Erschütterung und Galgenhumor - Bayreuth verliert gegen Haßfurt

Kampf an mehreren Fronten - Suche nach GeldgebernKampf an mehreren Fronten - Suche nach Geldgebern
Lesedauer: ca. 2 Minuten

„Ich habe noch nie eine so schwache Bayreuther Mannschaft gesehen.“ Erschüttert saß der auswärtige Beobachter auf der Tribüne und schüttelte den Kopf. Wahrlich, das 2:4 der Tigers am Freitagabend gegen die mit der Insolvenz kämpfenden Haßfurt Sharks war alles andere als eine Glanzleistung.


Galgenhumor macht sich breit unter den Zuschauern, ein letztes Flüchten in die Ironie. Anders, so heißt es, sei das alles ja auch nicht mehr zu ertragen. Die Tigers verbeißen sich im letzten Tabellenplatz; und immer mehr schwindet die Hoffnung, dass sich daran noch viel ändern wird. Der verzweifelte Hilferuf des Trainers nach Verstärkungen im Kader verhallte zunächst unbeantwortet. Alle Bemühungen um neue Namen für Joe Wests Spielerliste scheiterten an den Gehaltsvorstellungen der Umworbenen. Angesichts der prekären Lage in der Liga, von der niemand weiß, ob es sie überhaupt bis Saisonende geben wird, und dem weniger als 300.000 Euro umfassenden Mannschaftsetat sind die Hoffnungen auf große Namen Utopie.


Von nichts ist man beim ESV Bayreuth derzeit weiter entfernt als vom eigenen Saisonziel. Platz 6, die Meisterrunde, hatte Trainer Joe West ausgegeben, nicht unbedingt zur Freude des Vorstandes. Die Euphorie, die West mit dieser Kampfansage an die Ligakonkurrenz unter den Fans ausgelöst hatte, ist aber längst der Ernüchterung gewichen.

Zu wenig Tore, zu wenig Punkte. Und manchmal auch zu wenig Eishockey: „Wir haben 40 Minuten lang geschlafen“, ärgerte sich Joe West über sein Team. Allerdings scheint auch er immer mehr in Ratlosigkeit zu versinken. Ständig fallen Spieler auf dem Eis als Leistungsträger aus, obwohl sie eigentlich als solche gedacht waren. Was bleibt? „Wir haben schlecht gespielt“, weiß West. Es ist eine schmerzende Analyse des Coachs, die zugleich an ihm selbst nagt. „Ich kann die Fans verstehen, wenn sie sauer sind. Aber ich bin der Trainer, ich bin noch sauerer.“ Zu wenige seiner Untergebenen stemmen sich derzeit gegen die schlechte Lage in der Tabelle, erreichen Normalform, werden ihren Vorschusslorbeeren gerecht. Die Zahl der guten Spieler bleibt in Bayreuth derzeit überschaubar. So baut West schon einmal zukünftigen Resignationen weiter vor: „Es wird nicht das letzte schlechte Spiel gewesen sein.“ Ist das schon eine Bankrotterklärung?


Bankrott, darauf deutet alles hin, ist der ERC Haßfurt – zwar nicht spielerisch, aber finanziell. Dennoch durften die Sharks das Gastspiel in Bayreuth ungestraft diktieren. Die Abschiedstour des Vereins, der sich im vorläufigen Insolvenzverfahren befindet, geriet bei den Tigers zum Triumphlauf – ohne dass sportliche Höchstleistungen gezeigt werden mussten. Zu einfach hatten es Haßfurts Stürmer vor dem Bayreuther Tor, zu wenig verstanden sich die Tigers mit ihren Nebenleuten, zu wenig durchdacht waren die Bayreuther Aktionen vor Sharks-Goalie Markus Nachtmann. „Wir haben verdient drei Punkte geholt“, war deshalb das Fazit von Gästetrainer Stefan Kagerer, dem nicht widersprochen werden kann.

Die Sharks müssen sich nun am auf die Suche nach neuen Sponsoren machen, wollen sie nach dem kommenden spielfreien Wochenende noch einmal auf das Eis der Oberliga Nordost zurückkehren. Der ESV Bayreuth hingegen muss zunächst seine Form finden. Für die Suche danach haben die Tigers nun zwei Wochen Zeit. (Ingo Schorlemmer)


Bayreuth Tigers – Haßfurt Sharks 2:4 (0:1; 1:2; 1:1)


Tore:

0:1 (4.) Almagro (Heindl, Kalinowski); 0:2 (21.) Kalinowski (Cermak; Überzahltor); 1:2 (24.) MacIntyre (Carrabs); 1:3 (33.) Meyer (Ahrens, Karlsson; Unterzahltor); 1:4 (42.) Schwab (Ortlip); 2:4 (52.) Pastika (O’Grady, Carrabs; Überzahltor)


Schiedsrichter: Koch (Peiting). – Strafminuten: 12 / 14. – Zuschauer: 1176

Vertragsverlängerung
Constantin Koopmann bleibt bei den Rostock Piranhas

​Constantin Koopmann wird auch nächste Saison für die Rostock Piranhas auflaufen. Der 23-jährige Stürmer verlängerte seinen auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr...

Stürmer bleibt im „Kleinen Felde“
Jörn Weikamp bleibt den Herforder Ice Dragons treu

​Nächste Vertragsverlängerung – der Oberligakader des Herforder EV füllt sich weiter. Jörn Weikamp ist der nächste Spieler, der bei den Ice Dragons verlängert und so...

Maik Klingsporn verlässt den Gysenberg
Kevin Orendorz wechselt zum Herner EV

​Der Herner EV hat Kevin Orendorz unter Vertrag genommen. Der Stürmer kommt von den Hammer Eisbären an den Gysenberg und verfügt bereits über DEL-Erfahrung bei den K...

Deutsch-Kanadier Michael Burns kommt aus Hannover
Neue Offensivverstärkung für die Icefighters Leipzig

​Der nächste Neuzugang ist eine echte Verstärkung für die Offensive. Von den Hannover Indians wechselt der 30-jährige Deutsch-Kanadier Michael Burns zu den EXA Icefi...

Deutsch-Tscheche kommt aus Hamburg an den Bodensee
Lindau Islanders verpflichten Torjäger Michal Bezouska

​Der bisher schon sehr gut besetzte Sturm der Islanders bekommt mit Michal Bezouska einen weiteren und vor allem sehr torgefährlichen Zuwachs. Von den Crocodiles Ham...

HEC verstärkt die Offensive
Jannik Herm wird ein Höchstadter Alligator

​Leistungsträger halten, erfahrene Verstärkung finden, junge Talente fördern, so lautete der Plan der Verantwortlichen für die Kaderplanungen der Höchstadt Alligator...

Drittes Jahr in Folge
Justin Unger bleibt bei den Herforder Ice Dragons

​Der Herforder EV vermeldet mit Justin Unger die nächste Vertragsverlängerung. Der 21-jährige Stürmer wird auch weiterhin für die Ice Dragons spielen und geht inzwis...

Donau-Pokal als Highlight
Saisonvorbereitung der Passau Black Hawks steht

​Die Saisonvorbereitung der Passau Black Hawks steht. Insgesamt sieben Spiele werden die Dreiflüssestädter vor dem Start in die Oberliga-Saison 2021/22 absolvieren. ...

Jetzt die Hockeyweb-App laden!