Bei den "Haien" gibts keine Beute

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"Mit dem Klub sieht es nicht gut aus." Kurz und knapp beschreibt die Ulmer Rechtsanwältin Dorothée Lang-Dankov die Situation des zahlungsunfähigen Eishockey-Vereins EC Atlantis Ulm/Neu-Ulm. Das Gutachten über den Zustand der "Haie", das sie im Auftrag des Amtsgerichts Ulm erstellt hat, ist mittlerweile fertig und liegt dem Gericht vor. Darin empfiehlt Lang-Dankov, das Verfahren mangels Masse nicht zu eröffnen. Das bedeutet, dass so wenig Vereinsvermögen übriggeblieben ist, dass im Insolvenzverfahren nicht einmal die Gerichtskosten gezahlt werden könnten. "Bereits im Jahr 2001 war der Verein überschuldet", sagt die Rechtsanwältin Lang-Dankov: Schulden von damals rund 160 000 Mark belasteten den Klub, der erst im Jahr 2000 gegründet worden war - als Nachfolger der "Piranhas", die ebenfalls insolvent waren. "Man hat daraus nichts gelernt." Die Ausgaben seien schon immer höher als die Einnahmen gewesen, eine Buchführung habe es nicht gegeben, sagt Lang-Dankov. Ohne Finanzplan und Kalkulation seien Spieler eingekauft worden. Im ersten Vereinsvorstand sei auch Hauptsponsor Wolfgang Stichler vertreten gewesen. Er habe die "Hauptaufgaben" wahrgenommen und sei erst im Januar 2002 aus der Vereinsführung ausgestiegen, sagt Lang-Dankov. Erst als der Verein für den Oberliga-Lizenzantrag im Jahr 2003 seine finanziellen Verhältnisse habe offenlegen müssen, sei die Buchhaltung durch Schatzmeister Jens Schorr aufgearbeitet worden. Darauf habe der Verein mit den Gläubigern - vor allem Krankenkassen und Finanzamt - verhandelt und eine Ratenzahlungsvereinbarung geschlossen. Um die Raten zu bedienen, habe der Verein dann die Einnahmen aus dem Dauerkartenverkauf verwandt. Lang-Dankov geht davon aus, dass die Pleite strafrechtliche Folgen nach sich ziehen wird: "Da ist einiges drin." Jedes Insolvenzverfahren gehe automatisch auch an die Staatsanwaltschaft, außerdem hätten bereits Dauerkartenbesitzer Strafanzeige erstattet. An einen Eishockey-Spielbetrieb sei nicht zu denken. Durch den Insolvenzantrag sei der Verein ohnehin aufgelöst, sagte Lang-Dankov. Nicht betroffen sind der Förderverein des Clubs sowie der ECU 2000, der bislang für die Jugend zuständig war und ab 24. Oktober mit einer Herrenmannschaft in der Bezirksliga antreten wird. Im Vorfeld der Pleite hatte der damalige Vorstand trotz einer Bürgschaft der Fans und weiterer Beteiligter über 75 000 Euro auf die Oberliga-Lizenz für die neue Saison verzichtet. Das Risiko sei zu groß, während der laufenden Saison in die Pleite zu schlittern, hieß es seinerzeit als Erklärung.Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen zwischen dem Klub-Vorsitzenden Benjamin Rix und Hauptsponsor Wolfgang Stichler. Rix hatte Stichler vorgeworfen, nicht genügend Geld zur Verfügung gestellt zu haben. Stichler bestreitet das. Er habe es lediglich abgelehnt, den mit 100 000 Euro vereinbarten Etat um weitere 30 000 Euro aufzustocken, wie es Rix gefordert habe. Dieses finanzielle Engagement zu unsicher gewesen sei, sagte Stichler. (Christoph Faisst / Mit freundlicher Genehmigung der Südwestpresse)


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