Der Süden wird für das Nordspitzentrio zum AlbtraumVier Heim- und Auswärtssiege zum Oberliga-Play-off-Start

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Ganz anders der Norden. Von wegen große Favoriten und Halbfinalkandidaten. Die Südmannschaften aus Lindau, Weiden und Selb zeigten ihre Zähne und stehen jetzt vor der angenehmen Aufgabe, den Break am Sonntag zu einer 2:0-Serienführung zu nutzen. Besonders der Sieg von Lindau in Tilburg war die Überraschung schlechthin. Dass der Norden nicht so schlecht ist, wie es am ersten Spieltag erscheint, dafür sorgten ausgerechnet zwei Westvereine. Herne entzauberte Regensburg auf dessen Eis gleich mit 5:1 und auch Essen brachte Gastgeber Rosenheim ziemlich aus dem Konzept, hätte fast die Partie gewonnen.

Am Ende standen je vier Heimsiege und vier Niederlagen und jetzt wird es spannend zu sehen, welche der Mannschaften am Sonntag seinen aktuellen Vorteil nutzen wird und mit 2:0 in Führung geht.

EC Peiting – Füchse Duisburg 4:1 (1:0, 1:0, 2:1)

Eine überraschend couragierte Leistung vollbrachten die Füchse Duisburg beim Südmeister. Über die gesamte Spielzeit spielten die Westdeutschen konsequent in der Defensive und ließen dem Südmeister kaum Torchancen. Trotzdem zeigte dieser, warum man im Süden die Nummer 1 wurde, nämlich mit effizientem Spiel. Vor der für Peitinger Verhältnisse tollen Kulisse von 1012 Zuschauern gewann der ECP am Ende klar, aber zu hoch mit 4:1. Die Tore schossen Anton Saal (15.), Ty Morris (38.), Simon Maier (55.) und Florian Stauder (60.), Letzterer mit einem Empty-Netter, während für die immer gefährlichen Duisburger Diego Hofland mit seinem Tor in der 51. Minute das Geschehen für wenigstens fast fünf Minuten offen gestalten konnte.


EV Landshut – Rostock Piranhas 5:2 (1:1, 2:1, 2:0)

Auch wenn die Niederbayern am Ende hochverdient den ersten Seriensieg eingefahren haben, es war Anfang doch ein härteres Stück Arbeit als erwartet. Vor fast 3000 Zuschauern konterten die Gäste das 1:0 durch Maximilian Forster mit dem sofortigen Ausgleich durch Tomas Kurka. In der 27. Minute brachte Ales Jirik die Landshuter mit 2:1 in Führung und Marc Schmidpeter erhöhte in der 39. Minute auf 3:1 Als Marco Sedlar in der 43. Minute das 4:1 erzielt hat, war die Rostocker Gegenwehr am Ende. Schließlich gelang Greg Classen noch das 2:4 in der 44. Minute und in der 47. Minute erzielte Tomas Plihal das 5:2.


Eisbären Regensburg – Herner EV 1:5 (0:1, 1:2, 0:2)

Das war ein Schock für die Eisbären. Der Herner EV, nach dem ersten Drittel noch mit Glück in Führung liegend, konnte sich im Laufe des Spieles das Prädikat „verdient“ mit seiner starken Leistung zu Recht erkämpfen. In den ersten zwanzig Minuten drückten die Regensburger und machten Hernes Keeper Linda zum Held. 17 Schüsse = 0 Tore, während die Herner bei einem Konter durch Moritz Schlug (8.) in Führung gingen. Das zweite Drittel hatte kaum begonnen, da hatten die Ruhrgebietler mit zwei weiteren Toren schon das Tor zum Sieg weit aufgestoßen. Brad Snetsinger (22.) im Powerplay und Marcus Marsall (24.) hießen die Torschützen. Nach dem schnellen 1:3 von Regensburgs Torjäger Nikola Gajovsky (24.) bekamen die 3100 Zuschauer wieder Hoffnung, aber die Herner zeigten sich in ihrer Abwehrarbeit konzentriert, ließen immer weniger zu und als der EVR kurz vor Ende alles nach vorne warf, war für die Herner genug Platz zum Kontern da. Dies wurde dann auch durch Nils Liesegang (57.) und Brad Snetsinger (59.) eiskalt ausgenutzt.

Starbulls Rosenheim – Moskitos Essen 3:2 (0:0, 0:1, 2:1, 1:0) n.V.

Wenn dieses Spiel die Serie repräsentiert, dann wird das eine ganz enge Kiste über die vollen fünf Spiele. Die Rosenheimer versuchten von Anfang an Druck zu machen, berannten förmlich das Essener Tor, das sich zumindest in den ersten fünfzig Minuten wie vernagelt zeigte. Aber nach 50 Minuten stand es nicht 0:0, sondern 0:1. Einer der wenigen Essener Konter versenkte Julian Lautenschlager in der 24. Minute zur Essener Führung. Die 2800 Zuschauer, darunter auch einige Essener, wurden immer unruhiger und erst Chase Witala beruhigte die Nerven der Rosenheimer Anhänger in der 53. Minute mit dem 1:1. Als Aaron McLeod in der 57. Minute die Moskitos gar mit 2:1 in Führung brachte, schien das Spiel entschieden, aber der heute überragende Chase Witala schaffte nicht nur in der 58. Minute den erneuten Ausgleich, er war auch derjenige, der in der 75. Minute den verdienten, aber auch glücklichen Siegtreffer der Rosenheimer markierte.


Tilburg Trappers – EV Lindau Islanders 2:3 (1:0, 1:0, 0:2, 0:1) n.V.

Unglaubliches spielte sich in Nordbrabant ab. Der hohe Favorit und dreifache Oberliga-Titelträger Tilburg musste sich trotz Überlegenheit dem Außenseiter vom Bodensee mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben. In der äußerst fairen Partie brache Ivy van den Heuvel (4.) die Niederländer schnell in Führung und Kevin Bruijsten erhöhte in der 32. Minute auf 2:0. Damit schienen die Tilburger zufrieden und reizten den Kampfesmut der Islanders, die im dritten Drittel sich mit einem Doppelpack zurück in die Partie meldeten. Fredrik Widen in der 47. Minute und David Farny(49.) glichen aus und in der 63. Minute machte Andreas Farny mit dem dritten Tor der Islanders die Überraschung perfekt.


Hannover Scorpions – Blue Sevils Weiden 2:3 (0:0, 1:1, 1:2)

Von der gefürchteten Heimstärke der Scorpions war in dieser Partie nichts zu sehen. Die Weidener gestalteten mit geschicktem Defensivspiel die gesamte Begegnung ausgeglichen und gingen am Ende durchaus als verdienter Sieger vom Eis. Nachdem es lange Zeit 0:0 hieß, brachte Robin Thomson die Gastgeber in der 35. Minute in Führung. Die Antwort folgte sofort, als die heimischen Verteidiger sich förmlich austanzen ließen und Herbert Geisenberger in der 36. Minute der Ausgleich gelang. Als Barry Noe in der 53. Minute die Gäste sogar mit 2:1 in Führung schoss, schien das Spiel entschieden, aber eine Einzelaktion von Sachar Blank zum 2:2 in der 56. Minute brachte den Scorpions den Ausgleich. Als Dennis Arnold in der 58. Minute die Siegchance mit einem Penalty bekam, mit diesem aber am gegnerischen Torwart scheiterte, schien die Verlängerung die logische Schlussfolge, aber ein totaler Blackout der Scorpions-Defensive in der letzten Spielminute brachte Geisberger in Schussposition und diesmal hatte er die Nerven und traf 13 Sekunden vor Schluss zum überraschenden Auswärtssieg.

EC Hannover Indians – Selber Wölfe 5:7 (1:3, 3:1, 1:3)

Die Stimmung war prächtig am hannoverschen Pferdeturm. Über 4300 Zuschauer, darunter auch etliche Selber, sahen zwölf Tore, ein verrückte Torfolge und letzten Endes auch eine Überraschung. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison am Pferdeturm, aber zum ersten Mal im Jahr 2019 lag die Hannoveraner mal wieder 0:3 zurück. David Hördler (6.), Lanny Gare (11.) und Dennis Schiener (13.) schossen den Gast zum Schock für die Pferdeturm-Fans mit 3:0 in Führung. Danach begann, wie immer in dieser Saison, die heimische Aufholjagd. Robby Hein (17.), Branislav Pohanka (30.) und Igor Bacek (32.) glichen zum 3:3 aus, aber bereits im Gegenzug traf Erik Gollenbeck (34.) zum 4:3 für Selb. Noch war das Drittel nicht zu Ende. Hannovers Kanader Brent Norris glich noch in der 35. Minute mit dem 4:4 erneut aus. Im letzten Drittel begann Hannover zunächst stark und als Roman Pfennings in Unterzahl gar das 5:4 in der 55. Minute schoss, schien dies eine Vorentscheidung. Allerdings glich Andreas Geigenmüller bereits 17 Sekunden später, immer noch im Powerplay, zum 5:5 aus und es kam für die Indians noch schlimmer. Weil sich kurz darauf Kevin Beech eine Strafe leistete, hatte Selb Überzahl und traf durch Charley Graaskamp (58.) zur 6:5 Führung. Jetzt musste ECH-Couch Soccio reagieren, nahm seinen Keeper vom Eis und kassierte prompt mit einem Empty-Netter das 5:7 durch Lanny Gare.

Saale Bulls Halle – Memmingen Indians 3:2 (1:1, 1:0, 1:1)

Der Norden blickt neidisch nach Halle. Während die drei Topteams sich durchweg Heimniederlagen einhandelten, hielt Halle mit seinem Erfolg gegen Memmingen die nordwestdeutschen Fahnen hoch. Allerdings war auch dieser Erfolg schwer erkämpft. Vor 1700 Zuschauern konnten am Ende die Memminger sogar mit 32:28 einen Erfolg im Schussverhältnis anzeigen, genützt hat es ihnen freilich nichts. Bereits der erste Angriff landete im Tor von Memmingens Keeper Jochen Vollmer. Chris Francis hieß der Torschütze nach 17 Sekunden. Danach kamen die süddeutschen Indianer besser ins Spiel und nach sechs Minuten glich Daniel Huhn aus. Nach verteiltem Spiel, im ersten Drittel war Halle besser, im zweiten Drittel zeigte sich Memmingen stärker, traf Halles Francis in der 36. Minute zum 2:1. In der 51. Minute gelang dann Memmingens Litauer Kameliauskas das 2:2 und alle Welt mit der Verlängerung rechnete, markierte Jan-Niklas Pietsch zwei Sekunden vor Schluss den Siegestreffer der Bulls.

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