Das Finale

Bären basteln am personellen FeinschliffBären basteln am personellen Feinschliff
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Ein Drehbuchautor hätte es nicht besser inszenieren können. Gerade das im Rheinland oft anzutreffende Gefühl zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt sein erleben die Fans der Neuwieder Bären. Gegen die Stuttgarter Wizards haben die Bären tatsächlich noch die Chance, zum Vorrundenabschluss mit einem Sieg in die Meisterrunde einzuziehen. Damit hatte keiner der Augenzeugen, die am Dienstag das 1:4-Debakel in Peiting erlebt hatten, ernsthaft gerechnet. Es kam anders. Beim 4:2 in Füssen gingen die Bären bis an die Schmerzgrenze - und darüber hinaus. In den vergangenen zwölf Tagen absolvierten die Deichstädter mit dem kleinsten Kader der Oberliga fünf Auswärtsspiele in den Süden, jede Tour hin und zurück saßen die Bären über 1000 Kilometer im Bus. Nach über insgesamt 5000 Kilometern "Buskomfort" sicherte der 4:2-Erfolg in Füssen durch die Tore von Janne Kujala, Anton Marsall, Jaroslav Majer und Dave Stevens die Chance auf ein Showdown gegen die Schwaben mit den Ex-Bären Christian Seeberger und dem letztjährigen Kapitän Marco Heinrichs. Um diese Aufgabe zu meistern, muss Trainer Fred Carroll, der sich in seiner knapp viermonatigen Amstzeit beinahe schon eine Reputation wie einst Lubomir Pokovic erarbeitet hat, aus seinen Schützlingen noch einmal das Letzte und mehr herausholen: Seit dem 25. Dezember standen die Neuwieder jeden Tag auf dem Eis. Der Ausblick: Bei einem Punkt Rückstand auf die Wizards reicht aus Neuwieder Sicht ein Sieg in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen dank des besseren direkten Vergleichs (2:1-Siege). Neuwied punktete in den vergangenen neun Heimspielen, mit Ausnahme des vergangenen Sonntags gegen Essen (3:4 n.V.) gab es ausnahmslos Siege. Stuttgart gewann seine jüngsten vier Begegnungen in der Fremde und befindet sich seit dem 21. Dezember in toller Form: damals wurde Neuwied mit 2:1 bezwungen und der Abwärtstrend zugleich gestoppt. Neuwied gewann sein letztes Spiel an einem Sonntag am 28. Dezember - im Penaltyschießen. In zwei von drei Duellen verlor die Mannschaft, die das erste Tor erzielte. Lediglich das 1:0 von Neuwied in der Waldau am 10. Oktober brachte den Sieg für die Mannschaft mit dem ersten Torerfolg. Karten: Ausverkaufte Eisstadien sind im deutschen Eishockey selten anzufinden mit Ausnahme der modernen Arenen. Irgendwass geht immer. Insofern werden sich die Gästefans wenig Sorgen machen müssen, wenn sie zeitig an der Bärenhöhle sind. Gleiches gilt für den Neuwieder Anhang. Die Neuwieder Geschäftsstelle ist am Samstag von 10 bis 12 Uhr besetzt und am Sonntag ab etwa 16 Uhr (Tel.: 02631/946-288). Weitere Auskünfte können über die Neuwieder Eishalle (Tel. 02631/28972) erteilt werden. (lim)