Einen Punkt verschenkt

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Die Starbulls Rosenheim gewannen am Freitag Abend vor 1755 Zuschauern gegen den EHC Klostersee mit 4:3 nach Penaltyschießen.

Zwei anstatt der sicher geglaubten drei Punkte für die Starbulls, über 100 Strafminuten, eine völlig überzogene Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Stephan Gottwald und ein verletzter Bernd Kühnhauser – das war das Ergebnis des Derbys zwischen Rosenheim und Grafing. Dabei begann für die Grün-Weißen alles nach Plan. Nach 60 Sekunden marschierte der Gäste-Kapitän Martin Sauter auf die Strafbank und Mondi Hilger nutzte dieses Powerplay zur 1:0-Führung für die seine Farben. Ab der elften Minute kamen die Hausherren in den Genuss eines über vierminütigen (teilweise sogar doppelten) Überzahlspiels, das 2:0 fiel aber erst, als Klostersee wieder komplett war. Thomas Weiszdorn (erzielte letzte Woche beim DNL-Spiel gegen Bietigheim vier Treffer) bediente bei seinem ersten Puckkontakt den mitgelaufenen Gabriel Krüger, der Florian Hochhäuser im Grafinger Kasten keine Chance ließ. Die Freude währte allerdings nur kurz, denn in der 17. Minute verkürzte Eric Ortlip nach einem Schuss von der blauen Linie auf 1:2 aus Sicht der Ebersberger Vorstädter.

Das zweite Drittel begann mit einer guten Chance für Bernd Kühnhauser, die Hochhäuser jedoch vereiteln konnte. Danach versuchten sich die Starbulls für weitere zweieinhalb Minuten im Powerplay (davon 81 Sekunden 5 gegen 3), der Puck fand aber nicht den Weg ins Tor. In der 29. Minute hatte Oliver Wälde die große Ausgleichsmöglichkeit für Klostersee, in Minute 30 erhöhten die Rosenheimer auf 3:1. Stephan Gottwald kehrte gerade von der Strafbank zurück, bekam den Puck auf die Kelle und jagte ihn mit einem Schlagschuss ins gegnerische Gehäuse. Bis zur 38. Minute plätscherte die Partie vor sich hin, dann bremste Christian Gegenfurtner den durchgebrochenen Petr Zajonc und wurde dafür in die „Kühlbox“. Diese Strafzeit dauerte allerdings nur 22 Sekunden, dann war Wälde mit dem Anschlusstreffer zur Stelle.

In der 45. Minute gelang Johannes Giel, der später noch für negative Schlagzeilen sorgte, der Ausgleich. Eine anschließende numerische Überlegenheit konnten die Gastgeber nicht nutzen, die beste Chance hatte Andi Schneider, wobei hier der Pfosten die erneute Rosenheimer Führung verhinderte. Danach spielte Hauptschiedsrichter Schurr Schicksal: In der 50. Minute übersah er eine böse Attacke von Giel gegen Kühnhauser, der minutenlang verletzt liegen blieb. Obwohl die Trage bereits auf das Eis gefahren wurde, schleppte sich „Bobo“, gestützt von zwei Betreuern, in die Kabine, wo eine schwere Nierenprellung diagnostiziert wurde. In der 54. Minute übertrieb es der Unparteiische endgültig: Nach einem unkorrekten Körperangriff von Gottwald blieb sein Arm zunächst unten, erst nach heftigen Protesten von der Grafinger Bank entschied er auf Spieldauerdisziplinarstrafe. Die Starbulls überstanden dieses fünfminütige Unterzahl ganz ausgezeichnet. 76 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit kam es zu einer längeren Unterbrechung. Was war passiert? In der Rundung hinter dem EHC-Kasten (unterhalb der Stadiongaststätte) zerbrach eine Plexiglasscheibe, die von den Eismeistern ausgetauscht werden musste. Danach drängten die Chyzowski-Schützlinge auf den Siegtreffer, vor allem Jeremy Stasiuk hatte in der Verlängerung zwei großartige Möglichkeiten. So musste also das Penaltyschießen entscheiden. Nach acht Schützen hatten jeweils die Torhüter das bessere Ende für sich, anschließend verwandelte Hilger, während Ortlip vergab.

Trainerstimmen:

Ludvik Kopecky (EHC Klostersee): Nach zwei Jahren ohne Punktgewinn gegen Rosenheim bin ich mit diesem einen Punkt zufrieden. Es ist schwer nach einem 0:1 in Rosenheim zurückzukommen. Pech für uns war im zweiten Drittel, als Wälde die Ausgleichschance hatte und im Gegenzug das 1:3 fiel. Zum Schiedsrichter sag ich nur: Die werden nicht besser. Unser Ziel ist der zehnte Platz.

Ron Chyzowski (SBR): Bei 5-3-Situationen und einer 3:1-Führung müssen wir das Spiel erledigen. Bisher hatten wir gegen Grafing immer viel Glück, heute waren wir selbst Schuld. Die letzten zehn Minuten und das Penaltyschießen war für die Zuschauer spannend. Zum Schiedsrichter will ich nicht viel sagen, frage mich allerdings, warum eine Aktion gar nichts ist und die nächste gleich Spieldauer. Meine Mannschaft will jedes Spiel eine tolle Leistung abliefern, momentan ist sie aber etwas ausgepowert. Nach Weihnachten und Neujahr gilt unsere volle Konzentration der Meisterrunde.

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