EHC München erster Tabellenführer der Meisterrunde

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Die Münchner Fans haben es wohl vorausgeahnt: Vor dem ersten Spiel der Meisterrunde gegen den erklärten Aufstiegsfavoriten aus Essen hielten sie ein Spruchband hoch mit der Aufschrift: „Wir haben noch lange nicht genug!“ Und genauso präsentierte sich das Team des EHC in den ersten beiden Begegnungen. Die Moskitos aus Essen mussten, nach Vorteilen im ersten Drittel, die spielerische Überlegenheit des Oberligaaufsteigers anerkennen und froh sein, am Ende nur mit 2:3 verloren zu haben. Auch am Sonntag, beim SC Mittelrhein in Neuwied, fand diese Überlegenheit ihre Fortsetzung. Der EHC siegte aufgrund einer sehr disziplinierten und konzentrierten Mannschaftsleistung verdient mit 3:0. Mario Jann, Alexander Leinsle und Sebastian Schwele schossen in regelmäßigen Abständen die Tore und ließen Neuwied nicht den Hauch einer Chance. Als sich das Team dann auf die lange Rückreise nach München machte, war es plötzlich Tabellenführer, während so hoch eingeschätzte Mannschaften wie Dresden, Essen oder Bremerhaven nur im Mittelfeld zu finden sind. Auch dies haben die Münchner Fans schon gewusst, als sie vor dem Essen-Spiel das Transparent „Geld schießt keine Tore“ pinselten.



Am kommenden Wochenende muss der EHC München seine Spitzenstellung gegen zwei führende Teams der Oberliga Südost behaupten. Dabei geht es zuerst zu den Dresdner Eislöwen, die bereits mächtig unter Druck stehen, nachdem sie die beiden Auftaktspiele verloren haben. Das Münchner Team, das wieder komplett antreten kann (Fabian von Schilcher hat seine Knieverletzung auskuriert), wird sich auf einen heißen Tanz gefasst machen müssen. Am Sonntag empfängt der EHC die Hannover Indians, die ebenfalls Aufstiegsambitionen hegen. Bei dem riesigen Selbstvertrauen, das die Münchner in den vergangenen Spielen getankt haben, wäre es keine Überraschung mehr, wenn sie sich in der Spitzengruppe festsetzen könnten. Hauptgründe für diesen Höhenflug sind einerseits wohl die Ausgeglichenheit des gesamten Teams und andererseits sicher die Tatsache, dass der EHC ganz unbeschwert aufspielen kann. Schließlich verlangt keiner den neuerlichen Aufstieg. Ganz im Gegenteil: „Eine Konsolidierung in der Oberliga wäre wirtschaftlich wesentlich vernünftiger“, wird Präsident Bochanski nicht müde zu erklären. Allerdings würde, im Falle des Falles, „keiner dem Team den Aufstieg verbieten“. Doch so weit ist es noch lange nicht. Nächstes Ziel ist das Erreichen der Playoff-Runde, wobei man den vierten Platz anstrebt.



Wenn jetzt die Münchner Eishockeyzuschauer endlich auch die Erfolge des EHC anerkennen und verstärkt in die Eishalle kommen würden, könnte das Glück vorerst perfekt sein. Während sich in anderen Hallen die Fans drängeln (Essen hatte gegen Bremerhaven über 4000 Besucher), kamen zum Spitzenspiel in München ganze 1628 Zuschauer. Und das trotz Fußballpause und Beginn der Meisterrunde, wo es endlich „um etwas geht“. (an)