EHC München muss Überstunden machen – Dresden siegt nach Penaltyschießen

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Nachdem der EHC München das erste Playoff-Spiel gegen die Dresdner Eislöwen knapp mit 4:3 für sich entscheiden konnte, sah es am Sonntag lange so aus, als könnten die Münchner auch das zweite Spiel in Dresden gewinnen. Dies hätte nicht nur den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale bedeutet, sondern auch die Qualifikation für die Pokalrunde in der nächsten Saison. Doch es hat nicht sollen sein!



Dabei hatte es so gut begonnen: Tim Leahy gelang bereits nach vier Minuten die wichtige Führung, die bis zur ersten Pause gehalten werden konnte. Leahy ist der einzige Legionär des EHC, der für nächste Saison noch keinen Vertrag erhalten hat. Seine Formkurve zeigt seit einigen Wochen steil nach oben, was böse Zungen mit den anstehenden Verhandlungen, andere wiederum mit seiner ökonomischen Krafteinteilung in Zusammenhang bringen. Jedenfalls scheint er durch seine guten Leistungen und seine wichtigen Tore (am Freitag schoss er kurz vor Schluss den Siegtreffer) mittlerweile bessere Karten im Vertragspoker zu haben.



Die Münchner zeigten auch in der Folge, gestützt auf eine hervorragende Leistung ihres Goalies Jochen Vollmer, eine äußerst clevere Spielweise, die mit dem 2:0 durch Alexander Leinsle belohnt wurde. In Unterzahl mussten sie allerdings kurz darauf den Anschlusstreffer hinnehmen.



Als Mario Jann in der 49.Minute das 3:1 für den EHC gelang, schien das Spiel endgültig zugunsten der Münchner gelaufen. Ganze sieben Minuten und vierzig Sekunden fehlten zum großen Glück Der Anschlusstreffer der Eislöwen weckte jedoch die Lebensgeister der Spieler und der 2600 Fans, die fast schon resigniert hatten, wieder auf, und so fiel im Dresdner Hexenkessel folgerichtig noch der Ausgleich (55. Minute). Der Rest war reine Nervensache: In der Verlängerung fiel kein Treffer mehr, sodass das Penaltyschießen entscheiden musste.

Hier trafen auf Münchner Seite wiederum Leahy und von Schilcher, während Jann und Leinsle verschossen. Den entscheidenden Strafschuss vergab dann Ron Newhook für den EHC. Dresdens Routinier Kaspercyk konnte Jochen Vollmer im Gegenzug überwinden und den Sieg der Eislöwen sicherstellen.



So kommt es nun bereits am Dienstag um 20 Uhr in München zum entscheidenden dritten Spiel der beiden Kontrahenten. Für Spannung ist also gesorgt, was jedoch den Großteil der Münchner Zuschauer völlig kalt lässt. So waren am Freitag nach offizieller Schätzung gerade mal 2200 Besucher im Eisstadion, darunter immerhin rund 400 Dresdner Fans. Dabei bieten die Oberliga-Playoffs besten Sport: Spannung, Dramatik und hohes spielerisches Niveau. Was kann man den Fans denn noch bieten, damit sie endlich in Scharen in die Halle strömen? (an)

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