EHC München kommt auf Touren: 10:5 gegen Miesbach

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Nach sehr mäßigen Leistungen in Garmisch und Peiting wollte der EHC München endlich wieder einmal spielerisch glänzen, was zwei Drittel lang hervorragend gelang. 1200 Zuschauer sahen gestern Abend, wie die Münchner den TEV Miesbach mit 10:5 (4:0, 6:1, 0:4) bezwangen. An Toren mangelte es dem Spiel beileibe nicht, wohl aber an Kontinuität, wie die Drittelergebnisse zeigen.



In den ersten beiden Abschnitten hätte es allerdings für den EHC nicht besser laufen können. Nach einer ordentlichen „Standpauke“ vergangenen Dienstag schien sich die Mannschaft wieder zusammengerissen zu haben. Dominanter als in den ersten beiden Dritteln kann man nicht spielen. Selbst in Unterzahlsituationen wie in der 10. und in der 13. Minute beherrschten die Münchener Miesbach deutlich. Auch die Attraktivität der Treffer war bemerkenswert: Kreuzeck, Schlagschuss und Solo, der EHC ließ keine Möglichkeit aus.



Auffällig war, dass Trainer Georg Kink trotz Verletzungen von Jochen Vollmer, Alexander Wedl und Robert Steinmann auf den Einsatz von Andreas Attenberger, Daniel Schury und Sebastian Schwele verzichtete. Gleichbedeutend mit dieser Maßnahme war die Umstellung der zweiten und dritten Sturmreihe, was sich letztendlich auch bezahlt machte. Leinsle, Kink und Florian Vollmer harmonierten erstaunlich gut. Auch die Nordamerikaner Brearley und Newhook, die mit Josef Eckmair in einer Reihe spielten, scheinen zu ihrer alten Form zurückgefunden zu haben. Ob er auch in Zukunft auf drei komplette Formationen setzen und jeweils drei Stürmer pausieren lassen wird, ließ EHC-Trainer Georg Kink offen: „Die neun besten Stürmer haben heute gespielt. Die anderen müssen sich durch gute Leistungen wieder empfehlen.“



Einziger Wehmutstropfen des Spieles waren die vier Treffer von Miesbach im dritten Drittel. Denn mit der Einwechslung des zweiten Torwarts von Miesbach , Markus Voit, kam die Wende. Schnell fühlten sich die Münchner Fans in die letzte Saison zurückversetzt, wo sicher geglaubte Spiele leichtfertig verschenkt wurden. An der Einstellung bei einem hohen Torepolster muss gearbeitet werden, denn der EHC wird nicht jedes Mal mit 10:0 in Führung gehen.



Nicht ganz unbeteiligt an den Miesbacher Treffern war der Münchner Ersatztorwart Kevin Kühnhackl, der erstmals in einem Punktspiel zum Einsatz kam. EHC-Trainer Kink nannte dessen Leistung „noch vertretbar“, ließ allerdings bereits seit längerem durchblicken, dass er kein großes Vertrauen in dessen Können hat. Trotzdem wird Kink wohl noch längere Zeit mit dem Ersatztorwart vorlieb nehmen müssen. Nach einer vorläufigen Diagnose von Vereinsarzt Dr. Schröder wird Stammgoalie Joey Vollmer wegen eines Innenbandschadens voraussichtlich noch zwei bis vier Wochen pausieren müssen. Kink muss sich deshalb fragen lassen, ob es angesichts dessen nicht besser wäre, Kühnhackl den Rücken zu stärken. Schließlich wartet am nächsten Freitag beim großen Oberbayernderby in Rosenheim ein hochmotivierter Gegner auf den EHC München. Und da werden die Münchner einen guten, selbstbewussten Torwart dringend brauchen. (ke/an)



Tore: 1:0 (3:23) Mario Jann (Leahy, v. Schilcher); 2:0 (4:05) Josef Eckmair (Brearley, Newhook); 3:0 (7:34) Mike Burman (Brearley, Newhook): 4:0 (18:33) Tim Leahy (Kühnhackl, Hiemer); 5:0 (24:43) Peter Brearley (Newhook, Echmair); 6:0 (28:24) Thomas Vogl (Vollmer, Kink); 7:0 (30:23) Peter Brearley (Newhook, Eckmair); 8:0 (30:44) Alexander Leinsle (Vollmer, Kink); 9:0 (34:27) Tim Leahy (Vogl, Burman); 10:0 (35:38) Thomas Vogl (Brearley, Eckmair); 10:1 (37:39) Emanuel Pöppel (Waldschütz, Allen); 10:2 (41:03) Robert Davis; 10:3 (50:42) Robert Davis (Schmidt, Rappold); 10:4 (53:30) Julian Schmidt (Veicht, Stangl); 10:5 (54:19) Robert Davis (Schäffler, Veicht)

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