Eisbären Juniors: Farmteam weiter in der Oberliga!

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nicht nur Juniors-Coach Jeff Tomlinson fiel am vergangenen

Sonntag ein riesiger Stein vom Herzen, als seine Mannschaft mit einem

ungefährdeten 5:1-Auswärtserfolg in Oberhausen den Verbleib in der Oberliga

gesichert hatte. Es stand mehr auf dem Spiel als nur der Abstieg: Nämlich das

gesamte Nachwuchsprojekt in seiner jetzigen Form. Ein Abstieg in die

Regionalliga hätte nicht nur verheerende sportliche Folgen gehabt. Nur

schwerlich wären die umfangreichen Kosten für das Juniors-Projekt vor den

Honorartioren zu rechtfertigen gewesen, wie etwa dem Hauptsponsor GASAG, der

jährlich einen beträchtlichen Euro-Betrag überweist. All das Lob, das den

Berlinern ob ihrer vorbildlichen Nachwuchsförderung entgegen gebracht wurde

wäre nichts mehr wert gewesen. Zudem hätte ein Team, das in der 4. Liga

zwischen Hobbymannschaften „herumgurkt“, wohl kaum noch eine sportliche

Herausforderung für die ambitionierten Talente geboten, die auch zukünftig nach

Berlin gelockt werden sollen. Doch dieses Horrorszenario ist nun zum Glück

nicht eingetreten!

Für die kommende Spielzeit, so stellte DEL-Chefcoach Pierre

Pagé schon vor Wochen zur Aufgabe, sollen Voraussetzungen geschaffen werden,

die eine Wiederholung der diesjährigen Zitterpartie ausschließen. Das kann nur

heißen, dass Jeff Tomlinson noch mehr talentiertes Spielerpersonal zur

Verfügung stehen muss, so dass er zu jedem Spiel einen kompletten Kader aufs

Eis schicken kann. Zu oft war das in der nun glücklich zu Ende gegangenen

Saison nicht der Fall. Neben verletzten und gesperrten Akteuren, fehlten

regelmäßig jene Spieler, die eigentlich für den Einsatz im Oberligateam geplant

waren, aber dann in der DEL aushelfen mussten. So erfreulich das für den

einzelnen jungen Crack gewesen sein mag, der Tomlinson-Truppe kostete es

wichtige Punkte, die am Ende zum Erreichen der Meisterrunde und damit zum

sicheren Klassenerhalt fehlten. Der Philosophie des Juniors-Projektes liegt

zwar in erster Linie die Ausbildung und die Förderung junger Talente zu Grunde,

um sie letztendlich an die DEL heranzuführen, das aber kann nur auf

ansprechendem sportlichen Niveau effektiv geschehen. Die Oberliga bildet für

hiesige Verhältnisse trotz ihrer Unwägbarkeiten die noch günstigste Plattform.

Es bleibt jedoch erfreulicherweise festzustellen, dass auch

in diesem Jahr wieder Spieler aus dem Oberligateam hervorgingen, denen

zukünftig in der DEL und auch Nationalmannschaft einiges zuzutrauen ist. Hier

seien René Kramer, Alexander Weiß und Constantin Braun nur als einige wenige

Beispiele angeführt. Insofern ist auch der Beweis erbracht, dass sich der in

Berlin betriebene Aufwand lohnt. Die Berufungen von André Rankel und Florian

Busch in die Nationalmannschaft dürfen hier getrost mit aufgezählt werden. Mit

Christoph Gawlik wird in absehbarer Zukunft ein weiterer Berliner Youngster an

die Tür von Uwe Krupps Büro klopfen, der vor nicht allzu langer Zeit die

Schlittschuhe noch für die Juniors schnürte.

Dass Pierre Pagé, im Gegensatz zu nicht wenigen seiner

Kollegen, trotz zahlreicher Ausfälle von Stammpersonal keine grauen Haare

wachsen müssen, belegten die letzten DEL-Spieltage eindrucksvoll. Die Tiefe des

Eisbären-Kaders ist es, die den Meister der Vorsaison erneut auf den Schild des

Top-Favoriten für die bevorstehenden Play off hebt. Und diese Tiefe resultiert

vor allem aus dem verlässlichen Unterbau, den die Juniors bilden.
EHC-Manager Peter John Lee bringt es auf den Punkt, wenn er

sagt: „Es reicht nicht, dass die Jungs einfach nur dabei sind und auf der Bank

hocken, davon wird das deutsche Eishockey nicht besser. Sie müssen sehen, dass

es sich lohnt hart zu arbeiten, sie müssen ihre Chance bekommen zu spielen. Nur dann werden sie sich zu wichtigen Spielern für

ihre Mannschaft weiterentwickeln, die auch Tore schießen und vorbereiten. Auf

der Bank wird niemand zum Top-Spieler!“

Schon im Juli ruft das GASAG-Sommercamp die junge Talente

aus allen Himmelsrichtungen wieder auf das Eis, wenn es darum geht, sich für

einen Platz im Nachwuchsprojekt der Eisbären zu empfehlen. Nicht

auszuschließen, dass dort in diesem Jahr noch mehr Betrieb und vor allem

Wettbewerb herrscht als in den vorangegangenen. Um Nachahmung auch andernorts,

liebe Manager und sonstige Macher in Sachen Eishockey, ist durchaus gebeten!

(Matthias Eckart/ Oliver Koch)

Foto: www.eisbaeren-farmteam.de

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