Die Roten Teufel legen nach

"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz"Rote Teufel" warten noch auf die Lizenz
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Zweiter Sieg im dritten Spiel mit Bill Lochead an der Bande: auch gegen die Stuttgart Wizards behalten die Roten Teufel Bad Nauheim die Oberhand und gewannen verdient am Freitagabend mit 4:1 (0:0, 3:0, 1:1) gegen einen Tabellenletzten, der es in dieser Konstellation mehr als schwer haben wird, die Klasse zu halten, während die Kurstädter allmählich wieder Anschluss an die nächst höheren Ränge herstellen können.

Es war schon Dampf im Spiel, noch bevor der erste Puck überhaupt gespielt wurde, nachdem einige der gut 2.000 Fans (man hatte mehr als 1.000 Freikarten an Unternehmen in der Region verteilt) nicht genehmigte Wunderkerzen entzündeten. Diese boten zwar ein tolles rot-weißes Bild, leider entwickelte sich sehr starker Qualm, der die Sicht stark beeinträchtigte. Schiedsrichter Schornik schickte alle Akteure wieder in die Kabine, und es dauerte eine Stunde, ehe sich der Rauch endgültig verzogen hatte, und das Match endlich beginnen konnte. Die Wizards konnten in der Defensive gerade mal drei nominelle Verteidiger aufbieten, so dass kurzerhand ein Stürmer umfunktioniert werden musste. Bei den Hausherren fehlte wie erwartet Martin Prada, dafür war aber Bernhard Naulin nach überstandener Leistenverletzung im dritten Block im Einsatz. Die Hausherren versuchten, von der ersten Minute an das Spiel in den Griff zu bekommen, aber immer wieder zerstörten die Schwaben clever das Aufbauspiel der Roten Teufel, die durch Popp in der fünften Minute ihre beste Gelegenheit in der Anfangsphase hatten. Torhüter Bertet zeigte aber, dass er in dieser schwierigen Situation, in der sich die Stuttgarter derzeit befinden, ein verlässlicher Rückhalt ist. Immerhin hatte er es fast im Alleingang in Heilbronn geschafft, den Favoriten am Rande eines Punktverlustes zu bringen. Es war durch diese Spielweise nicht unbedingt ein Highlight, was beide Seiten im ersten Abschnitt boten, aber das war auch nicht zu erwarten. Geduld bewahren hieß die Devise der Teufel, die allmählich besser ins Match fanden und dementsprechend auch zu Chancen kamen: Schmitt in der elften Minute nach tollem Pass von Willkom verfehlte nur knapp, Saßmannshausen von der Strafbank kommend zirkelte knapp vorbei (13.). Stacey in Unterzahl (16.), und Knihs kurz vor der Pause, als der Goalie die Scheibe von der Linie kratzen musste, hatten noch die besten Möglichkeiten, aber es ging torlos in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt reichten dann gut zwei Minuten für die Vorentscheidung: in der 22. Minute war es Oliver Hackert mit einer schönen Einzelleistung, der den Torhüter von hinter dem Tor kommend überraschte, und ihm das Hartgummi zur 1:0-Führung durch die Schoner ins Tor legte. Gerade mal 30 Sekunden war die Scheibe anschließend wieder im Spiel, da zog Saßmannshausen von der Linie ab, und irgendwie war sein Flip-Schuss noch von einem der vielen Akteure vor dem Kasten abgefälscht, so dass die Scheibe zum 2:0 ins Netz flatterte. Gut eine Minute später zog Mader aus spitzem Winkel einfach mal ab, Bertet rutschte die sicher geglaubte Scheibe unter dem Arm hindurch über die Linie zum 3:0. Mit diesem Ergebnis ließ es sich nun natürlich ein bisschen leichter leben, und man konnte zumindest einen halben Gang zurückschalten. Bill Lochead mahnte aber zur Vorsicht, denn in Heilbronn lagen die nie aufgebenden Stuttgarter 2:0 hinten und kamen durch Leichtfertigkeiten der Falken noch einmal auf 2:2 im letzten Dritten heran.

Im Colonel-Knight-Stadion sollte es an diesem Abend aber nicht so geschehen, auch wenn die Wizards ihren ersten Treffer nur 52 Sekunden nach Wiederanpfiff durch den Ex-Teufel Christian Seeberger erzielten. Diesem vorausgegangen war jedoch eine Spieldauerstrafe gegen RT-Kapitän Steffen Michel, der bereits im ersten Abschnitt wegen Meckerns eine 10-Minutenstrafe aufgebrummt bekam, und nur 29 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels eine weitere Disziplinarstrafe wegen eines angeblichen Checks gegen den Kopf- und Nackenbereich erhielt. Diese zweite Strafe zieht dann automatisch das vorzeitige Spielende sowie eine Sperre des Akteurs im nächsten Match nach sich. Da bereits Brett Larson auf der Strafbank weilte, fiel dieser Treffer also bei 5 gegen 3-Powerplay für die Süddeutschen. Die Hausherren wollten es jetzt aber noch einmal wissen und klarstellen, wer die Punkte an diesem Abend behalten würde. Nachdem Stuttgarts Becker wegen eines Stockschlags in die Wade von Johannes Saßmannshausen ebenfalls eine Spieldauer erhielt, war es Petja Pietiläinen mit einem schönen Distanzschuss in Überzahl, der das 4:1 für seine Farben erzielte (49.). Damit war das Match natürlich endgültig gelaufen, und man bewahrte sich seine Kräfte ein wenig für das schwere Auswärtsspiel am Sonntag beim EHC Klostersee (Spielbeginn 17.30 Uhr, Liveradio auf der Homepage der Roten Teufel unter www.rt-badnauheim.de) auf, bei dem man mit etwas Zählbarem einen Schritt nach oben in der Tabelle machen könnte. Allerdings wird man mit nur vier Verteidigern spielen können, nachdem Michel wie erwähnt gesperrt sein wird.

STIMMEN ZUM SPIEL:

Roger Weißschuh: "Wir haben das Spiel bereits im Vorfeld mit nur drei Verteidigern verloren, außerdem haben mit zwei wichtige Stürmer gefehlt. Das erste Drittel war noch ganz okay, aber innerhalb von nur zweieinhalb Minuten ist das Spiel dann gekippt, nachdem wir zwei schwere Fehler begangen haben. Nach dem 3:1 war noch einmal etwas möglich, und mit einem zweiten Treffer unsererseits wäre es vielleicht noch einmal eng geworden."

Bill Lochead: "Es war das erwartet schwere Spiel. Wir wussten, dass der Gegner schwer zu spielen ist, und dass auch sie einen sehr guten ersten Block haben. Dieskann gefährlich werden, zumal wir zwei Mal 5 gegen 3-Unterzahl gespielt haben. Da kann ein solches Match auch mal kippen, denn bei 5 gegen 5 waren wir klar spielbestimmend. Der Schiedsrichter hat leider kein Fingerspitzengefühl gezeigt, so dass wir nun am Sonntag nur noch vier Verteidiger haben."

Tore: 1:0 (21:47) Hackert (Knihs), 2:0 (22:24) Saßmannshausen (Barker, Mader), 3:0 (23:39) Mader (Pietiläinen), 3:1 (40:52) Seeberger (Weibler, Maaßen/5-3), 4:1 (48:22) Pietiläinen (Kainulainen, Eckmair/5-4). Strafen: Bad Nauheim 26+10+10 (Michel), Stuttgart 16 + 5 + Spieldauer (Becker). Zuschauer: 1990.

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