EHC München gewinnt Traditionsderby gegen Rosenheim

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Dass das Derby des EHC München gegen die Starbulls aus Rosenheim kein ganz normales Oberligaspiel sein würde, konnte man bereits im Vorfeld der Begegnung erkennen: Seitenweise befehdeten sich die Fans beider Lager im Internet und pflegten ihre traditionelle gegenseitige Abneigung. Und die Vorberichte der Münchner Boulevardpresse stilisierten das Spiel gar zum Hassduell hoch.



So war es dann kein Wunder, dass das Eisstadion im Olympiapark eher einem Hochsicherheitstrakt als einer Sporthalle ähnelte. Ein riesiges Aufgebot an Sicherheitsdienst und Polizei durchsuchte jeden Zuschauer ganz akribisch und sorgte dafür, dass sich am Eingang lange Schlangen bildeten und das Spiel mit Verspätung begann. Ob es allerdings nötig war, selbst VIPs und Pressevertreter, die einen separaten Eingang benützen, wie Schwerverbrecher zu durchsuchen, sei dahingestellt. Es handelte sich schließlich um ein Oberligaspiel und keinen Terroristenprozess. Die Verärgerung der Besucher war jedenfalls groß, zumal sie sich teilweise auch noch von der einen oder anderen Uniformträgerin beschimpfen lassen mussten.



Eishockey wurde dann natürlich auch noch gespielt. Allerdings konnte die Begegnung in keiner Phase den hohen Erwartungen gerecht werden, die gut 5000 Zuschauer vorher gehabt hatten. Das Derby war geprägt von viel Taktik und übergroßer Nervosität auf beiden Seiten. Außerdem versuchte DEL-Schiedsrichter Deubert von Anfang an, jegliche Härten durch relativ kleinliches Pfeifen zu unterbinden, was dem Spielfluss alles andere als zuträglich war. Dafür sorgten die Strafzeiten dafür, dass wenigstens Tore fielen: Bereits nach 1.07 Minuten nutzten die Gäste eine Unaufmerksamkeit der Münchner Abwehr, um in der ersten Überzahl die Führung zu erzielen. Patrick Senger lief alleine auf das erstaunlicherweise doch vom verletzt gemeldeten Jochen Vollmer gehütete EHC-Tor zu und vollendete souverän. Doch bereits zwei Minuten später gelang Ron Newhook der Ausgleich für die Münchner. Diesmal hatten die Gastgeber sogar zwei Spieler mehr auf dem Eis und nutzten dies zu einem druckvollen Powerplay, das der kanadische Stürmer des EHC mit einem Nachschuss aus spitzem Winkel vollendete.

Nach diesem turbulenten Auftakt verflachte die Begegnung zusehends. Zwar erkämpfte sich der Spitzenreiter aus München ein spielerisches Übergewicht, aber der diesmal erstaunlich sichere Gäste-Goalie Robert Haase ließ keinen Treffer mehr zu.



Im zweiten Drittel das gleiche Bild: Konzentrierte und kompakte Abwehrarbeit der Starbulls machte es dem EHC schwer, ein gutes Kombinationsspiel aufzuziehen. Erst eine erneute Überzahl brachte die Münchner in Führung: Verteidiger Mike Burman gelang in der 26. Minute mit einem Distanzschuss das 2:1. Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl niemand geglaubt, dass damit bereits das Endergebnis feststand. Doch während die Starbulls weiter konzentriert in der Defensive arbeiteten und damit dem EHC jeglichen Raum für produktive Angriffe nahmen, scheiterten ihr offensiven Bemühungen zumeist kläglich. Außerdem erwies sich EHC-Torwart Vollmer bei den wenigen gefährlichen Schüssen der Rosenheimer als Meister seines Faches. So blieb es dann in einem Spiel, das keine große Begeisterung aufkommen ließ, beim verdienten 2:1 des EHC München.

Starbulls-Trainer Chyzowski lobte dann auch nach dem Spiel die Abwehrarbeit seines Teams. „Wir wollten hier zwar gewinnen, aber die Münchner waren besser besetzt und haben ihre Überzahlsituationen genutzt. Kompliment an unseren Torwart Haase, der eigentlich die Nummer Zwei ist, aber heute hervorragend gehalten hat“, meinte er.



EHC-Trainer Kink ging erst einmal auf die vergangene Woche und die Kopfverletzung seines Sohnes ein: „Wir haben eine turbulente Woche hinter uns. Zum Glück geht es meinem Sohn schon viel besser. Er kann spätestens Donnerstag die Klinik wieder verlassen.“ Zum Spiel selbst meinte Kink: „Rosenheim war viel stärker als im Hinspiel. Wir erlebten heute ein reines Kampfspiel, das für die Zuschauer nicht sehr schön anzusehen war. Hauptsache, wir haben gewonnen.“ Zur Torwartproblematik sagte der EHC-Trainer dann noch einen bemerkenswerten Satz: „Man hat heute wieder gesehen, dass ein Joey Vollmer selbst mit 70 % Leistungsvermögen noch besser ist als unsere anderen Torhüter.“ So kann man das Selbstvertrauen seiner Ersatztorhüter auch stärken. (an)

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