Dresden: 2000 Kuscheltiere und ein starkes Drittel waren nicht genug

Lesedauer: ca. 3 Minuten

"Ein Spiel, in dem es um nichts mehr ging", so tuschelte es von den Rängen der

Dresdner Fans. Mit einer so herben Niederlage hatte aber dann doch keiner

gerechnet. Dabei fing alles so schön an, mit der Aktion: „Erster Eislöwen

Teddywurf“, wollten die Veranstalter Einrichtungen wie Krankenhäuser,

Kinderheime und soziale Projekte unterstützen. Dazu sollte jeder Fan ein

Kuscheltier mitbringen und es beim ersten Eislöwentor, aufs Eis werfen. Das die

Fans aber damit bis zum letzten Drittel warten mussten, hätte keiner geglaubt.

Vor 2509 Zuschauer kassierten die Gastgeber eine mehr als bittere Heimpleite und

verloren am Ende mit 2:5.

Auch an diesem Spieltag fehlte wieder fast eine komplette Reihe. So stand

der Dauerverletzte Petr Sikora (Bänderanriss) wie gewohnt als Interimstrainer

hinter der Bande. Weiterhin pausieren mussten Jason Deleurme

(Schleimbeutelentzündung), Martin Hamann (Erkältung) und Pavel Vit

(Knieprobleme). Im Tor stand nach der Niederlage in Leipzig am Freitag erstmals

wieder Norbert Pascha.

Alles andere als ein Start nach Maß erwischten die Gastgeber. In der 9.

und 12. Minute, sorgte der Rostocker Anton Bauer für klare Verhältnisse und

brachte seine Mannschaft mit zwei Toren in Führung. Im weiteren Verlauf hatten

die Eislöwen der cleveren Abwehr der Piranhas, nichts entgegenzusetzen. So

endete das erste Drittel 0:2.

Als wäre gar keine Drittelpause dazwischen gewesen, ging es weiter. Auch

diesmal kamen die Eislöwen einfach nicht ins Spiel. Man überlies es dem Gegner

die Tore zumachen. Dieser nahm die zahlreichen Geschenke auch dankend an. So

erhöhte nach nur 68 Sekunden Martin Ekrt auf 0:3. Dem nicht genug, reichlich 7

Minuten später erzielte Martin Vojack für die Gäste gar das 0:4. Mit einem 4

Tore Vorsprung der Rostocker ging es in die letzte Drittelpause.

Wie verwandelt schien es, kamen die Eislöwen zurück aus der Kabine. Nach

nur 16 Sekunden war es dann soweit. Dank Jason Lundmark warfen die Zuschauer

reichlich 2000 Kuscheltiere auf das Eis. Rund 8 Minuten später keimte bei dem

2:4 Treffer von Kilian Glück noch einmal Hoffnung bei den Dresdner Fans. Zumal

die Gastgeber das Tempo des Spieles extrem angezogen hatten. Leider kam es, wie

es kommen musste, wenn man zu viel nach vorn spielt, leidet die Defensive. So

machten die Gäste durch den Alleingang von Christian Herrmann den Sack zu und

gewannen verdient mit 2:5.

Stimmen nach dem Spiel:

Wolfgang Wünsche (Rostock): „Wir sind nach Dresden mit gemischten

Gefühlen gekommen. Dresden ist eine starke Mannschaft, technisch auch sehr gut

und schnell. Die können wunderbares Eishockey spielen. Wir haben gesagt ein

Punkt wäre gut, jetzt sind es 3 geworden das ist natürlich besser und ich freu

mich. Wenn man als Interimstrainer einsteigt, kann es gut gehen oder auch nicht.

Ich hatte das Glück, dass ich der DDR früher selbst Nationalmannschaft gespielt

habe und ich weiß, wenn die Mannschaft verklemmt ist, dass man sie im Kopf lösen

muss. Das ist mir gelungen, wie man gegen die Eisbären und auch heute gesehen

hat. Denn Eishockey ist kein Fußball oder Handball. Wir sind auf dem

unglücklichen 5. Platz. Die oben und unten spielen weiter aber für uns ist am

Sonntag Schluss, Finish, Feierabend.“

 

Marian Hurtik (Dresden): „Ich habe das Spiel von oben angeschaut und muss

den Rostocker wirklich ein Kompliment zum Sieg machen. Wir haben nicht nach vorn

und nicht nach hinten gespielt, sondern nur in der Mitte versucht Eishockey zu

spielen und keine Akzente gesetzt. Wir haben schnell viele Punkte gehabt und

irgendwo ist in den Köpfen geblieben, dass wir nicht mehr machen müssen. Wenn

wir rechtzeitig nächste Woche aufwachen, und wieder komplett sind werden wir

ganz anderes Eishockey spielen. Das muss nicht aus den Beinen und den Armen

kommen, sondern aus dem Kopf. Ich wünsche dem ganzen Verein, egal ob der Hurtik

an der Bande steht oder auf der Tribühne sitzt, dass wir aufsteigen, denn wir

werden aufsteigen.“

(ov - Foto by

Michael Söckneck: Nach dem Eislöwen Teddywurf, rund 2000 Kuscheltiere auf dem

Eis. )

 

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