EHC München: Volle Kraft voraus in Richtung zweite Liga

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Kein Thema beschäftigt die Eishockeyfans in München derzeit mehr als die Frage, ob der Klub den Aufstieg in die 2. Liga ernsthaft anstreben , oder doch lieber in der Oberliga Süd bleiben soll. Vor rund einem halben Jahr musste sich der EHC-Vorstand bereits einmal mit dieser Frage beschäftigen. Durch den Verzicht von Bad Nauheim war in der 2. Bundesliga ein Platz frei geworden, und die Münchner wären erster Nachrücker gewesen. Doch damals verzichtete man auf den Aufstieg am grünen Tisch und gab der Konsolidierung in der Oberliga den Vorzug. Schließlich erhoffte man sich vor allem von den Derbys gegen Absteiger Riessersee und Aufsteiger Rosenheim einen großen Zuschauerzuspruch. Zurecht, wie sich nachträglich herausstellte: Die Spiele gegen die Erzrivalen aus vergangenen Zeiten waren bis jetzt die beiden bestbesuchten Oberligabegegnungen in München. Sonst jedoch herrschte im heimischen Eisstadion vorwiegend Tristesse. Gegner wie Hügelsheim oder Klostersee lockten kaum einen Besucher an. Fast leere Ränge und ziemlich trostlose Spiele in einer endlosen Vorrunde waren zumeist die Folge. Und es geht immer weiter: Acht Heimspiele stehen bis zum Ende der Vorrunde noch auf dem Programm. Erst Ende Februar wird es endlich ernst. Und man braucht sicher keine prophetischen Gaben um vorher zu sagen, dass sich das Interesse der Fans, außer bei den beiden Gastspielen von Garmisch und Rosenheim (dies ausgerechnet am letzten Spieltag, wenn voraussichtlich alles entschieden ist), deutlich in Grenzen halten wird. Die verwöhnten Münchner Zuschauer picken sich halt nur die Rosinen aus dem Spielplan heraus!



Angesichts dieser Erkenntnisse hat in der Geschäftsführung des EHC München ein klarer Sinneswandel stattgefunden. War man vor kurzem in Sachen 2. Liga noch recht skeptisch – nicht zuletzt auch wegen der unrühmlichen Münchner Eishockeyvergangenheit mit diversen Pleiten – so stehen mittlerweile die Ampeln klar auf grün: Man will heraus aus der Oberliga mit den vielen „Dorfvereinen“, die zwar zumeist sehr solide geführt werden, aber weder spielerisch noch finanziell eine echte Herausforderung für den EHC darstellen. Kein Wunder, wenn man die spärlich vertretene Anhängerschar im Gästeblock sieht, die Miesbach, Klostersee oder Füssen mit nach München bringt.

Jürgen Bochanski, Geschäftsführer der EHC Spielbetriebs GmbH, ist dann auch entsprechend optimistisch: „Wir wollen diesmal auf jeden Fall in die 2. Liga. Noch ein Jahr Oberliga wird den Fans schwer zu vermitteln sein.“ Der Vorstand ist gerade dabei, die finanziellen Voraussetzungen für einen Aufstieg zu schaffen. Wie man hören konnte, sind Hauptsponsoren wie die Gothaer Versicherung oder die Mahag (Süddeutschlands größter Autohandelsbetrieb) gewillt, ihr Engagement beim Eishockey fortzusetzen. Und neue Sponsoren, die der EHC sicher gewinnen könnte, wären einer überregionalen Präsenz in der 2. Liga bestimmt nicht abgeneigt.

Das einzige Fragezeichen bei einer möglichen Zweitligazugehörigkeit der Münchner steht hinter den Zuschauern. Sie müssen schließlich auch ihren Teil zu einem erhöhten Etat beitragen. Gewiss wäre da der Reiz des Neuen und die Aussicht auf gut besuchte Derbys gegen Tölz und Landshut. Aber wie werden die Fans reagieren, wenn die Erfolge ausbleiben? Halten sie dann dem Club die Treue oder bleiben sie zu Hause, wenn es etwa gegen unattraktivere Teams wie Bremerhaven oder Essen geht? Eine Frage, die man jetzt beim besten Willen nicht beantworten kann.

Bleibt nur noch ein „Problem“: Der sportliche Aufstieg der Mannschaft. Zwar hat das Team bereits mehrfach bewiesen, dass es durchaus zweitligareif spielen kann, die Frage ist jedoch, ob im entscheidenden Playoff auch die Nerven halten werden. Mit Neuzugang Chris Gustafson und Heimkehrer Patrik Vogl ist man zumindest quantitativ gerüstet. Jetzt braucht man „nur“ noch die wichtigen Spiele zu gewinnen.

Sollte dies nicht der Fall sein, so dürfte man beim EHC nach dieser Saison zumindest wieder auf ein Nachrücken am grünen Tisch hoffen. Wie ESBG-Geschäftsführer Helmut Bauer durchblicken ließ, arbeitet man bereits heftig an einer Neuordnung der Ligen, die durch die Schieflage der Oberliga Nord auch dringend notwendig ist. Dabei werden verschiedene Modelle zur Konsolidierung der ESBG-Ligen entwickelt , über dann abgestimmt werden muss. Warum sollte es da nicht wieder so etwas wie die gute alte „Hacker-Pschorr-Liga“ (2. Liga Süd) geben, die in dieser Form vor etlichen Jahren zu den gesündesten und am besten angenommenen Zweitligakonstruktionen im deutschen Eishockey gehört hat? (an)


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