Ein Punkt zum Berwanger-Einstand

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Die Starbulls Rosenheim unterlagen am Freitagabend beim TEV Miesbach mit 3:4 nach Penaltyschießen. Obwohl zur Drucklegung der Miesbacher Stadionzeitung der SBR-Coach noch Ron Chyzowski hieß, tauchte hier der Name Markus Berwanger bereits auf. In der Rubrik „Wussten Sie, dass...“ ist zu lesen, ...der „gewünschte“ Starbulls-Trainer Markus Berwanger, Lahme wieder zum Laufen bringen kann? Und der gebürtige Rosenheimer war gerade mal ein paar Stunden in Amt und Würden, schon stand er beim Auswärtsspiel in Miesbach als verantwortlicher Mann hinter der Bande der Starbulls. Dabei musste er neben den verletzten Daniel Bucheli und Stephan Gottwald, sowie den gesperrten Paul Weismann und Jeremy Stasiuk auch noch kurzfristig auf den Kanadier Mike McCormick verzichten, der sich am Freitag Nachmittag überstürzt aus der Innstadt verabschiedete, da er wohl Sehnsucht nach seiner Frau hatte. Dafür rückte erneut DNL-Stürmer Martin Hinterstocker ins Team, außerdem bestritt DNL-Verteidiger Nico Senger sein erstes Oberliga-Punktspiel der laufenden Saison.

Mit Olli Häusler zwischen den Holmen und drei Blöcken begann dann für die Starbulls die Zeit nach Ron Chyzowski. In der vierten Minute schien dann alles wie früher, denn da versenkte Jim Nagle nach einer Schlafmützigkeit in der Abwehr der Gäste völlig freistehend zum 1:0 für den TEV. Nach einer Strafzeit gegen Mondi Hilger, die Rosenheim schadlos überstand, kamen die Grün-Weißen besser ins Spiel. In der zehnten Minute hatte Gabriel Krüger Pech, als sein Schlenzer nur die Oberkante der Latte traf, anschließend kamen die Starbulls zum ersten Mal in Überzahl. Hier präsentierten sie sich wie verwandelt zu den Powerplays der letzten Wochen, wobei es noch nicht zum Torerfolg reichte – bis zur zweiten numerischen Überlegenheit. Martin Kovarik musste auf die Strafbank und 27 Sekunden später schlug es nach einer Einzelaktion von Markus Kempf hinter Reinhard Haider, dem Keeper der Hausherren, ein. In der letzten Minute des ersten Drittels hatte zunächst Patrick Hager die Chance zur Rosenheimer Führung, im Gegenzug scheiterten Matt Mc Carthy und Brendan Timmins an Häusler.

Zu Beginn des ereignisreichen Mittelabschnitts hatten Patrick und Nico Senger bei einem Break in Unterzahl die Gelegenheit, um die Gäste in Front zu bringen. In der 23.Minute leistete sich Christian Gegenfurtner einen harten Bandencheck an Sebastian Deml, der mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet wurde. Dies bedeutete fünf Minuten Unterzahl für die Starbulls, was viereinhalb Minuten gut ging. Dann war Florian Mayer zur Stelle, der aus dem rechten Bullykreis das 2:1 für Miesbach besorgte. Lange hielt der Freude der Gastgeber aber nicht. In der 29. Minute kassierte Andreas Förg zwei Strafminuten und ein Schuss von Krüger trudelte durch die Schoner von Haider über die Linie. Duplizität der Ereignisse in der 31. Minute: Wieder musste Förg raus und wieder trafen die Grün-Weißen in Überzahl, wobei es diesmal nur 18 Sekunden dauerte. Torschütze war Kempf, der eine herrliche Vorlage von Patrick Senger zur Rosenheimer Führung nutzte. Beinahe hätten die Gäste den Vorsprung in die Kabine gebracht, doch Deml netzte im Powerplay in der 40. Minute zum 3:3 ein, nachdem Häusler den Schuss von Jon Barkman nur abprallen lassen konnte.

Das Schlussdrittel lebte von der Spannung mit einigen Torchancen auf beiden Seiten. In den letzten beiden Minuten versuchten sich die Starbulls noch im Powerplay, der Siegtreffer wollte allerdings nicht gelingen und so ging es in die Verlängerung. 25 Sekunden vor deren Ende vergab der sehr engagierte Nico Senger eine große Chance, aber auch auf der anderen Seite hatte der TEV eine riesige Einschussmöglichkeit.

So ging es nach einer kurzen Eisaufbereitung ins Penaltyschießen, was schließlich schnell entschieden war. Für Rosenheim scheiterten Andi Schneider, Patrick Senger und Patrick Hager, für Miesbach trafen Jim Nagle, Jon Barkman und Matt McCarthy.

Trainerstimmen:

Rudi Sternkopf (TEV Miesbach): Ich bin zufrieden, wir haben gut gekämpft und uns gegenüber dem Weiden-Spiel gesteigert. Im dritten Drittel waren wir die bessere Mannschaft. Rosenheim hat ein gutes Powerplay gespielt und sie sind definitiv nicht so schlecht wie es der momentane Tabellenplatz aussagt.

Markus Berwanger (SBR): Es war nicht die optimale Vorbereitung, denn ich habe heute Mittag erst das Kommando übernommen und ich hatte noch keine Zeit die Spieler kennenzulernen. Meine Jungs haben gekämpft, sicherlich war noch nicht alles perfekt, was nach dem miserablen Start auch kein Wunder ist. Auf dem Einsatz der Mannschaft kann man allerdings aufbauen, es liegt genug Arbeit vor uns, um in den nächsten Wochen viele Kleinigkeiten abzustellen.