Eisbären Juniors vor Rückzug

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Ehemalige Spieler entscheiden heute Meisterschaften, aber trotzdem scheint dieses Projekt nun am Ende zu sein.

Mit den Eisbären Juniors wird ein weiteres Team nicht mehr in der Oberliga antreten. Das Farmteam des Deutschen Meisters Eisbären Berlin wird sich nach Hockeyweb-Informationen aus dem Betrieb der dritthöchsten deutschen Spielklasse zurückziehen.

Einer der beiden Hauptgründe soll dabei die geplante Neustrukturierung der Deutschen Nachwuchsliga (DNL) sein. Dabei sollen ab der Spielzeit 2010/11 die Altersklassen auf 16 bis 18 Jahre, plus der „Overager“ bis 19 Jahre (bisher 18) erweitert werden. Genau die größtenteils in der Entwicklung entscheidenden Jahrgänge, mit denen die Berliner bisher in der Oberliga angetreten sind. Ob aber der Lerneffekt in der neustrukturierten DNL der gleiche ist, bleibt fraglich - zeichnete sich die Entwicklung der meisten Juniors-Spieler doch darin ab, dass sie gegen erfahrene Cracks im Spielbetrieb ihren Mann stehen mussten. Ein wichtiger Punkt, auf den stets Wert gelegt wurde und auch über die Grenzen Berlins hinaus für Ansehen sorgte.

Zuletzt lobte der Trainer der Adler Mannheim, Doug Mason, das Berliner Juniors-Projekt. „In Berlin ist es so, dass die jungen Spieler in entscheidenden Situationen auf dem Eis stehen müssen. Sie können sich hinter keinem Ausländer oder anderen erfahrenen Spieler verstecken. Und das ist der Punkt, weshalb die Spieler dort so gut ausgebildet werden und sogar Meisterschaften entscheiden.“

Aber auch der wirtschaftliche Aspekt scheint der zweite Hauptgrund für den Ruckzug zu sein. Es ist unübersehbar, dass dieses Projekt ein Zuschussgeschäft war. Sponsoren sind Mangelware und zeigen wahrscheinlich nur ihren guten Willen wegen der weiter greifenden Nachwuchsarbeit. Auch bei den Fans stößt dieses Projekt, schaut man auf die Resonanz, wohl auf wenig Gegenliebe. Selbst die Tatsache, dass die jungen Cracks noch im einst innig und heiß geliebten - und vor dem Umzug in die o2 World so tränenreich verabschiedeten – Wellblechpalast spielen, war kein Grund, den Zuschauerschnitt vielleicht mal in einen mittleren dreistelligen Bereich zu heben. Vielleicht auch dem geschuldet, dass der sportliche Erfolg eher mager war. Aufgrund des Ausbildungscharakters allerdings teilweise nachvollziehbar.

Kein Pfund, mit dem für eine weitere Finanzierung auf dem bisherigen Niveau dieses Nachwuchsprojektes gewuchert werden könnte. Eher müssten die Kosten wohl auf das DEL-Team abgewälzt werden. Dies ist aber unvorstellbar, gilt es doch eine schlagkräftige Mannschaft zu haben um weiter Zuschauer für sich und ihren Sport zu begeistern und zu binden. Da mag jeder Cent gut angelegt sein. Für ein eigenes Farmteam bleibt dann mit Sicherheit nicht mehr viel übrig.

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Eisbären-Manager Peter John Lee und Eislöwen-Manager Steffen Ziesche im April zusammen auf dem Balkon der o2 World (Foto by ovk)

 

Wie kann es nun in der kommenden Saison weitergehen? Zum einen gibt es da den einstigen Kooperationspartner der Juniors, FASS Berlin. Dort werden Spieler unterkommen, die noch zur Schule gehen.  Vorstellbar ist auch eine Zusammenarbeit mit den Dresdner Eislöwen, welche mit Sicherheit an Talenten zur Kaderergänzung interessiert sind. Der dortige Manager Steffen Ziesche war bis vor wenigen Wochen noch Sportdirektor bei den Eisbären Juniors.

Ein offizielles Statement zu dem Projekt wird für die nächsten Tage erwartet.  (Oliver Koch)

Foto by City-Press: Durchlief das Eisbären-Farmteam - Alexander Weiß (Foto vom November 2004)


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