Bayreuth: Versöhnlicher Abschluss und ein Etat, der in den Sternen steht

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Den Abstieg vermeiden - das war laut Stefan Kagerer das Ziel, mit dem der frühere Coach der verendeten Haßfurter Haie verpflichtet wurde. Das Ziel ist erreicht, und der Saisonausklang stimmte mit dem 6:4 (3:1, 2:0, 1:3) gegen die ebenfalls gesicherten Revier Löwen Oberhausen durchaus versöhnlich.

Die knapp 800 Bayreuther "Hardcore-Fans", wie sie ESV-Vorsitzender Karsten Kamper bezeichnete, sahen ein über weite Strecken mittelmäßiges Oberligaspiel mit einem gut aufgelegten Jan Barta, der seine Scorerbilanz um fünf Punkte (drei Tore, zwei Vorlagen) aufbessern konnte. Erfreulich auch, dass Nachwuchsstürmer Stephan Schmidt zwei Treffer beisteuerte. Am Rande der Bande wurden bereits die ersten Spieler verabschiedet. Ein Transparent galt Manuel Bayer, der nach drei Jahren Bayreuth in seine Deggendorfer Heimat zurückkehrt.

Nicht die einzige Änderung, die sich für die Saison 2005/2006 beim ESV Bayreuth abzeichnet. Vorrangiges Interesse gilt in erster Linie der Finanzlage des Klubs, der vor noch Jahresfrist sein Leben ausgehaucht zu haben schien. Schenkt man den Aussagen von Karsten Kamper Glauben, dann zeichnet sich ein Silberstreif am Horizont ab: "Wir sind noch nicht ganz raus aus dem Tal, aber wir stehen besser da als vor einem Jahr und konnten sogar Schulden abbauen."

Der Etat für die nächste Spielzeit stehe, so Kamper, "derzeit in den Sternen", da auch noch überhaupt nicht klar sei, in welcher Form sich die Oberliga künftig präsentieren wird. Wie berichtet, konnten sich die Vereinsvertreter am Samstag auf der Sitzung der Eishockeyspielbetriebsgesellschaft (ESBG) nicht über einen Modus einigen. Womöglich entscheidet die Zahl der Klubs, die eine Lizenz bekommen, darüber, ob es zweigleisig weitergeht oder aber eine eingleisige Liga zu Stande kommt. (Inwiefern auch die Revier Löwen aus Oberhausen erneut für die Oberliga melden, wagte Trainer Markus Scheffold am Sonntagabend nicht zu sagen.)

Ligenzugehörigkeit hin oder her: Kamper stellte klar, dass er auch künftig gerne Stefan Kagerer an der Tigers-Bande wissen möchte. "Wir hatten zunächst einen Trainer aus dem Reich der Fabel", spielte er auf die gescheiterte Liaison mit Joe West an. Mit Kagerer sei eine neue Qualität ins Bayreuther Eishockey eingekehrt. "Der Gesamtvorstand möchte Stefan Kagerer in der Funktion als Trainer und Manager gerne langfristig binden", sagte Kamper.

Kagerer selbst bat sich Bedenkzeit aus. Der Trainer, dem auch Angebote anderer Vereine vorlägen, machte keinen Hehl daraus, dass bei einer weiteren Zusammenarbeit "noch einige Dinge" zu klären seien. Der Coach habe den Verantwortlichen bereits ein umfangreiches Konzept vorgelegt. Unter anderem gelte es, rechtzeitig die finanziellen Rahmenbedingungen abzustecken. "Wir müssen Schritt für Schritt denken und kontinuierlich Aufbauarbeit leisten", sagte er und nannte dafür einen Zeitraum von drei Jahren. jn

ESV Bayreuth - Rev. Löwen Oberhausen 6:4 (3:1, 2:0, 1:3)

Tore: 1:0 (4.) Barta; 2:0 (4.) Schmidt (Stoyan, Barta - 5 gegen 4); 3:0 (11.) Bovenschen (5 gegen 4); 3:1 (12.) Musga (Kyei-Nimako); 4:1 (34.) Barta (Almagro, Plate); 5:1 (38.) Schmidt; 5:2 (44.) Musga (Pelzer); 5:3 (51.) Lumare (Heise - 4 gegen 4); 5:4 (58.) Nickel (Heise, Baum); 6:4 (59.) Barta (Plate - 5 gegen 6)

Schiedsrichter: Schummers (Grefrath). - Zuschauer: 853. - Strafminuten: Bayreuth 20 plus 10 gegen Almagro (übertriebene Härte), Oberhausen 28 plus 10 gegen Heise (übertriebene Härte)