Die Wende in 37 Sekunden

Die Wende in 37 SekundenDie Wende in 37 Sekunden
Lesedauer: ca. 1 Minute

Es war einfach wie verhext für Adendorf. Der AEC war von Beginn an das eindeutig Spiel bestimmende Team und erarbeitete sich Chancen um Chancen, die HSV Goalie Domenic Bartels allesamt parierte und sich an diesem Abend selbst ein Denkmal setzte. So endete der erste Abschnitt noch torlos.

Im zweiten Drittel dasselbe Bild. Adendorf drückend überlegen und Hamburgs einzige Torchance, ein Konter von Tobias Eitermoser in der 37. Spielminute, wurde vom frierenden Michal Marik im Adendorfer Gehäuse entschärft. In der 39. Minute sollte es dann endlich einmal geschafft werden. Nach schöner Hereingabe von Matthias Hofmann konnte AEC- Youngster Leon Arved Zawadzki das erlösende 1:0 für die Heidschnucken erzielen.

Die scheinbare Erlösung für Adendorf dann im letzten Abschnitt. Jeff McDowall konnte ein Powerplay erfolgreich abschließen und den AEC auf die vermeintliche Siegesstraße führen.  Doch eine Schiedsrichterentscheidung sollte für die Spielwende sorgen. Wie schon im zweiten Drittel, als Schiedsrichter Sochiera mit wenig Fingerspitzengefühl Hamburgs Steffen Drewes überhart für einen hohen Stock duschen schickte, so durfte diesmal Adendorfs Stürmer Jan Krambeer nach einem vermeintlichen Kniecheck die Eisfläche vorzeitig verlassen. Da in der folgenden Unterzahl auch noch Tim Exner eine kleine Strafe erhielt konnte der HSV nun ein 5:3-Powerplay und nur 37 Sekunden ein 5:4-Powerplay erfolgreich beenden.

So ging es dann in die Verlängerung, die aber nur kurz bestand hatte. Bereits nach 67 Sekunden war es der ehemalige Adendorfer John-Darren Laudan, der einen Konter zum 3:2 für den HSV abschließen konnte. „Wenn man bis fünf Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren Unterschied führt darf man ein Spiel nicht mehr verlieren“, so AEC-Coach Bernd Wohlmann, der die Niederlage nicht an der Spieldauerstrafe festmachen möchte: „Die Jungs müssen lernen, mehr im Team zusammen zu spielen und nicht nur an ihre eigenen Scorerpunkte zu denken. So etwas kann man aber nicht in zwei Wochen ändern, das braucht Zeit“, so der Interims- Coach in Hinblick auf eine mögliche Zusammenarbeit für die kommende Saison.

Trotz der Niederlage liegt es in Adendorfer Hand, die Relegation als Erster zu beenden. Hierzu müsste am kommenden Freitag beim Saisonabschlussspiel gegen die Hannover Braves ein Dreier eingefahren werden.

Tore: 0:1 Zawadzki (M. Hofmann), 0:2 McDowall (Exner, M. Hofmann), 1:2 Schlode (Eitermoser, Tillert), 2:2 Ptacek, 3:2 Laudan (Eitermoser). Strafen: Hamburg  12 + 5 + Spieldauer (Drewes), Adendorf 6 + 5 +Spieldauer (Krambeer).