Eishockey auf hohem Niveau

Indians zu Gast bei den Black HawksIndians zu Gast bei den Black Hawks
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es war ein Traumabend im Passauer Ice Gate. Über 900 Zuschauer wollten das Verfolgerduell zwischen den heimischen Black Hawks und dem Aufsteiger EHC Dortmund sehen. Und was ihnen an diesem Abend geboten wurde, war Eishockey auf hohem Niveau – und ein 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)-Sieg der Gastgeber.

Der Gast aus Dortmund schien die lange Anreise gut überstanden zu haben, denn die Elche legten los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Mit ihren schnellen Stürmern, gut gespielten Pässen und schöner Stocktechnik spielten sie sich durch die Passauer Abwehrreihen, dass den Fans der Hawks schon Angst und bange werden musste. Allein 17 Schüsse musste Daniel Huber in diesem ersten Drittel bereits parieren. Doch die Verteidigung der Passauer stand gut und spielte sehr diszipliniert. So fand die Mannschaft von Trainer Klaus Feistl immer besser ins Spiel und erarbeitete sich zum Ende des ersten Drittels mehr und mehr Chancen. Die besten ergaben sich als in der 18. Spielminute die erste Strafe gegen Dortmund ausgesprochen wurde im anschließenden Powerplay. Doch obwohl die Black Hawks die Scheibe gut laufen ließen und die Schüsse aufs Tor auch kamen, der Treffer wollte nicht gelingen.

Im zweiten Drittel setzten die Passauer den Druck auf das Dortmunder Tor weiter fort. Ein an diesem Abend stark kämpfender Daniel Bucheli scheiterte aber in der 22. Minute noch an Benjamin Finkenrath im Tor der Elche. Auch das nächste Powerplay der Black Hawks sah optisch gut aus, brachte aber erneut nichts Zählbares. Trotzdem spürte man jetzt die Überlegenheit der Heimmannschaft und dass der Führungstreffer nur noch eine Frage der Zeit war. Als Dortmunds Manuel Neumann in der 28. Minute zum zweiten Mal in diesem Drittel auf die Strafbank musste war es dann soweit. John Sicinski spielte hinter dem Tor stehend Philipp Michl an, Finkenrath reagierte zu langsam und der Puck war im Tor. 1:0-Führung für die Black Hawks. Obwohl die Dortmunder Elche durch Jake Brenk oder T.J. Sakaluk immer wieder für Gefahr vor dem Passauer Tor sorgten konnten die Passauer auch dank Daniel Huber in diesem Drittel noch eine Unterzahlsituation überstehen ohne dass die Elche einen Treffer erzielten.

Im letzten Drittel klappten beide Mannschaften die Visiere nach oben und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Die Fans der Black Hawks peitschten ihre Mannschaft immer wieder nach vorne. Und wieder ergaben sich daraus Chancen. Erst zog Thomas Vogl, der sich wiedererstarkt präsentierte, von der blauen Linie ab, aber keiner war da um den Abpraller zu verwerten. Doch noch in der gleichen Minute setzte sich der Kanadier John Sicinski auf der Centerposition nach einem Michl-Zuspiel durch und überwand schließlich auch Finkenrath zur 2:0 Führung. In der 53. Minute hatten die Fans den Torschrei schon wieder auf den Lippen, doch der Schuss von Thomas Vogl wurde vom Dortmunder Goalie noch an die Latte gelenkt. Aber Dortmund gab sich noch nicht geschlagen und Passau musste sich nach einem Steiger-Foul nochmals in Unterzahl wehren. Dann kam kurz vor Schluss noch eine Schrecksekunde. Der Schiedsrichter zeigte einen Penalty für Dortmund an. Daniel Huber hatte den Schläger geworfen, um einen Puck aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Doch der Goalie machte seinen eigenen Fehler wieder gut und parierte unter dem Jubel der Passauer Fans den Strafschuss. Als Dortmunds Trainer Frank Gentges dann den Goalie vom Eis nahm, setzte John Sicinski mit einem Empty-Net-Goal den Schlusspunkt unter einen gelungenen Eishockeyabend.

Auch auf der anschließenden Pressekonferenz urteilten beide Trainer sehr positiv über das Spiel. Frank Gentges urteilte „Ich kann meiner Mannschaft heute keinen Vorwurf machen. Es war unsere erste Auswärtsniederlage. Wir haben nur im ersten Drittel versäumt die Tore zu machen. Wir haben heute aber erstklassiges Eishockey gesehen. Da hab ich in der Bundesliga schon schlechteres gesehen.“ Auch Klaus Feistl war begeistert: „Das war eine der besten Leistungen seit 80 oder 90 Spielen wo ich an der Bande bin. Die Mannschaft hat das taktisch hervorragend umgesetzt. Nach dem starken Dortmunder Start haben wir uns mit zunehmender Spieldauer nach und nach die Chancen erarbeitet. Es war einer der schönsten Siege meiner Trainerlaufbahn.“ Damit bestätigte der Passauer Trainer das, was auch die Fans draußen im Stadion zu diesem Zeitpunkt immer noch feierten.

Tore: 1:0 (29:00) Philipp Michl (Alexander Popp, John Sicinski/5-4), 2:0 (45:47) John Sicinski (Philipp Michl, Martin Rehtaler), 3:0 (59:36) John Sicinski (Maximilian Kaltenhauser/ENG). Strafen: Passau 12, Dortmund 12. Zuschauer: 909.

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