EHC München: Zum Auftakt in die Höhle des Löwen

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Wenn der EHC München am kommenden Freitag zum ersten Meisterrundenspiel in Dresden antritt, ist dies nicht nur der Beginn des ernsthaften Teils der Saison, sondern auch die Möglichkeit, Versäumnisse respektive Mängel der Vorrunde vergessen zu machen. Viele der Anhänger in der Landeshauptstadt - soweit nicht ausnahmslos mit der Vereinsbrille behaftet - sind von einer ausnahmslosen Zufriedenheit ihrem Team gegenüber weit entfernt. Freilich nicht zu Unrecht, lässt man die bisherige Spielzeit kurz Revue passieren.

Die Erwartungen vergangenen Sommer waren hoch. Nachdem die Option des Nachrückens in die zweite Bundesliga anstelle des finanziell maroden EC Bad Nauheim aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus nicht wahrgenommen wurde, gab Vorstand Jürgen Bochanski für diese Saison den sportlichen Aufstieg als Zielvorgabe aus. Zwar hinterließ der Abgang von Stürmer Daniel Menge eine große Lücke, doch hoffte man diese durch die Neuverpflichtungen schließen zu können. Die Vorbereitung einschließlich der ersten Punktspiele entsprachen dann auch den Erwartungen, es deutete sich sogar ein Durchmarsch an. Von diesem Gedanken durfte man sich auf den Rängen jedoch schon bald wieder verabschieden. Die Mannschaft schien sich nicht vollends verausgaben zu wollen, ließ sukzessive unnötig Punkte liegen. Mit diesem Kader zweimal bei der Hügelsheimer Gauditruppe zu verlieren, spottet - bei aller Wertschätzung für die Leistung der Badener - jeglicher Beschreibung. Auch die anfangs demonstrierte Souveränität bei Heimspielen kam über den Winter etwas abhanden. Die Kritik beim Anhang wurde lauter. Ausreden, wenigstens stichhaltige Begründungen mussten her. Einleuchtend, dass man schnell das Verletzungspech als Ursache für die Rückstufung in das gehobene Mittelmaß heranzog. Natürlich wiegt der Ausfall von Trainerfilius Kink schwer, freilich fehlten Alex Wedl und Andi Attenberger wochenlang, sicher ist ein Ausfall von Torhüter Vollmer nicht zu kompensieren. Aber rechtfertigen diese Faktoren wirklich das Verspielen eines 15 Punkte Vorsprungs - auf den Zweiten wohlgemerkt ? Reichen die Newhook´s, Leahy´s, Leinsle´s und Jann´s, dazu die mit Burman, Gustafson und Vogl überdurchschnittlich besetzte Verteidigung, gerade einmal dafür aus, um mit einem vorwiegend mit Eigengewächsen und Veteranen bestückten Aufsteiger wie Rosenheim punktgleich ins Ziel zu kommen ? Manager Winkler verweist auf das größte Verletzungspech bei den "Top Sechs", erwartet sich aber im gleichen Atemzug von einigen Spielern nunmehr deutliche Steigerungen. Sollte der EHC in den kommenden Wochen tatsächlich seine Aufstiegsambitionen in spielerischer Hinsicht untermauern können, hat die Mannschaft in der Vorrunde unstrittig - zumindest bisweilen - mit angezogener Handbremse gespielt. Bleiben die Leistungen allerdings derart unkonstant wie bisher, müssen sich auch die Verantwortlichen kritisch hinterfragen. Dann ist das Team vermutlich wirklich nicht besser. Die letzte Variante ist jedoch, eingedenk hochklassiger Spiele gegen Landshut und die DEL-Mannschaft der Berliner Eisbären zu Saisonbeginn, schwer zu authentifizieren.

Die erste Bewährungsprobe gilt als die vielleicht härteste Nuss. Kein geringeres Team, als der Nord-/Ostmeister aus Dresden wartet auf die Truppe von Schorsch Kink. Als "Highlights" bezeichnet Christian Winkler die Vergleiche mit den Nordvereinen. Die Eislöwen waren dabei die konstanteste Mannschaft. Wenngleich sie im Endspurt beinahe noch von den Berliner Preussen und deren unheimlicher Siegesserie abgefangen wurden. Jiri Kochta, Trainer der Sachsen mit "Hedos"-Vergangenheit, kann kadertechnisch auf geballte Routine zurückgreifen. Nicht weniger als acht Akteure haben das 30. Lebensjahr mehr oder weniger deutlich überschritten, alle acht gelten als Leistungsträger. Die Eislöwen haben ein kompaktes Geflecht, ohne Superstar. Bei den führenden Torjägern konnte sich lediglich der Deutsch-Russe Andreas Henkel einen Platz sichern. Allerdings findet man mit Petr Sikora, dem Ex-Schweinfurter Greg Schmidt sowie Jedrzej Kasperczyk gleich drei Offensivkräfte in Reihen der besten Vorbereiter. Mike Dolezal kann Zweitligaerfahrung aus seiner Zeit in Bietigheim vorweisen. Mit dem Finnen Iirö Itämies steht ein zuverlässiger Rückhalt im Tor der Sachsen. Auch auf Vertreter Norbert Pascha ist im Eventualfall Verlass. Die Schwächen dieser Mannschaft liegen auch auf der Hand. Die zahlreichen betagten Spieler bekommen zweifelsohne Schwierigkeiten, wenn ein Gegner mit vier Sturmreihen antritt und dadurch hohes Tempo gehen kann. Daneben wurden die Dresdner in ihrer Vorrunde ausschließlich von den Berlinern und den Nachbarn aus Leipzig richtig gefordert, während die Südgruppe ungleich ausgeglichener war, dort acht Mannschaften bis zuletzt um die ersten sechs Plätze stritten. Ein guter Start in Form eines frühen Treffers wäre für den EHC sicher von Vorteil. Ein Konterspiel aus einer dicht gestaffelten Defensive dürfte gegen diese erfahrene Mannschaft weitaus leichter fallen, als im Rückstand liegend ein effektives Angriffsspiel aufzuziehen. Man darf gespannt sein. (orab)


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