Disziplin und Kampfgeist sollen zu Punkten führen

Wizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der SonneWizards stürzen Tabellenführer München vom Platz an der Sonne
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Den Start in die Eishockey-Oberliga Süd hatten sich Wilbert Duszenko und seine Cracks sicher anders vorgestellt. Die Stuttgart Wizards wussten in den ersten Matches zwar kämpferisch zu überzeugen, offenbarten aber noch Mängel im Zusammenspiel und kassierten zu viele Strafzeiten, so dass sie in Miesbach (1:4) und gegen München (2:4) jeweils als Verlierer vom Eis gingen. Trainer Duszenko wurmen die Auftaktpleiten, doch er sieht keinen Grund zur Panik. „Die Mannschaft zieht gut mit, im Training arbeiten alle sehr hart. Wir waren in den ersten Spielen noch nicht komplett, deswegen konnten wir uns nicht einspielen. In dieser Woche hatte ich erstmals die Formationen zur Verfügung, die ich mir vorstelle. Am Wochenende wollen wir mit einer starken kämpferischen Leistung in Füssen und gegen Rosenheim die ersten Punkte holen, und ich bin guter Dinge, dass uns das gelingt“, so Duszenko. Um die Vorgaben des Trainers umsetzen zu können, müssen die Wizards freilich disziplinierter ans Werk gehen als zuletzt (69 Strafminuten in zwei Partien) und zudem in Überzahl konzentrierter agieren. „Wir haben die Probleme angesprochen und werden sie ausmerzen. Gerade im Powerplay wird Jay Woodcroft, der in Füssen erstmals spielberechtigt ist, eine tragende Rolle einnehmen und uns stärker machen“, blickt Stuttgarts Coach durchaus optimistisch auf die Duelle beim Altmeister EV Füssen (24.09.2004, 19.30 Uhr) und gegen den ehemaligen DEL-Club und dreifachen deutschen Meister Star Bulls Rosenheim (26.09.2004, 18.45 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart).



Beim Training am Dienstagabend war die Mannschaft mit Feuereifer bei der Sache. „Wir sind heiß auf den ersten Punktgewinn“, erklärt Wilbert Duszenko, der sein Team am Freitag voraussichtlich nahezu in Bestbesetzung wird ins Rennen schicken können. Lediglich Verteidiger Thorsten Fischer fällt am Wochenende noch mit einer Bänderzerrung in der Schulter aus.



Im Sturm dürfte Neuzugang Jay Woodcroft gemeinsam mit John Sicinski und Andreas Klundt die neue Paradereihe bilden. Das Trio überzeugt in den Trainingseinheiten durch Einsatz, Tempo und Torinstinkt. In der zweiten Angriffsformation soll Marc Garthe als Mittelstürmer seine Mitspieler Peter Westerkamp und Georg Hessel in Szene setzen. Während der Übungseinheiten klappt dies recht gut, doch Wilbert Duszenko gibt zu bedenken, dass Training und Punktspiel zwei verschiedene Paar Stiefel sind: „Marc ist spielerisch und technisch sehr talentiert, er muss sein Potential nun auch in den Spielen abrufen“, richtet Duszenko deutliche Worte an den Deutsch-Kanadier. Gabriel Gaube, Michel Maaßen und Manuel Weibler bilden den dritten Sturm und dürften im Laufe der Saison ebenfalls noch für einige Tore gut sein.



Die neu formierte Mannschaft der Stuttgarter verfügt über sehr viel Potential, braucht aber noch etwas Zeit, sich zu finden und das Defensivsystem von Wilbert Duszenko zu verinnerlichen: „Wir haben viele neue Spieler dazu bekommen. Nicht alle haben im letzten Jahr ein streng defensiv ausgerichtetes System gespielt wie wir, mit dem wir unsere größten Erfolge feierten. Wir arbeiten gerade daran, diese taktische Ausrichtung zu verinnerlichen und machen gute Fortschritte“, erklärt Wilbert Duszenko, der die Früchte der Arbeit natürlich am Wochenende in Form von Punkten ernten möchte.

Wie der EV Füssen zu schlagen ist, wissen die Zauberer seit der vergangenen Saison aus eigener Erfahrung. Von insgesamt sechs Partien konnten sie drei gewinnen (4:3, 4:3, 4:1), davon das 4:3 am 9. Januar 2004 im Allgäu, bei dem John Sicinski alle vier Stuttgarter Treffer erzielte. „Die Mannschaft ist aber nicht mehr mit der vom letzten Jahr zu vergleichen“, warnt Wilbert Duszenko. „Die Liga ist insgesamt stärker und ausgeglichener geworden, das hat das erste Wochenende deutlich gezeigt. Jeder kann jeden schlagen.“ Nachdem jahrelang osteuropäische Cracks – neben dem talentierten eigenen Nachwuchs – den Füssener Teams ihren Stempel aufdrückten, setzt Coach Bobby Baader erstmals wieder auf kanadische Akteure. Mit Dory Tisdale (vom EC Peiting) und Eric Nadeau (aus Kempten) wurden gestandene Oberliga-Spieler verpflichtet. Dory Tisdale gehörte zuletzt zu den besten Abwehrrecken der Liga, während Nadeau sich als kaltschnäuziger Scorer einen Namen machte. Das Duo wird im Verbund mit den verbliebenen Maksim Polkovnikov und Ruslan Bezshchasnyy sowie Routinier Wolfgang Koziol dafür sorgen, dass sich der Altmeister einmal mehr durch ein torgefährliches Powerlay auszeichnen wird. „Gerade deshalb müssen wir sehr diszipliniert spielen und unsere eigenen Torchancen nutzen. Wenn wir selbst im Powerplay sind, agieren wir derzeit noch zu unkonzentriert, zu sehr darauf bedacht, ein Tor zu schießen. So kommt der Gegner immer wieder zu Konterchancen. Dieses Manko müssen wir abstellen, um erfolgreich sein zu können“, sieht Duszenko Konzentration und Disziplin als Schlüssel zum möglichen Sieg beim EV Füssen, der sich zuletzt mit Heimkehrer Pietro Vacca (EA Schongau) nochmals verstärkt hat.

Einsatz, Kampf, Konzentration und Disziplin – so wollen die Wizards auch am Sonntag (26.09.2004, 18.45 Uhr, Eissport-Zentrum Waldau Stuttgart) im Heimspiel gegen die Star Bulls Rosenheim zum Erfolg kommen. Die genannten Attribute werden auch nötig sein, denn der Aufsteiger verfügt über eine schlagkräftige Truppe. An der Seite routinierter Haudegen wie Ex-Nationalspieler Mondi Hilger, Michael Pohl, Heinrich Schiffl und Andreas Schneider kommen junge Cracks und Rückkehrer wie die Kraxner-Zwillinge Dominik und Kevin, Andreas Paderhuber oder Stephan Gottwald zum Einsatz. Neben den Kraxners, die aus Österreich stammen, besetzt der kanadische Angreifer Jeremy Stasiuk (früher REV Bremerhaven) derzeit die einzige Kontingentstelle im Team von Ron Chyzowski, der zuletzt in Patrick Senger noch einen weiteren DEL-erfahrenen Heimkehrer (Hannover Scorpions, Berlin Capitals) begrüßen konnte. „Die Star Bulls werden uns alles abverlangen. Wir werden von Anfang an Vollgas geben und alles daran setzen, die Punkte in Stuttgart zu behalten. Ich erwarte gerade von den Leistungsträgern freitags und sonntags eine tadellose kämpferische Leistung, auch wenn es spielerisch einmal nicht laufen sollte. Das sind wir den Fans schuldig, die unter der Woche hart arbeiten müssen, um am Wochenende unsere Spiele besuchen zu können“, zeigt Wilbert Duszenko die Richtung für die kommenden Partien auf und bringt die Zielsetzung auf den Punkt: „Wir brauchen Erfolgserlebnisse! Dann wird das Team Schritt für Schritt besser.“ Die ersten Schritte wollen die Wizards gegen Füssen und Rosenheim machen.

Am kommenden Freitag, 27.09.2004, sind die Wizards um 19.30 Uhr zu Gast im Allgäu beim Altmeister EV Füssen, ehe am Sonntag, 29.09.2004, 18.45 Uhr, die Star Bulls Rosenheim ihre Visitenkarte im Stuttgarter Eissport-Zentrum Waldau abgeben.

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