Erstes Sechs-Punkte-Wochenende halten Endrunden-Hoffnungen am Leben

Bären basteln am personellen FeinschliffBären basteln am personellen Feinschliff
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Je schlechter der Eindruck ist, desto erfolgreicher spielen die Bären. Zum ersten Mal in dieser Saison legte der Oberligist SC Mittelrhein-Neuwied ein Sechs-Punkte-Wochenende hin und wahrte seine Chancen auf den Einzug in die Meisterrunde. Beim Tabellenletzten TEV Miesbach gab es nach fünf punktlosen Spielen in der Fremde mit einem 4:2-Erfolg erstmals wieder etwas zu erben. Komplettiert wurde das erfolgreiche Wochenende für die Mannschaft von Trainer Fred Carroll mit einem schwer erkämpften 3:2-Heimsieg gegen die EA Kempten. Was bemerkenswert am Heimtriumph gegen die Allgäuer war, ist die Tatsache, dass die Bären in diesem Schlüsselspiel zum ersten Mal in dieser Saison ein Spiel noch umgebogen haben, nachdem sie nach dem zweiten Drittel noch in Rückstand lagen."Endlich sechs Punkte", Bärenbändiger Fred Carroll strahlte am Abend des ersten Advent, als hätte es schon eine Bescherung gegeben. Danach sah es nach exakt 7:09 Minuten im Neuwieder Icehouse vor 900 Zuschauern noch nicht aus. Erwartungsfroh waren die Bären ins Duell gegen ihren Angstgegner gegangen und lagen schon wieder 0:2 hinten. Eine Auszeit folgte. Vielleicht die entscheidendste Maßnahme dieser Saison, wenn der Einzug in die Endrunde gelingen sollte. "Wir hatten Glück, dass wir nicht mit mehr als zwei Treffern in Rückstand geraten waren", beschrieb der Neuwieder Übungsleiter das Szenario. Die gewünschte Unterbrechung half den Bären, auch wenn es noch knapp 40 effektive Spielminuten dauerte, ehe der gewünschte Effekt (eine Neuwieder Führung) auf der Anzeigentafel verkündet werden sollte. Was sich bis Mitte der Begegnung mit drei Neuwieder Pfosten- oder Lattentreffern andeutete, setzte Ole Kopitz mit einem Überzahltor nach 28 Minuten zum 1:2 um. Die Entscheidung zugunsten der Gastgeber fiel kurz nach dem letzten Drittel. Mit einer feinen Einzelleistung tankte sich Anton Marsall zum 2:2 durch (43.), kurz darauf hielt Jaroslav Majer den Schläger zum 3:2 hin (45.) und erhöhte sein Torkonto in der Oberliga auf 17 Treffer. Auch wenn es in den Schlussminuten gute Gelegenheiten für Kempten gab, hielt das Neuwieder Abwehrbollwerk. Fred Carroll erklärte die Schwierigkeiten, die seine Schützlinge hatten, mit dem vermeintlich schwächeren Gegner. "Wenn wir gegen ein Topteam spielen, haben wir es einfacher, weil wir nicht das Spiel machen müssen. Gegen eine scheinbar schwächere Mannschaft wie Kempten, die über sieben, acht hervorragende Oberliga-Spieler verfügt, sind wir in der Favoritenrolle. Damit haben wir zu kämpfen." Zu kämpfen hatten die Deichstädter auch beim 4:2 in Miesbach. Gegen die Oberbayern und gegen die Unparteiischen, wenn man auf die Spielstatistik schaut. Nach einem Neuwieder Blitzstart mit einer 2:0-Führung nach vier Minuten durch Gomov und Leinonen "schien alles auf ein lockeres Spiel hinauszulaufen" (Carroll). Doch dann kassierten die Bären elf Strafminuten in Folge, sowie eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Kulczynski wegen Beinstellens! Miesbach glich eine Sekunde vor der ersten Pause aus. Turbulent ging es auch im zweiten Abschnitt mit Schiedsrichter Pfeil und Co. zu. Nach einer Massenschlägerei fuhr einer der Linienrichter zu SCM-Trainer Carroll und las die Spielernummern vor, die bei der Prügelei beteiligt gewesen sein sollten. Carroll: "Er las vier Zahlen vor, darunter die Nummern fünf, elf und 16. Ich habe ihm gesagt, dass unsere Nummer fünf bereits seit dem ersten Drittel mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe nicht mehr spielt und wir keine Akteure haben, die die Nummern elf oder 16 tragen." Die Bären behielten nach diesem abenteuerlichen Vorfall kühlen Kopf und kamen durch Marsall und Majer noch im zweiten Drittel zum 4:2-Endstand. Sonstiges: Im Frühjahr 2001 beendete Otto Keresztes seine Karriere. Der 40-Jährige steht seitdem in der Berufsausbildung und als Co-Trainer an der Neuwieder Bande. Die Personalnot nach dem Miesbach-Spiel, ausgelöst durch die Kulczynski-Sperre, veranlasste Keresztes am Samstag zu einem Trainingseinsatz. Er wollte testen, ob er noch für die Oberliga fit genug ist, um mithalten zu können und zumindestens gegen Kempten auflaufen zu können. Es zeigte sich allerdings, dass ein Einsatz von Keresztes nach dieser langen Pause wenig Sinn macht, sodass der ehemalige Verteidiger dann doch verzichtete. Falk Elzner, ebenfalls gelernter Verteidiger, wird nach seinem Fußbruch in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Perfekt ist der Sonderzug am 30. Dezember nach München. Ergebnislos ist in Neuwied bislang die Suche nach einem neuen Verteidiger, der die vakante Position des geschassten Ingo Angermann übernehmen soll. Trainer Carroll hat Kontakt mit mehreren Kandidaten, hält sich aber mit Namen derzeit bedeckt. (lim)

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