Drei Tore in 61 Sekunden

Rote Laterne in Füssen gelassenRote Laterne in Füssen gelassen
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Die Starbulls Rosenheim gewannen am Sonntagabend gegen die EV Füssen „Leopards“ vor 1463 Zuschauer mit 9:4.

Das war ein Abend im Rosenheimer Kathrein-Stadion: 30 Minuten waren die etwa 20 mitgereisten Gäste-Fans obenauf, lagen doch ihre Leopards mit 3:2 in Führung. Doch dann folgte ein sagenhafter Zwischenspurt der Starbulls, die sechs Minuten später mit 7:3 vorne lagen. SBR-Trainer Markus Berwanger musste neben den Langzeitverletzten Ryan Smith, Stephan Gottwald und Gabriel Krüger auch noch auf Christian Gegenfurtner (Magen-Darm-Grippe) und Goalie Olli Häusler (Bauchmuskelverletzung) verzichten. Da DNL-Verteidiger Sinan Akdag eine kleine Verschnaufpause erhielt, ließ Berwanger die etatmäßigen Stürmer Patrick Senger und Andi Schneider wie schon in Miesbach in der Abwehr spielen und agierte mit drei ausgeglichen besetzten Blöcken. Und alle Sturmreihen hatten ihren Anteil an diesem Kantersieg, der höchste Erfolg in der laufenden Saison.

Zunächst war es die Reihe mit Paul Weismann, Patrick Hager und Thomas Weiszdorn, die für das 1:0 verantwortlich zeichneten, denn in der siebten Minute fälschte Weismann am Torraum stehend eine Hereingabe von Weiszdorn ab. Bis zur ersten Pause kassierten die Hausherren zwei Strafzeiten, die Füssen jeweils zu Treffern nutzte. In der 15. Minute glich Ruslan Bezshchasnyy aus, in der 19. Minute brachte Troy Stephens seine Farben in Front.

Dass die Rosenheimer das so gefürchtete zweite Drittel engagiert angingen, zeigte sich bereits nach 35 Sekunden, als Stephan Stiebinger nach einem Bauerntrick noch vergab. Besser lief es in der 22. Minute für Mondi Hilger, der aus dem Slot das 2:2 erzielte. Doch die Freude über den Ausgleich währte nur bis zur 27. Minute, Torschütze zum 2:3 war Kevin Gardner. Danach spielten allerdings nur noch die Grün-Weißen: Nach 30 Minuten und fünf Sekunden wurde Anton Bernard bei einem Solo irregulär am Schuss gehindert, der gute Hauptschiedsrichter Seckler entschied auf Penalty, den Patrick Neundorfer verwandelte. In der 32. Minute fälschte Hilger in numerischer Überlegenheit einen Schlagschuss von Patrick Senger zur 4:3-Führung ab. Anschließend ging es Schlag auf Schlag: In Minute 35 klappte der Bauerntrick von Stiebinger besser als zu Beginn des Drittels – 5:3. 23 Sekunden später markierte „Neu-Torjäger“ Weismann das 6:3, womit EVF-Keeper Martin Ullsperger seinen Arbeitstag für beendet erklärte und für Andrè Irrgang Platz machte. Doch auch Irrgang hatte nicht viel mehr Glück, denn nur weitere 38 Sekunden später war Neundorfer (spielte in einer Reihe mit Hilger und Kempf) zum 7:3 erfolgreich. Endgültig entschieden war die Partie schließlich in der 38. Minute, nachdem SBR-Torhüter Danijel Kovacic einen Penalty von Eric Nadeau entschärfte.

Im Schlussabschnitt fielen noch drei Treffer. Zunächst spazierte Jeff White (leistete bei den ersten drei Füssener Tore jeweils die Vorarbeit) durch die Rosenheimer Hintermannschaft und verkürzte auf 4:7 aus Sicht der Allgäuer. In der 48. Minute stellte jedoch Patrick Neundorfer (sein dritter Treffer des Tages) nach einer Einzelaktion den alten Abstand wieder her. Das Endergebnis fixierte Weiszdorn in der 52. Minute.

Trainerstimmen:

Wolfgang Koziol (EV Füssen): Beide Mannschaften waren 30 Minuten gleichwertig, kein Team hatte ein besonderes Übergewicht. Dann habe ich aber keinen Füssener, sondern nur noch Rosenheimer gesehen. Der einzige, der mir leid tut, ist Torhüter Martin Ullsperger. Der EV Füssen wird ziemliche Probleme bekommen, wenn sich weiterhin Spieler, vor allem die Ausländer, nur auf ihre Punkte konzentrieren. Für mich war es das letzte Spiel als Trainer. Ab Montag oder Dienstag ist ein neuer Trainer da.

Markus Berwanger (SBR): Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Trotz vieler Ausfälle haben alle gut nach hinten gefightet. Ein Lob geht auch an Patrick Senger und Andi Schneider, die ich wieder Verteidiger gespielt haben. Fünf Tore in etwas mehr als fünf Minuten ist aller Ehren wert. Das dürfen wir und die Fans jetzt mal genießen, denn wir müssen uns alles hart erarbeiten, weil uns die spielerischen Mittel fehlen. Ab Dienstag müssen wir uns aber für die nächsten Aufgaben präparieren.