Duell der Erzrivalen steht an - München gegen Rosenheim

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Eine ausverkaufte Eishalle - wie zu Zeiten von Hedos München - wird es am Freitag mit großer Sicherheit nicht geben. Nichtsdestotrotz mobilisiert das immerjunge Duell der beiden oberbayerischen Rivalen die Zuschauer. Denn so grün, wie die Trikots der Starbulls, so wenig grün sind sich die beiden Fanlager. Die Voraussetzungen sind inzwischen andere als Anfang der neunziger Jahre. Da stieg der EC Hedos in die Bundesliga auf und versuchte fortan dem etablierten Altmeister den Rang abzulaufen. Was Jahr für Jahr auch immer mehr gelang, wenn auch unter Einsatz nicht vorhandener Finanzmittel. 
 

Nun sind die Landeshauptstädter ihrem Kontrahenten einen Schritt voraus. Vor zwei Spielzeiten noch zusammen in der Bayernliga um den Aufstieg gekämpft, setzte sich der EHC im letzten Augenblick durch und kann von daher bereits mit einer Sasion Oberligazugehörigkeit aufwarten. Während für den SBR ausschließlich der Einzug in die Meister- respektive Play Off-Runde maßgebend ist, hat man sich in München bereits ambitioniertere Ziele gesteckt. Der Aufstieg in die zweite Bundesliga möchte es dann bitteschön schon sein. Das Potential der Mannschaft mag für die Umsetzung der Vorgaben zweifellos ausreichend sein, doch präsentiert sich das Team seinen Anhängern oftmals mit zwei Gesichtern. Sechs Auswärtsniederlagen musste der EHC bereits hinnehmen, unter anderem bei eher hausbackeneren Gegnern wie Hügelsheim oder Klostersee. Der Vorwurf der Fans, die Spieler würden nicht in jeder Begegnung ihre Ressourcen ausschöpfen, ist so abwegig nicht. Im Gegensatz zu den durchwachsenen Darbietungen auf fremden Eis, gab es zuhause nämlich meist relativ locker, zudem auf spielerische Art herausgeschossene Erfolge. Erst zuletzt gegen Stuttgart (erste Heimniederlage) und Peiting stockte die auch die heimische Angriffsmaschinerie etwas. Andere Gerüchte besagen, dass einige EHC-Cracks gar nicht aufsteigen wollen, weil sie zwingend aussortiert würden und somit auf formidable Bezahlung verzichten müssten. Derartigen Spekulationen sollte man aber zu diesem Zeitpunkt der Spielrunde nicht weiter Nahrung geben, zumal es keine ausreichenden Anhaltspunkte in diese Richtung gibt.  
 
Aus sportlicher Sicht heißt es für den Tabellenführer primär die Torhüterfrage zu lösen. Ob Steffen Karg für das Wochenende von Ingolstadt freigegeben wird, klärt sich erst kurzfristig. Sollte Dennis Hipke im Tor stehen, der in seinen ersten beiden Partien ebenso wenig überzeugen konnte wie zuvor Kevin Kühnhackl, wären die Sturmformationen gut beraten, verstärktes Backchecking zu betreiben, um größeres Unheil vom eigenen Gehäuse fernzuhalten. Vielleicht reicht die Zeit aber sogar, um Stammtorhüter Vollmer ausreichend gesunden zu lassen. Während Pete Brearley nach familiär bedingter Auszeit wieder auflaufen sollte, haben die Münchner seit Sonntag einen gravierenden Ausfall zu verkraften. Schorschi Kink, seit Wochen stets einer der auffälligsten Akteure, bekam in Miesbach eine Scheibe ins Gesicht. Zunächst sah es lediglich nach einer Gehirnerschütterung aus, die kaum eine Spielpause nach sich gezogen hätte. Am frühen Dienstag musste Kink junior wegen starken Kopfschmerzen in die Klinik. Die ernüchternde Diagnose: Fraktur der Schläfe ! Eine Operation ist unumgänglich, der Druck müsse vom Gehirn genommen werden. Mindestens sechs Wochen muss der EHC auf seinen jungen Angreifer verzichten.  
 
Was Ausfälle betrifft, können die Starbulls ein Lied singen. Erst am letzten Wochenende verletzten sich Heini Schiffl, Michael Pohl, Thomas Brandstädter und Michael Fröhlich. Thomas Dolinski fehlt einer Knöchelverletzung wegen bereits länger. Trotzdem sind die Rosenheimer hochmotiviert. Mit den Erfolgen über Miesbach und Hügelsheim verbuchte man vergangenes Wochenende erstmals die volle Punktzahl. Dazu können Stürmer vom Kaliber eines Andi Schneider oder Mondi Hilger ob ihrer Erfahrung aus höheren Klassen jederzeit mit Einzelaktionen effiziente Aktionen hervorrufen. Auch Kontingentspieler Stasiuk zeigte sich zuletzt stark verbessert. Vorsicht ist also geboten, auch wenn das weiß-blaue Fanlager von einer ähnlichen Demütigung träumt, wie sie dem SC Riessersee (11:1) widerfahren ist. Ob die von den Münchner Machern erhoffte Zuschauerzahl in einer Größenordnung von 3500 in einem eher belanglosen Vorrundenspiel zu realisieren sein wird, bleibt indes abzuwarten. Eine stattliche Kulisse ist jedoch garantiert, ebenso wie dem EHC die Favoritenbürde. (orab)


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