EHC München: Verlust der Tabellenführung droht
Vierzehn Punkte Abstand auf einen Platz, der nicht für die Meisterrunde berechtigt, ist zweifelsohne ein komfortables Polster bei fünf noch ausstehenden Spielen. Doch dies alleine kann nicht der Anspruch des EHC München sein. Für einen selbsternannten und zweifellos auch authentischen Mitfavorit auf eine Planstelle in der zweiten Bundesliga sollte die Tabelle eigentlich etwas mehr Souveränität dokumentieren als den knappen Vorsprung auf die nach finanziellem Kollaps inklusive Abstieg neu sortierten Heilbronner Falken und dem Aufsteiger aus Rosenheim. Eine beim eigenen Anhang viel diskutierte, schwerlich nachvollziehbare Geberlaune auf fremden Eisflächen, dazu bevorzugt bei den vermeintlich schwächeren Vereinen, hinderte die Truppe von Schorsch Kink am - wie noch zu Beginn der Runde gemutmaßten - Alleingang.
Am kommenden Freitag läuft der EHC München wie schon beim Spitzenspiel in Heilbronn erneut Gefahr, den Spitzenplatz im Tableau zu verlieren. Zwar tritt man vor heimischem Publikum an, mit den Wizards aus Stuttgart kommt jedoch ein unbequemer Gegner ans Oberwiesenfeld. Schon beim letzten Gastspiel in München erdreisteten sich die Schwaben, dem EHC den ersten schwarzen Fleck auf die bis dato makellose Heimbilanz zu kleckern. Auch in der Waldau stand nach einem 4:2 Auftaktsieg zu Saisonbeginn zuletzt eine Niederlage mit umgekehrtem Ergebnis. Ein Blick auf den Kader der "Zauberer" verrät schnell, dass auch hier die Kontingentspieler den Taktstock schwingen. Im Tor steht mit Ty Garner ein Meister seines Faches. Neben dem Münchner Jochen Vollmer zählt er zu den meistgenannten Torhüter, geht es um die Vormachtstellung in der Liga. Garners Einsatz ist jedoch aufgrund eines Risses am Trommelfell fraglich. Als Vertreter stünde der 25jährige Konstantin Bertet bereit. Die Verteidigung gilt als solide. Die 106 bis heute gezählten Gegentore werden gerade einmal von den beiden erstplatzierten Mannschaften, sowie dem EV Ravensburg übertroffen. Punktbester Defender ist der Kanadier Jeff White. Mit 36 Scorer-Notierungen liegt er auf einem Level mit den EHC-Stürmern Alex Leinsle und Fabian von Schilcher. Bei den erzielten Toren liegt man im Ligavergleich zwar nur im hinteren Drittel, doch gibt dieser Wert keinesfalls Aufschluss über die Durchschlagskraft der Schwaben. Mit Jay Woodcroft verfügt man über einen exzellenten Torjäger, Sturmpartner John Sicinski führt zusammen mit dem Garmischer Guidarelli die Wertung der Beihilfen an, ist zudem zweitbester Gesamtscorer. Daneben gelten der ehemaligen Kemptener Andreas Klundt sowie Peter Westerkamp als torgefährliche Offensivkräfte.
Beim EHC München muss Sebastian Schwele aufgrund seiner Disziplinarstrafe vom vergangenen Sonntag pausieren. Neun einsatzfähige Stürmer verbleiben Schorsch Kink dennoch für seine Mottoparty "Rettet die Tabellenspitze". Denkbar auch, dass Martin Schneider als zusätzliche Offensivkraft aufgeboten wird, nachdem mit Alex Wedl ein Langzeitverletzter in die Verteidigung zurückkehrt. Ob der EHC auf Platz eins aus dem Wochenende kommt, erscheint ob des spielfreien Sonntags von je her fraglich. Einzig ein Dreier über die Stuttgart Wizards könnte die Hoffnung am Leben halten. (orab)