Die Capitals sind tot, es leben die Preussen

Preussen haben die LizenzPreussen haben die Lizenz
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Aus und vorbei, die "Diva" im Berliner Eishockey, die Berlin Capitals sind endgültig pleite. Die Führung des Berliner Traditionsclub Berlin Capitals e.V. haben den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Präsident Lorenz Funk: "Dies ist auch ein persönliche Niederlage für mich. Ich werde mich zurückziehen, einem Neuanfang nicht im Wege stehen." Der 1. Vizepräsident Marian Czechowski rechnet damit, das das Verfahren mangels Masse abgewiesen wird. Damit ist klar, Oberliga Eishockey wird im Eichkamp nicht mehr gespielt. Damit der gesamte Nachwuchs der Caps aber weiterhin ihren Sport nachgehen können, wurde einfach ein neuen Verein gegründet. Die Caps sind tot, Es lebe der neue EC Preussen Berlin e.V. Gestern Abend wurde den Eltern der neue Verein vorgestellt. Zu den Gründungsmitgliedern gehören u.a. Caps-Jugendwart Thomas Werner, Rechnungsprüfer Burkhard Katz, DNL-Trainer Czeslaw Panek und auch Capitals-Vorstandsmitglied Marian Czechowski. In wie weit die neuen Preussen, die sich ausschließlich der Nachwuchsarbeit verschrieben haben, die Schüler-Bundesliga und DNL-Mannschaft finanzieren kann, blieb gestern aber unklar, denn ein schlüssiges Finanzkonzept wurde den etwa 100 anwesenden Eltern nicht vorgestellt. Dennoch sollen bereits 110 Personen einen Mitgliedsantrag ausgefüllt haben. Das reicht allerdings noch nicht für die Fortführung der Mannschaften in den alten Ligen, denn der DEB schreibt vor, das mindestens 75 % der Mitglieder in den neuen Verein überwechseln müssen. Bei den Lokalkonkurrenten Eisbären Juniors (DNL) und FASS Berlin (Ostdeutscher Meister Jugend) haben derweil einige Eltern bereits wegen Vereinswechsel angefragt. Und Probleme könnte es auch bei der Namengebung des neuen Nachwuchsvereins geben. Schließlich gibt es auch noch den Eishockeyverein von Dynamo-Legende Reiner Patschinski SV Preussen Berlin e.V. Das Amtsgericht könnte bei dieser Namensähnlichkeit auf einen anderen Namen bestehen. Ob es den engagierten "Neu-Preussen" gelingt, diese Probleme bis zum Meldeschluß für die DNL am 30. Juni aus dem Weg zu räumen scheint fraglich. An eine Fortführung der Oberligamannschaft ist man derzeit nicht interessiert. Wenn eine Regionalliga-Mannschaft finanzierbar ist, will man in der 4. Liga dem Nachwuchs eine Spielmöglichkeit geben. Das heisst kein Profieishockey im Eichkamp mehr. Eine 100-jährige Eishockeytradition in Charlottenburg ist damit beendet.

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