Ein offener Brief: Danke, SC Riessersee!

Riessersee: Rettung in letzter SekundeRiessersee: Rettung in letzter Sekunde
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Es gibt ihn also noch, den puren Spaß am Eishockey. Wer monatelang teure

DEL-Söldner hat rumgurken sehen auf der Suche nach dem richtigen System,

das die Seelchen leider nicht spielen konnten, weil es doch nicht das ihre

war in Übersee und vor allem auf der Jagd nach Schnäppchen wie Autos,

Wohnungen, Möbeln, Prämien, die ihnen allesamt nachgetragen wurden von den

Elite-Clubs, der rieb sich im Olympia-Eisstadion zu Garmisch-Partenkirchen erstaunt die Augen. Da liefen zwei Teams auf, Riessersee

und München, und rissen sich tatsächlich die Beine aus. Da stürmten Jungs mit

deutschen Namen, die zumindest in Garmisch-Partenkirchen aus dem eigenen

Nachwuchs stammen, da gab es keine Langeweile, keine unnützen taktischen

Spielchen. Die Tore des SC waren grandios herausgespielt, der "sudden death"

erwischte die Münchner, die ebenfalls einen Sieg verdient gehabt hatten,

eiskalt und sorgte für warme Herzen beim Riesserseer Anhang. Was für ein

schöner Abend, Eishockey kann Freude bringen und das nicht nur zur

Weihnachtszeit.



Ach ja, und die Zuschauer erst. Über 3000 sorgten für Stimmung unter der

Zugspitze. Man erinnere sich, 3300 war die Zahl, die Mannheims Adler mal

eben noch auf die Beine brachten bei einem ihrer jüngsten Heimspiele (und

das vor dem Umzug in eine Prachtarena, die mit solchen Zahlen Kulisse für

wahre Trauerspiele wäre). Obwohl auf dem Eis NHL-Cracks ihre Runden drehten. Viel mehr als das war es zu der

Zeit ja auch leider nicht, Herr Butenschön etwa fuhr meist auf und ab vor

dem Tor und kapierte oftmals erst nachdem es geschehen war, dass der böse

Gegner gepunktet hatte. Aber er war es ja nicht alleine, einen von der Sorte

hätte man ja noch ertragen, aber eine ganze Truppe, die "holiday on ice"

machte, nee, danke. Obwohl, es gibt ja auch die anderen wie Jochen Hecht,

wie Christobal Huet, Michael Bakos, Rene Corbet, Markus Kink oder Frankie

Groleau. Wobei schon irgendwie auffällt, dass sich Jochen Hecht halt in

seiner Heimatstadt den Allerwertesten aufreißt und ein Michael Bakos und ein Markus Kink

junge Deutsche sind, die noch hungrig scheinen auf Erfolge.



Nun, es sind ja auch nicht nur Mannheims Adler, die mit diesem

Sättigungsgrad zu kämpfen haben (und bei denen zwei, denen diese Mentalität

immer fremd war, weil sie sich bis zum Umfallen einsetzten, gerade neue

Seiten aufziehen: Stephane Richer und Mike Rosati), andere jammern doch

ebenfalls über die Söldner-Mentalität, die bisweilen für gähnende Langeweile sorgt und die

früher so herbeigesehnten Derbies zu Schlafmitteln verkommen lässt, einfach,

weil es den Jungs sowas von wurscht ist, für wen sie auflaufen, solange die

Knete stimmt. Was man ihnen, ehrlich gesagt, noch nicht einmal verdenken kann,

sie kriegen es ja überall vorgemacht in der Wirtschaft und der Politik. Es ist höchste Zeit, dass sich manche

Verantwortliche mal nicht mehr nur nach Statistiken umsehen und viel Geld

ausgeben für Teams, die keinerlei Zusammenspiel finden, sondern eine gewisse

Charakterstärke auf ihre Prioritätenliste schreiben. Talent alleine ist

nutzlos ohne Charakter, auch wenn manche es einfach nicht lernen wollen und

die Schuld überall suchen, nur nicht bei ihren Auswahlkriterien, es ist ja

auch leichter, die Trainer zu kreuzigen, nicht wahr?



Doch kommen wir zurück zum Eishockey-Fest in Garmisch-Partenkirchen. Wer das

Spiel gesehen hat, der würde so manche DEL-Begegnung eintauschen gegen

Oberliga-Spiele. Klar, der SCR hat so manche tiefe Täler durchschreiten

müssen, hat gegen kriminelle Machenschaften gekämpft, war ganz am Boden und

ist doch wieder hochgekommen. Ganz ohne millionenschweren Sponsor, der

alljährlich mehr reinpulvert als angenommen in ein Team, das nur auf dem

Papier aus Tigern besteht, in der Wirklichkeit an den Tag der traurigen

Enten erinnert, hier haben Idealisten das Sagen. Vom Nachwuchs angefangen.

Nichts da mit mehreren Trainern für ein Team und traumhaften Bedingungen.

Hier muss jeder Zeit und Mühen investieren, um das Eishockey aufrecht zu

erhalten. Und sie tun es. Sie geben nicht auf, sie kommen immer wieder,

deshalb ein dicker Dank von einer, die seit Jahrzehnten den SC Riessersee

begleitet, an alle, die mit beitragen dazu, dass Eishockey noch lebt: An

Trainer wie Peter Gailer, Schorsch Holzmann, Alfred Weindl, Hans Konstanzer,

an Peppi Heiß, an die vielen, vielen anderen. An Ralph Bader, der die

Oberliga-Saison erst ermöglicht hat, an so viele Menschen, Männer wie Frauen,

die den Verein hinter den Kulissen tragen. Und an die Fans, die aus einem

Jammertal erstiegen sind wie Phönix aus der Asche und ohne die Eishockey nur

halb so viel Freude machen würde. Der SC Riessersee lebt - und wie !!!!

(Angelika von Bülow)

Nach fünf Jahren zurück aus Bad Tölz
Tyler McNeely zurück bei den Starbulls Rosenheim

​Der erste Neuzugang für die Starbulls Rosenheim steht fest und es ist kein Unbekannter: Der 35-jährige Tyler McNeely wechselt von den Tölzer Löwen nach fünf Jahren ...

Verteidiger kommt aus Hannover
Crocodiles Hamburg verpflichten Philipp Hertel

​Die Crocodiles Hamburg haben sich in der Defensive verstärkt und mit Philipp Hertel einen jungen Verteidiger an die Elbe gelotst. Der 22-Jährige wechselt von den Ha...

Offensivpower mit DEL-Erfahrung
Luca Gläser schließt sich den Blue Devils Weiden an

​Die Blue Devils Weiden nehmen einen weiteren Stürmer für die nächsten zwei Jahre unter Vertrag. Luca Gläser wechselt von den Eispiraten Crimmitschau nach Weiden. Mi...

Turnier und acht weitere Spielen
Vorbereitungsprogramm des Deggendorfer SC steht

​Für den Deggendorfer SC geht es schon im August wieder zu Testspielen aufs Eis. Zwischen dem 20. August und 18. September 2022 stehen acht Vorbereitungsspiele und d...

Stürmer kommt vom Rivalen aus Memmingen
EV Lindau Islanders verpflichten Marc Hofmann

​In den vergangenen Jahren bedienten sich die ECDC Memmingen Indians regelmäßig am Kader der EV Lindau Islanders. Nun drehten die Inselstädter einmal den Spies um un...

Wichtiger Baustein
Denis Fominych spielt weiterhin für den Herner EV

​Mit Denis Fominych hat ein weiterer wichtiger Baustein für die Saison 2022/23 seinen Vertrag beim Herner EV verlängert. „Er verkörpert alles, was uns im kommenden S...

Verteidiger kommt zurück in die Heimat
Thomas Schmid wechselt zum SC Riessersee

​Peißenberg, Bad Tölz, Füssen, Braunlage, Dresden, Memmingen, Deggendorf, Peiting, Erfurt, Garmisch-Partenkirchen. Thomas Schmid ist bereits viel rumgekommen in Eish...

Selb, Crimmitschau und Herne sind zu Gast
Deggendorfer SC veranstaltet den Niemeier-Haustechnik-Cup

​Schon im August hat der Deggendorfer SC ein echtes Highlight für alle Eishockeyfans zu bieten. Vom 26. bis 28. August 2022 werden neben den Gastgebern aus Niederbay...

AufstiegsplayOffs zur DEL2