EHC München: Auswärtsmisere hält an - Blamage beim Aufsteiger in Baden

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Es war einmal eine kleine beschauliche Gemeinde im badischen Hinterland. Hügelsheim nennt sich der Ort, der über ein Eishockeyteam verfügt, das es mit bescheidenen Mitteln bis hin zur Drittklassigkeit schaffte. Nun messen sich die Cracks der "Hornets" - so der für eine erste Mannschaft übliche animalische Beiname - mit der Elite der Eishockeytradition. Füssen, Riessersee und Rosenheim heißen die Gegner in der Oberliga Süd/West. Auch der EHC München zählt dazu, aber die sind im Hinblick auf Etat, Spielermaterial und Zuschauerzahlen Lichtjahre entfernt. Sind sie wirklich ? Wie ist dann aber die Niederlage am gestrigen Sonntag aus realistischen Gesichtspunkten zu erklären ? Immerhin kostet die gesamte Hügelsheimer Mannschaft in Etwa soviel wie die erste Münchner Verteidigung. Simpel und in einem Satz rekapituliert: Mannschaftliche Geschlossenheit und Leidenschaft triumphieren gegen Überheblich- und Lustlosigkeit. Am Ende stand vor der sagenumwobenen Kulisse von 271 Zuschauern ein 5-3 für die Badener zu Buche und für den EHC München die Erkenntnis, dass auch sogenannte Underdogs zu Überraschungen fähig sind, begegnet man Ihnen nicht mit dem nötigen Ernst.

 
 

Zu Beginn konnte der Tabellenführer seiner Favoritenrolle noch annähernd gerecht werden. Zwei Treffer von Kapitän von Schilcher sorgten für eine knappe Führung zur ersten Pause, Blaine Bablitz glich zwischenzeitlich aus. Zu respektvoll agierten die personell arg gebeutelten Hausherren, die quasi mit dem letzten Angebot aufliefen. In Abschnitt zwei versuchte der Gast das Ergebnis zu verwalten, spielte pomadig und ohne Esprit. Der Ausgleich von Tim Herman war die logische Folge für nun wesentlich mutigere Hornets. Insbesondere die Reihe um die Kontingentspieler Bablitz und dem überragenden Herman brachte so einige Konfusion in die Münchner Hintermannschaft. Dass sich bis zum erneuten Seitenwechsel nichts mehr am Ergebnis änderte, hatten die Kink-Schützlinge vornehmlich ihrem Schlussmann zu verdanken. Kevin Kühnhackl hielt sein Team mit einigen starken Saves im Spiel. 
 

Das gleiche Bild bot sich auch im letzten Drittel. Weder änderten die EHC-Cracks ihre Einstellung, noch Coach Kink etwas an den Reihen bzw. der Taktik. Sogar bei numerischer Überlegenheit wurde es kaum einmal gefährlich vor dem Hornets-Gehäuse. Ein Doppelschlag der Gastgeber knapp zehn Minuten vor dem Ende entschied das Spiel. Müßig zu erwähnen, dass es die beiden besten Spieler des Abends waren, die für das Happy End sorgten. Tim Herman legte vor, Blaine Bablitz erhöhte keine Uhrzeigerumdrehung später. Zwar verkürzte Beppi Eckmair noch einmal im Powerplay, doch Sekunden vor dem Ende beseitigte abermals Tim Hermann die letztem Zweifel am Triumph. Niederlagen auf fremdem Eis werden für den EHC München langsam aber stetig zur Gewohnheit. Mit dieser Einstellung jedoch dürfte es mit Tabellenführung wie Zuschauergunst bald vorbei sein. (orab) 
 

 Tore: 

0:1 (05:59) v.Schilcher (Steinmann), 1:1 (07:25) Bablitz (Herman), 1:2 (18:32) v.Schilcher (Leahy, Steinmann), 2:2 (29:35) Herman (Bablitz), 3:2 (52:22) Herman (Heringer, Bablitz), 4:2 (53:21) Bablitz (Lizotte), 4:3 (56:54) Eckmair (Newhook, Burman), 5:3 (59:42) Herman (ENG) 
 

Strafen: Hügelsheim 10 - München 16 

Schiedsrichter: Uwe van de Fenn (Grefrath) 

Zuschauer: 271

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