistik lügt

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Ausgerechnet Bayreuth. Ausgerechnet im verflixten 13. Heimspiel. Ausgerechnet unmittelbar vor dem Sachsen-Derby gegen Weißwasser. Ohne Zweifel – die erste Heimniederlage der Saison kam für die Dresdner Eislöwen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Mit 4:3 hat der ESV Bayreuth am Mittwochabend völlig überraschend beim Tabellenzweiten gewonnen.

Dabei war vor dem Spiel doch eigentlich alles klar, die Statistik sprach Bände: Dresden auf eigenem Eis in der Liga ohne Makel, vor eigenem Publikum schossen die Eislöwen so viele Tore wie Bayreuth in allen Spielen zusammen. Mit 11:2 hatten sie die Tigers bei deren ersten Auftritt an der Elbe abgefertigt und nach Hause geschickt – und beim ESV eine Wunde hinterlassen, die noch einige Tage später stark schmerzte. In dieser Saison hatten die Oberfranken gegen Dresden noch nie gewonnen, denn auch das Heimspiel der Tigers ging in die Hose.

Doch was zählt Statistik und Vergangenheit, diesmal kam alles anders. Das Lob verteilte jetzt Tigers-Trainer Doug Irwin: „Ich war zufrieden mit der kämpferischen Einstellung der Mannschaft.“ Nach den Pleiten am vergangenen Wochenende war der Sieg in Dresden wieder ein Signal zum Aufbruch – und gleichzeitig bestätigten die Tigers ihre eigene Unbeständigkeit. Nach den vergangenen beiden Spielen noch gescholten, weil sie den Anschluss an den wichtigen Tabellenplatz 5 leichtsinnig vertändelt hatten, jetzt gelobt, weil die Meisterrunde wieder in Reichweite rückt. Mal topp, mal Flop – so ist das eben in Bayreuth.

Diesmal war es Eislöwen-Coach Jiri Kochta, der die Niederlage erklären musste. Und er tat es auf ganz einfache Weise: „Meine Spieler waren heute einfach zu schlecht, um zu gewinnen.“ Allerdings hatte er auch drei wichtige Stützen des Teams zu ersetzen: Peter Hruby, Pavel Weiß und Zdenek Travnicek.

Auch deshalb mussten die Dresdner Fans fast schon ungläubig eine Niederlage ertragen, die doch überhaupt nicht eingeplant war. Im Gegenteil: Ein Sieg gegen Bayreuth sollte der Auftakt für ein gelungenes Sachsen-Derby in Weißwasser sein. „Wir wollen die Löwen sehen“, schimpften sie von den Rängen in Richtung Eislöwen-Bank in der Hoffnung, die Mannschaft an ihrem Ehrgeiz zu packen. Genutzt hat es nichts.

Die Tigers hingegen hatten ihren Kampfgeist entdeckt, den sie zuletzt nur selten zur Schau trugen. Torhüter Udo Döhler sicherte vor allem im dritten Abschnitt mit einigen Paraden die dreifache Punktausbeute. Das Überzahlspiel klappte besser als in den Spielen zuvor. Und Neuzugang Michael Thurner verbuchte seinen ersten Assist. Alles in allem eine gelungene Vorstellung in der Fremde. Diese Leistung muss Bayreuth nun mit nach Hause nehmen, wenn es am Freitagabend gegen Schweinfurt erneut in ein wichtiges Spiel geht.

Trainer Irwin blickt jedenfalls zuversichtlich nach vorne, denn der Sieg in Dresden, so erklärte er, sei wichtig für die Moral. So gestärkt soll das Unternehmen Punktesammeln weitergehen bis die Tigers am 18. Januar – übrigens nach dem letzten Vergleich mit Dresden – auf Rang 5 stehen und in der Meisterrunde Platz nehmen. Eislöwen-Coach Kochta sprach jedenfalls die Hoffnung aus, Bayreuth dort wieder zu begegnen. Allerdings wird er sich dann sicher ein angenehmeres Ergebnis für sein Team wünschen. Schließlich ist Dresden ja das bessere Team – sagt jedenfalls die Statistik. (Ingo Schorlemmer)

ESC Dresden – ESV Bayreuth 3:4 (2:1; 0:2; 1:1)

Tore: 0:1 (8.) Reid (Maidment, Thurner); 1:1 (11.) Sikora (Schwarz); 2:1 (16.) Trudeau (Calce, Hoffmann); 2:2 (29.) Splitter (Maidment, Gödtel); 2:3 (35.) Sochan (Tremblay, Jun); 2:4 (44.) Jun (Tremblay; Überzahltor); 3:4 (54.) Kasperczyk (Sikora, Mittermaier)

Schiedsrichter: Kadow (Eppelheim)

Strafminuten: 8 / 4 plus zehn Minuten Disziplinarstrafe gegen Heichele

Zuschauer: 1189

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