Bayreuth: Zeit für den ersten Sieg

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Die Suche geht weiter. Wann findet der ESV Bayreuth den richtigen Tritt in der Abstiegsrunde der Eishockey-Oberliga? Am vergangenen Wochenende jedenfalls tapsten die Tigers noch unsicher durch die Liga. Ausgepumpt und moralisch angeschlagen holten sie gerade einen von sechs möglichen Punkten. Gegen Miesbach (heute, 19.30 Uhr) und in Berlin (Sonntag, 17.30 Uhr) müssen sie es besser machen, um nicht gleich zu Beginn der Runde ins Hintertreffen zu geraten.

Nach der Niederlage gegen Haßfurt wählte Trainer Doug Irwin ungewohnte Worte: „In den letzten 20 Minuten waren wir zu blöd.“ Die schlechte Vorstellung seines Teams ließ in ihm die Entscheidung reifen, dass in dieser Woche noch viel gearbeitet werden muss, um die Tigers fit zu machen für die Play-Downs. Mit dem vorletzten Tabellenplatz nach den ersten beiden Spieltagen ist in Bayreuth nämlich niemand zufrieden. Die Zuschauer quittierten den ersten Heimauftritt im Abstiegskampf am Sonntag nach der herben 1:5-Enttäuschung in Klostersee zehn Spielminuten lang mit eisigem Schweigen. Vergessen waren die Siege der vorangegangenen Wochen, als sich der ESV – erfolglos – nach der Meisterrunde reckte.

Vor allem in den Defensivreihen wiegen die Ausfälle von Manuel Bayer und Petr Precan schwer, die verbliebenen vier Aufrechten werden immer wieder an die Grenzen ihrer Kraft getrieben. Eigentlich keine gute Voraussetzung, um selbst in der Abstiegsrunde vorne mitzuspielen. Doch die Tigers hatten vor nicht allzu langer Zeit gezeigt, dass gute Leistungen auch mit dünner Personaldecke möglich sind.

Zudem klagt Irwin nicht alleine über fehlende Spieler. Sein Miesbacher Kollege Ludvik Kopecky muss sich schon seit Saisonbeginn damit abfinden, dass er bei den längeren Auswärtsfahrten mindestens drei Spieler aus beruflichen Gründen in Oberbayern lassen muss. Mit seinem dürren Kader schaffte Kopecky das Vorjahreswunder Aufstiegsrunde diesmal nicht mehr, abgeschlagen fristete der TEV Miesbach sein Dasein am Tabellenende der Oberliga Südwest. Selbst die aus Memmingen geholten Tore-Hoffnungen, die Brüder Jim und Bob Nagle, konnten daran nichts ändern.

Da kam es Kopecky durchaus recht, dass gleich das Auftaktmatch der Play-Downs gegen das bemitleidenswerte Schlusslicht der Südost-Gruppe ging. Mit dem 4:1-Sieg gegen die Höchstadt Alligators war Miesbachs Trainer durchaus zufrieden: „Dieser Sieg war erst ein kleiner Schritt. Aber ich bin trotzdem froh, dass wir gewonnen haben.“ Dafür wurde seine Hoffnung auf einen Punkt in Berlin beim 3:6 allerdings enttäuscht.

Damit unterstrichen die Berlin Capitals einmal mehr ihre Heimstärke. Schon in der Vorrunde der Südost-Gruppe holten sie 40 ihrer 47 Punkte vor eigenem Publikum; die Tigers sollten bei ihrem Auftritt in der Hauptstadt also gewarnt sein. Allerdings entführte der ESV am 4. Januar schon einmal die Punkte aus der Deutschlandhalle.

Coach Andreas Brockmann kann aber wieder auf Jan Schertz zählen, der seine Aduktoren-Probleme überstanden hat, und freut sich zudem über eine torhungrige dritte Angriffsreihe, in der unter anderem der zu Saisonbeginn für Bayreuth spielende Hugo Gigùere kräftig scort. Dennoch standen dem Trainer am vergangenen Wochenende nur 13 Akteure zur Verfügung. Zahlreiche Verletzte und einige Abgänge schmälern das personelle Angebot, über das Brockmann verfügen kann.

Hinter den Kulissen basteln die Verantwortlichen der Capitals derzeit an einer neuen Struktur für den vom finanziellen Aus bedrohten Verein. So deutet alles darauf hin, dass die Capitals eine Vermarktungsgesellschaft gründen wollen. Ein solches Modell hatten auch die Tigers vor wenigen Jahren praktiziert. Seine genauen Pläne lässt Präsident Lorenz Funk aber noch verhüllt, erst im Februar soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung über die neue Struktur entscheiden. (Ingo Schorlemmer)

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