EHC München testet Toleranzgrenze seines Anhangs

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Die Endlos-Vorrunde hat in den vergangenen Wochen in einer direkten Proportionalität zu ihrer Länge an Zuschauerinteresse eingebüßt. Zu sehr lechzen Mannschaft wie Fans nach der Meisterrunde, wo endlich jede Partie einem sportlichen Anreiz unterworfen ist. Womöglich sind dann bald auch die äußerst schwankenden Leistungen des EHC München vergessen, die am gestrigen Abend einmal mehr äußerst diskutabel waren. Im Spiel gegen den EC Peiting schien das Team zeitweise sein eigenes Limit zu erforschen, leider in Sachen Minusleistung. Zwei Drittel lang mühte man sich mehr schlecht als recht gegen einen Kontrahenten, der immerhin noch um das Erreichen der ersten sechs Ränge kämpft, dies aber kaum zu vermitteln vermochte. Zum Ende hin gelang es dem Tabellenzweiten wenigstens durch Einzelaktionen zu Treffern zu kommen und das Spiel noch zu seinen Gunsten zu entscheiden.

Eine gut gemeinte Aktion des Vereins, Anhängern des TSV 1860 nach deren Sieg über Erfurt zu Dumping-Preisen Einlass zum Spiel zu gewähren, dürfte ihre Wirkung verfehlt haben. Zwar machte man unter den gut tausend Zuschauern einige mit Fussball-Accessoirs ausgestatte Herrschaften aus. Doch wurde deren Geduld nach einem unterdurchschnittlichen Kick bei zugiger Kälte gleich auf die nächste Probe gestellt. Ein erstes Drittel beispielsweise, so spannend und ereignisreich, dass man es am Besten gleich wieder vergisst. Immerhin fiel nach der Pause der erste Treffer, wenn auch für die falsche Mannschaft. Markus Keppeler brachte die nicht minder biederen Pfaffenwinkler in Front. Dem EHC fiel darauf keine Antwort ein. Die Sturmreihen offerierten wenig Harmonie, die Bindung von Abwehr zu Angriff fand kaum statt. Pete Brearly beispielsweise wirkte neben Andi Attenberger und Patrick Vogl wie ein Abfahrer unter Slalomspezialisten. Seine Leistung ist doch sehr von der Zuarbeit eines Ron Newhook abhängig, an dessen Seite Brearley seine besten Spiele ablieferte.

Das finale Drittel brachte keine großartige Steigerung in spielerischer Hinsicht, versöhnte aber den zwischenzeitlich nachhaltig pfeifenden Anhang etwas. Patrick Vogl, einer der wenigen Aktivposten, setzte sich sowohl im Dribbling als auch gegegn ECP-Goalie Marc Dillmann durch. Das Highlight des Abend war zweifelsohne der Treffer des Kapitäns. Fabian von Schilcher schlenzte den Puck wunderbar ins lange Toreck, nachdem er zwei Gegenspieler am Stück verladen hatte. Das Empty-Net Goal von Mario Jann war schließlich das Produkt gescheiterter Bemühungen von Hans Schmausser, der Partie mit sechs Feldspielern noch eine Wendung zu geben.

Am Rande: Für die Meisterrunde respektive Play Offs bietet der Verein ein Dauerkartenpaket an. Preise werden demnächst bekanntgegeben. Erhältlich sind die Tickets ab dem Heimspiel gegen Rosenheim. Desweiteren gab Vorstand Jürgen Bochanski bekannt, dass Trikotsponsor Gothar (Versicherungen) sein Engagement beim EHC München fortsetzen wird. Im Falle eines Aufstiegs würde die finanzielle Zuwendung in Etwa verdoppelt werden. Bei Leistungen wie der gestrigen braucht man sich in dieser Hinsicht freilich weniger Gedanken zu machen. (orab)

Tore:
0:1 (24:11) Keppeler (Barth, Krabbat), 1:1 (45:15) P.Vogl (Wedl), 2:1 (54:14) v.Schilcher (Leinsle, Gustafson 4-5), 3:1 (57:47) Jann (Leinsle, v. Schilcher - ENG)

Strafen: München 12 - Peiting 8
Schiedsrichter: Alfred Hascher (Miesbach), Velkoski, Rische

Zuschauer: 1129

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