EHC München: Mehr Teams und mehr Professionalität

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Wer in diesen Tagen Neuigkeiten über den Oberligisten EHC München erfahren möchte, sollte nicht nur den Sport-, sondern mitunter auch den Wirtschaftsteil der Lokalzeitungen studieren. So konnte man Anfang dieser Woche im Handelsregister unter dem Aktenzeichen HRB 152 473 folgende Veröffentlichung lesen:

Neueintragung: EHC München Spielbetriebs GmbH, Stammkapital 60.000 Euro, Geschäftsführer Jürgen Bochanski.



Mancher Fan reagierte leicht irritiert auf diese überraschende Meldung, nachdem der Vorstand des EHC noch vor zwei Monaten keinen Handlungsbedarf zu einer GmbH-Gründung gesehen hatte. Doch mittlerweile ist einiges passiert, was die Trennung in einen Profi- und einen Amateurbereich notwendig macht. So gibt es beim Oberligisten neben der Jugend bald auch eine 1b- sowie eine Damenmannschaft. Zum Schutz dieser Amateurteams schien es dem Vorstand angebracht, die Profimannschaft, deren Etat mittlerweile bei ca. 800.000 Euro angelangt ist und die mittelfristig den Aufstieg in die 2. Bundesliga anstrebt, organisatorisch auszulagern.



Hauptgesellschafter dieser GmbH und gleichzeitig deren Geschäftsführer ist der 1. Vorsitzende des „alten“ EHC e.V, Jürgen Bochanski. Die restlichen Anteile halten die anderen Vorstandsmitglieder des e.V. sowie der e.V. selbst. Mit einer Mindesteinlage von 2.500 Euro kann jeder dieser GmbH beitreten und Anteile zeichnen. Man hofft beim EHC, dass durch die GmbH-Gründung etlichen Sponsoren und Investoren der Zugang zum Münchner Eishockey erleichtert wird. Jürgen Bochanski spricht sogar davon, dass die neue Kapitalgesellschaft auf Gewinnerzielung ausgerichtet sein soll. Dies wäre dann wohl ein einmaliger Fall im deutschen Eishockey, dass man mit dieser Sportart finanziellen Ertrag erwirtschaften könnte.



Was die sportliche Seite betrifft, so hat der EHC eine Anfrage der ESBG wegen eines möglichen Aufstieges in die 2. Liga abschlägig beantwortet. Nachdem der eine oder andere Zweitligist (Nauheim?) möglicherweise auf seinen Platz verzichten muss, wären die Münchner als erster Nachrücker für die höhere Liga qualifiziert. Während in den vergangenen Jahrzehnten im Münchner Eishockey leider allzu häufig der Größenwahn (verbunden mit diversen Rückzügen und Pleiten) regiert hat, ist die gezeigte realistische Haltung der derzeitigen Führung nur zu begrüßen. Auch wenn es manche Fans nicht einsehen wollen, das Team ist in der Oberliga sicher besser aufgehoben. Denn genau diese sogenannten Anhänger würden bei den zu erwartenden häufigeren Niederlagen in der 2. Liga der Mannschaft sicher als erste den Rücken kehren.



Das Gerippe der Mannschaft hat sich im Vergleich zur letzten Saison nur unwesentlich verändert. Ein Top-Stürmer sowie ein ausländischer Verteidiger sollen noch verpflichtet werden. Wenn dies gelingt, dann ist das Team sicher stark genug, in der Oberliga wieder eine führende Rolle zu spielen und den sportlichen Aufstieg anzupeilen. (an)

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