Drei Sekunden fehlen den Hawks zur Überraschung

Indians zu Gast bei den Black HawksIndians zu Gast bei den Black Hawks
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Komplimente haben die Passau Black Hawks nach dem Spiel gegen die Hannover Indians jede Menge bekommen – Punkte nicht. Die hervorragende Leistung der Gastgeber gegen den Favoriten wurde nicht belohnt, drei Sekunden vor der Schlusssirene kamen die Niedersachsen zum glücklichen Siegtreffer. Am Ende stand ein 3:4 (1:2, 1:1, 1:1). Bestnoten in einem überaus spannenden Oberligaspiel verdienten sich auf Passauer Seite Janne Kujala und Neuzugang Jozef Ondrejka. Der Keeper überzeugte durch Klasseparaden und scheint den Hawks den erhofften Rückhalt zu geben.

Wie erwartet starteten die Hawks erneut mit defensiver Grundeinstellung gegen die Hannover Indians. So blieben nennenswerte Torchancen zunächst Mangelware, auch ein Powerplay der Gastgeber brachte nichts ein. Indians Trainer Joe West meinte, „die lange Reise steckte uns noch in den Knochen.“ Trotzdem durfte er sich über den ersten Treffer seiner Mannschaft freuen. Die Hawks-Abwehr brachte den Puck nicht aus der Gefahrenzone, im Nachsetzen überwand Sebastian Deml zum ersten Mal Jozef Ondrejka im Kasten der Hawks (6.). Danach fingen sich die Gastgeber recht schnell wieder und die rund 700 Fans im Passauer „Ice Gate“ hatten bei einem Konter über Janne Kujala und Alexander Gantschnig den Torschrei schon auf den Lippen – Gästekeeper Sandro Agricola, der Stammgoalie Roman Kondelik hervorragend vertrat, blieb jedoch Sieger. Anders auf der Gegenseite: Daniel Zollo war nur wenige Sekunden in der Kühlbox als die Scheibe erneut ihren Weg ins Passauer Netz fand (17.). Alexander Engel hatte von der blauen Linie abgezogen, sein Schuss wurde sogar noch abgefälscht. Die Hawks steckten dieses Mal aber den Kopf nicht in den Sand, Janne Kujala stellte seine Torjägerqualitäten unter Beweis und vollstreckte die Vorlage seines Sturmpartners Alexander Gantschnig zum 1:2 (19.). Ins zweite Drittel starteten die Hawks bereits dezimiert und kassierten bis zur 25. Minute zwei weitere Strafen, die die Niedersachsen ausnutzen konnten. Gerade hatten die Hawks eine Zwei-Mann Unterzahl schadlos überstanden, Keeper Jozef Ondrejka zeigte gute Saves. Er war dann aber gegen Jamie Chamberlain, der völlig allein vor seinem Tor war, machtlos (25.). Danach übernahmen die Hawks nach und nach das Kommando. Erst ließ Christian Setz noch eine Großchance aus, dann machte es erneut Janne Kujala besser. Alexander Gantschnig hatte sich den Puck erkämpft, seinen Querpass lenkte der Finne zum 2:3 Anschlusstreffer ins Tor (32.). Es sollte eine Initialzündung für die Hawks werden. Immer größer wurde der Druck auf die Indians, Chancen ergaben sich zwangsläufig, mit etwas Glück wäre für Vladimir Gomow bereits der Ausgleichstreffer drin gewesen. So wurden aber die Fans im „Ice Gate“ immer mehr auf die Folter gespannt. „Passau hat uns das Leben ganz schön schwer gemacht, Hut ab vor Ottos Mannschaft“, lobte Gästetrainer Joe West. Beflügelt von Glanzparaden ihres neuen Keepers Jozef Ondrejka starteten die Gastgeber im Schlussabschnitt einen Sturmlauf in Richtung des Gästetores. „Meine Mannschaft hat einen Superjob gemacht, darauf können wir aufbauen“, war Otto Keresztes mit der Leistung zufrieden. Was den Hawks wieder einmal fehlte, war das Schussglück. Immer wieder ging der Puck um Zentimeter vorbei oder Indians Keeper Sandro Agricola warf sich dazwischen. Nur Christian Setz wurde mit dem zwischenzeitlichen, hochverdienten Ausgleich belohnt (54.). Nun verwandelte sich das „IceGate“ in ein Tollhaus, am Ende fehlten aber drei Sekunden zur vollkommenden Freude. Nach einem Bully vor dem Hawks Tor landete der Puck bei Thomas Morrow, dessen Schuss irgendwie durch ein unübersichtliches Gewühl vor Jozef Ondrejka passte. So musste Trainer Otto Keresztes feststellen: „Eigentlich hatte das Spiel keinen Sieger verdient gehabt. Aber wir arbeiten weiter hart und ich bin zuversichtlich.“ Sein Gegenüber Joe West kritisierte vor allem das Defensivverhalten seines Teams, „wir haben zu leichte Gegentore bekommen“, und verteilte fleißig Komplimente an die Hawks: „Passau spielt gutes Hockey und der neue Torwart schaut wohl sehr gut aus.“ Passaus Team-Manager Rainer Schuster sagte, er sei zwar wegen der Niederlage sehr traurig, „ich denke aber von Spiel zu Spiel und bin fürs kommende Wochenende sehr positiv gestimmt.“ Gleich zweimal heißt es dann „Newcomer gegen Traditionsmannschaft“: Am Freitag spielen die Hawks in Füssen, am Sonntag erwarten sie die Starbulls Rosenheim.

Tore: 0:1 (5:15) Deml (Welke, Huddy), 0:2 (16:48) Engel (Huddy/5-4), 1:2 (18:41) Kujala (Majer, Popp), 1:3 (24:30) Chamberlain (Welke, Doyle/5-4), 2:3 (31:38) Kujala (Gantschnig, Steiger), 3:3 (53:31) Setz (Popp Alexander), 3:4 (59:57) Morrow (Engel, Doyle). Strafen: Passau 12, Hannover 6. Zuschauer: 710.