Das Sorgenkind kommt - Insolventer ERC Haßfurt gastiert in Bayreuth

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Sie waren dem Absturz noch im Frühjahr knapp entkommen. Genau wie der ESV Bayreuth rangen auch die Haßfurt Sharks vor Saisonbeginn mit dem Finanztod. Am vergangenen Freitag kam dann der Rückschlag, der den Aufbruch vom April endgültig beenden könnte: Der ERC Haßfurt musste Insolvenzantrag stellen. Das Spiel am Freitag (19.30 Uhr) in Bayreuth ist dennoch gesichert.

Aber derzeit ist der Sport in den Hintergrund gerückt. Mit bangen Blicken beobachten die Oberligavereine die Vorgänge in Unterfranken. Fällt Haßfurt, geraten wohl auch andere in Stolpern; Heimspiele würden fehlen und damit einige dringend benötigte Einnahmen. Der Untergang der Haie könnte eine Kettenreaktion auslösen, denn eine Reihe anderer Vereine in der Oberliga Nordost gilt zumindest als finanziell angeschlagen.

Dass in Haßfurt die Rettungstat vom Frühjahr jetzt im Herbst noch einmal wiederholt werden kann, wird von vielen angezweifelt. Dem Verein fehlen nach Informationen der Bayerischen Rundschau die Masse und das Vermögen, um die Außenstände zu begleichen und die Saison finanziell abzusichern. Noch in den kritischen Tagen des Frühjahrs hatte der Haßfurter Stadtrat seine Stadtwerke zu einem 20.000-Euro-Kredit für den Verein gezwungen, an eine Rückzahlung glaubte in der Chefetage der Stadtwerke schon damals niemand.

Selbst der Ausrüster der Mannschaft, eine Firma aus dem Ruhrgebiet, wollte zuletzt seine Leistungen nur noch gegen Vorkasse erbringen. Da kommt es erschwerend hinzu, dass Spieler in einer unbedachten Aktion nach dem 6:2-Sieg gegen die Revier Löwen Oberhausen vom vergangenen Sonntag ihre Schläger an Fans verschenkten. Nun fehlt die Ausrüstung und muss neu eingekauft werden – eine weitere Belastung des Vereins. Selbst der vorläufige Insolvenzverwalter beurteilt die Lage „äußerst kritisch“, wie es in einer am Mittwoch verbreiteten Pressenotiz heißt. Allerdings sei die Sanierung des Vereins noch möglich – zumindest theoretisch.

Klar ist, dass nur die Ausgliederung der Mannschaft in eine GmbH mit frischen Sponsorengeldern die Situation entschärfen könnte. Aber gerade die schlechte Sponsorenlage hat den Verein nach offiziellen Angaben in die derzeitige Lage gebracht. Ein angeblicher Großsponsor, von dem nur das anonyme Pseudonym „Mister X“ bekannt ist, habe beim ERC einsteigen wollen, hieß es. Doch dann sei er vergangene Woche in letzter Minute abgesprungen. Drei weitere Sponsoren, die im Frühjahr Finanzspritzen zugesagt hatten, hätten zudem bis heute nicht gezahlt. Bürgermeister Rudi Eck sieht mit Blick auf die Wirtschaft seiner Stadt keine Großsponsoren, die den Verein retten könnten. Vielmehr müsse die finanzielle Last auf viele Schultern verteilt werden, sagte er gegenüber dem Haßfurter Tagblatt. Aber: „Dafür haben wir doch gar nicht genug Schultern.“ Da half es nicht viel, dass zumindest der Zuschauerschnitt die Kalkulation des ERC übertraf.

Im Gegensatz zu Haßfurt sorgt der ESC Dresden in der Liga für positive Schlagzeilen. Denn sportlich läuft es meist sehr rund für die Sachsen, die sich seit Wochen an der Tabellenspitze sonnen. 28 von 36 möglichen Punkten haben die Eislöwen bisher eingesackt, nur drei Mal verließen sie als Verlierer das Eis. Da konnten auch gelegentliche Ausrutscher, etwa am vergangenen Freitag beim 1:4 gegen Höchstadt, das Selbstvertrauen kaum ankratzen. Der ESV Bayreuth hat jedenfalls an Dresden keine guten Erinnerungen: Beim ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften in dieser Saison kassierten die Tigers eine bittere 0:7-Niederlage. (Ingo Schorlemmer)


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