EHC München: Mit Krampf und Glück zu den ersten Punkten

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Der EHC München konnte einen Fehlstart in die Meisterrunde so gerade noch abwenden. Gegen die Stuttgart Wizards gelang vor nur 1061 Besuchern ein mühevoller 2:1 (1:1,1:0,0:0) Erfolg. Doch zuerst noch einmal zurück zum Freitagsspiel: Der EHC war in Dresden 1:4 unterlegen, worauf die mitgereisten Anhänger bereits begannen, an der Qualität von Mannschaft und Trainer zu zweifeln. Aber ist es so einfach, dass man beim souveränen Meister der Nordgruppe, der neben seinen Kontingentspielern gespickt ist mit eingedeutschten Kräften aus dem Ostblock, mit der Erwartung eines Sieges antritt ? Oder war es vielmehr die Hoffnung auf ein deja vu-Erlebnis. In der vergangenen Saison hat man die Sachsen relativ leicht beherrscht und folglich auch aus dem Aufstiegsrennen eliminiert. Doch die Mannschaft von Jiri Kochta ist heuer ungleich besser besetzt. "Die haben schnelle Außen, sind eine stabile gute Mannschaft", urteilt Schorsch Kink über die Eislöwen. "Da muss schon Alles passen, wenn man da gewinnen will". Nicht gepasst hat ganz offensichtlich das taktische Verhalten im ersten Spielabschnitt. Zwar hochmotiviert und gewillt dem Kontrahenten selbstbewusst entgegenzutreten, doch ohne die nötige Absicherung für die eigene Blaue Linie. So etwas nutzt eine so routinierte Mannschaft wie Dresden eiskalt aus. "Die haben uns ausgebremst", so Kink weiter. Nach dem 0:3 nach zwanzig Minuten war die Partie faktisch gelaufen.

Aller Tage Abend war nach der Auftaktniederlage freilich nicht. Erst recht nicht, nachdem die Münchner gegen die Stuttgart Wizards gestern Abend zu den ersten drei Punkten kamen. Das denkbar knappe 2:1 dokumentiert jedoch nicht die Überlegenheit der Hausherren, gerade in Punkto Schussstatistik. "Wir hatten etwa das Doppelte an Torschüssen, doch der Garner hält gegen uns immer wie der Teufel", trauerte der EHC-Coach den vergebenen Möglichkeiten nach. Fabian von Schilcher brachte dabei das Kunststück fertig, zum Ende der Partie das verwaiste Stuttgarter Gehäuse zu verfehlen, was beinahe mit dem last-minute Ausgleich bestraft worden wäre. Zu bemängeln war in dieser Begegnung primär das Überzahlspiel des EHC. Zweifellos fehlt mit Mike Burman der Stratege mit der meisten Ruhe an der Scheibe, klar ist auch die Marschroute von Kink, über die blaue Linie den Erfolg im Powerplay zu erzwingen. Doch machten es sich seine Schützlinge selbst unnötig schwer, indem sie einfachste Spielsituationen verkomplizierten. Die anfängliche Verunsicherung war den Hausherren spürbar anzumerken. Die Offensivaktionen wirkten verkrampft. Auch nach dem frühen Führungstreffer von Beppi Eckmair stellte sich die Ordnung nur zögerlich ein. Die Folge war der Ausgleich durch Stuttgarts Kapitän Sicinski, der einen Shorthander per schnellem Konter abschloss. Unterzahltore sind aber nicht nur Sache der Gäste. Nach gut der Hälfte des Spiels arbeitete Tim Leahy seinerseits den neuerlichen Vorsprung in numerischer Unterlegenheit heraus. Erstaunlicherweise gab es im weiteren Verlauf keine sonderlichen Höhepunkte mehr. Der EHC kontrollierte das Spiel ohne zwingend nach vorne zu wirken. Referee Sander verwehrte den Gästen noch einen Treffer von Woodcroft, wegen des zuvor verschobenen Gehäuses durchaus zurecht. Resümierend erachtete Schorsch Kink das erste Wochenende der Meisterrunde als weniger gut. Er ist aber zuversichtlich, dass seine Mannschaft sich für die kommenden Aufgaben steigern wird. (orab)

Tore:
1:0 (04:32) Eckmair (v.Schilcher, Leahy), 1:1 (16:52) Sicinski (4-5), 2:1 (33:20) Leahy (Newhook 4-5)

Strafen: München 6 - Stuttgart 8
Schiedsrichter: Axel Sander (EC Peiting im TSV) - Haas, Pichlmair

Zuschauer: 1061

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