Ein erster kleiner Schritt zum Ziel – München vs Leipzig 3:1

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Eine kleine Enttäuschung mussten die Gastgeber bereits mit dem ersten Bully hinnehmen. Die Eishalle am Oberwiesenfeld war recht spärlich besetzt. 1500 Zuschauer entsprechen in keinster Weise der Wertigkeit dieser Vorschlussrunde, die aus Sicht des Modus ja einem Finale gleichzusetzen ist. Die Ansetzung auf einen Werktag sollte da keine Entschuldigung sein. Wer den Weg ins Stadion nicht gefunden hat, war selber schuld. Es war nämlich ein spannendes Eishockeyspiel.

Von Beginn an versuchten die Hausherren Druck auf die dezimierten Gäste auszuüben. Nach einigen guten Schussmöglichkeiten war es Alex Wedl, der im Powerplay traf. Einen Abpraller von Thomas Zellhuber zimmerte der Routinier vom Bullykreis in den Torwinkel. Im nächsten Überzahlspiel des EHC konnten die Gäste dem zweiten Einschlag nur mit Glück entgehen. Eine Stockattacke von Darryl McArthur brachte urplötzlich Hektik in die Partie. Nachdem die Scharmützel zu Ende waren, fanden sich drei Leipziger sowie zwei Münchner Akteure auf der Strafbank wieder. Eines hatten die Sachsen damit zumindest erreicht. Der Spielfluss der Münchner war für das Erste unterbrochen. Pete Gardiner hätte per Fast-Break sogar beinahe den Ausgleich erzielt. Dieser fiel dann, als die EHC - Hintermannschaft nicht ganz im Bilde war, dabei eine 2-1 Situation zuließ, deren Nutznießer Michael Fendt war.

Nach der Pause fanden die Hausherren so allmählich wieder zu ihrem Spiel zurück. Beppi Eckmair tauchte alleine vor Zellhuber auf, vergab aber ebenso wie wenig später zweimal Gustafson und auch Alex Leinsle. Leipzig spielte bisweilen unsauberes Hockey. Oftmals fand sich ein Ellbogen im Gesicht eines Gegenspielers oder wurde mit dem Stock nachgehakt. Dem EHC gelang es kaum sich gegen die tief stehende Lions-Defensive in Szene zu setzen. Nachdem die Gäste ein 45 Sekunden währendes Überzahlspiel mit zwei Spielern mehr auf dem Eis nicht zu nutzen vermochten, fand ein wenig spektakuläres Drittel alsbald sein Ende.

Die finalen zwanzig Minuten begannen für den EHC München maßgeschneidert: Leipzig gelang es nicht, die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu arbeiten, Gustafson bediente Marion Jann, der Zellhuber mit einem Ableger in die kurze Ecke überwand. Ein Spieler der Leipziger fiel im Bezug auf unfaire Aktionen besonders auf. Jetzt aber übertrieb es Pete Gardiner. Zwei Checks gegen Chris Gustafson – einer von hinten, der andere als der EHC-Verteidiger bereits am Boden lag, sanktionierte Referee Trainer mit zwei kleinen Strafen plus zehn Minuten Extrapause. Dumm von Gardiner, denn in dieser Unterzahl verlor sein Team die Begegnung. Pete Brearley traf aus kurzer Distanz zum vorentscheidenden 3:1. Die Gäste fanden in der verbleibenden Spielzeit kein probates Rezept mehr, um in die Partie zurückzufinden und mussten sich somit mit der Auftaktniederlage abfinden. Fabian von Schilcher brachte in der Schlussminute noch das Kunststück fertig, das von Zellhuber verlassene Gehäuse aus wenigen Metern zu verfehlen, stattdessen den Pfosten anzuvisieren. Gestört hat es wohl nur den Kapitän selbst.

Leipzigs Coach Gentges war nach dem Spiel alles andere als gut auf die Undiszipliniertheiten seiner Mannschaft zu sprechen. Darüber wird zu reden sein, konstatierte Gentges. Die Probleme im Umfeld, insbesondere die bevorstehende Insolvenz ließ er indes nicht als Ausrede für seine Mannschaft gelten. Er selbst wollte auf die finanziellen Sorgen weniger eingehen, sagte aber doch: „ Meine Mannschaft ist von den Gehältern her ligaweit sicher im unteren Drittel anzusiedeln. Jedoch sind die Kosten rundherum eindeutig zu hoch. Im Umkreis von 70 km um Leipzig gibt es keinen heimischen Eishockeyspieler. Das bedeutet ca. 20 Wohnungen etc., dazu die horrenden Kosten für die marode Halle und die Eisbereitung.“ Christian Winkler gab sich eher wortkarg. Er sah seine Mannschaft nach gutem Anfangsschwung und anschließendem Leerlauf zum Ende hin „Stück für Stück verbessert. Uns erwartet am Freitag ein heißer Tanz in Leipzig.“ (orab)

Tore:
1:0 (07:39) Wedl (Leahy, von Schilcher 5-4), 1:1 (14:19) Fendt (Kreuzmann, Stephens), 2:1 (42:29) Jann (Gustafson), 3:1 (47:38) Brearley (Newhook, Burman 5-4)

Strafen: München 26+10 (Brearley) - Leipzig 30+10 (Spoltore) +10 (Gardiner)

Schiedsrichter: Franz Josef Trainer (Bad Aibling) – Velkoski, Rische

Spieler des Spiels: Chris Gustafson

Zuschauer: 1504

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