Der Sieg ist zurück: Bayreuth kann doch noch gewinnen - 3:2 gegen Höchstadt

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Der ESV Bayreuth kann noch gewinnen. Anderthalb Monate nach dem letzten Sieg haben die Tigers erneut drei Punkte geholt. Der Gegner damals wie heute: die Höchstadt Alligators. Nur hat dieser Sieg zunächst keine Auswirkungen in der Tabelle. Das Spiel wird in der Pokal-Qualifikationsrunde gewertet.

Doch die ist keinesfalls unwichtig, machen sich die Vereine der Oberliga Nordost doch Hoffnung auf einen attraktiven Gegner im Deutschen Eishockey Pokal der nächsten Saison. Ein DEL-Team liegt im Bereich des Möglichen. Beide Trainer betonten deshalb den Stellenwert der Begegnung am ungewohnten Dienstagabend. „Wir haben das Spiel ernst genommen“, sagte Höchstadts Trainer Ivan Horak und Bayreuths neuer Coach Stefan Kagerer pflichtete ihm bei: „Wenn Bayreuth weiterkommt, kann ein Hochkaräter kommen.“ Und ewig locken die großen Namen.

Für beide Teams liegt eine Teilnahme am Pokal in Reichweite. Insgesamt vier Mal treten die beiden letztplatzierten Teams der Oberliga Nordost gegeneinander an, keine andere Mannschaft hat ein derart leichtes Programm. Die Ergebnisse der Partien werden in einer separaten Tabelle zusammengefasst, die beiden Erstplatzierten dürfen im Pokal starten. Diese zusätzlichen Spiele sollen für die Heimspielausfälle nach dem Rückzug des ERC Haßfurt entschädigen.

Da atmete die Liga hörbar auf, als am vergangenen Samstag die Mitglieder der Höchstadt Alligators den Verbleib ihres Teams in der Oberliga beschlossen. Alternativ hatte der Vorstand des HEC einen sofortigen Rückzug der Mannschaft oder die Einstellung des Profibetriebes vorgeschlagen. Letzteres hätte bedeutet, dass Höchstadt alle Profis entlässt und nur noch mit Amateuren die Saison zu Ende bringen will. Dies wäre einem freiwilligen Abstieg gleichgekommen und hätte die Attraktivität der ohnehin wenig geliebten Liga weiter geschwächt. Ein sofortiger Rückzug des HEC wäre ohnehin der Super-GAU für die kränkelnde Liga gewesen.

So aber gab es für Bayreuth am Dienstag ein Happy End. Seit Stefan Kagerer an der Bande steht, holten die Tigers in zwei Spielen vier Punkte – eine Ausbeute, die sich durchaus sehen lassen kann. „Die Spieler arbeiten 100-prozentig mit“, bescheinigte der Neu-Coach seiner Mannschaft eine gute Arbeitsmoral.

Das harte Training scheint sich auszuzahlen: Die Tigers tragen bereits deutlich die Handschrift ihres neuen Chefs: Die Eigenfehlerquote ist gesunken, wenngleich sie sich immer noch auf hohem Niveau bewegt. Aber die Spieler sind verbissener im Zweikampf und zeigen durchaus Spielwitz. Da ist es kein Wunder, dass Höchstadt Mühe hatte, mitzuhalten. Denn bei den Alligatoren lief es, wie zuletzt auch bei Bayreuth, wenig rund. Das Aufbauspiel funktionierte nicht, Pässe landeten viel zu oft beim Gegner. Nach dem 0:2 schien Höchstadt völlig aus dem Tritt zu kommen, Bayreuth durfte das Spiel dominieren.

Doch dann war es ein Fehler von Verteidiger Manuel Bayer, der Höchstadt wieder hoffen ließ, und 24 Sekunden nach der zweiten Drittelpause kamen die Alligatoren zum überraschenden Ausgleich. Dass Bayreuth doch noch gewann, verdanken die Tigers dem an der Seite des hervorragenden Tom O’Grady immer mehr aufblühenden Dave MacIntyre, der mit einem Bauerntrick Alligatoren-Keeper Emmanuel Fredriksson zum dritten Mal überwand.

Dann aber wurden die Beine schwer, zumal Kagerer seine Mannen noch mittags zu einem scharfen Training gebeten hatte. So kamen die Gäste in den Schlussminuten noch einige Mal gefährlich nahe an den Ausgleich, der ihnen am Ende aber dennoch verwehrt blieb. Auf Stefan Kagerer wartet also noch einiges an Arbeit, aber der Trend ist zumindest schon einmal positiv. (Ingo Schorlemmer)

Bayreuth Tigers – Höchstadt Alligators 3:2 (0:0; 2:1; 1:1)

Tore:

1:0 (26.) O’Grady (Barta); 2:0 (36.) O’Grady (MacIntyre); 2:1 (38.) Ekrt; 2:2 (41.) Schmidhuber (Kurtz, Trolda); 3:2 (43.) MacIntyre (Barta, O’Grady; Überzahltor)

Schiedsrichter: Pfeil (Königsbrunn). – Strafminuten: 10 / 18. – Zuschauer: 441

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