Bayreuth Tigers: Abschied von Martin Löhle?

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Der junge ESV-Stürmer denkt über einen Wechsel zum EV Ravensburg nach.

Es wäre ein Verlust für den ESV Bayreuth: Martin Löhle spielt mit dem Gedanken die Tigers zu verlassen. Der 23-Jährige will wegen seines Studiums in Ulm zum EV Ravensburg in die Oberliga Südwest wechseln.

Vor drei Wochen hatte der Stürmer sich mit diesem Anliegen an den ESV-Vorstand und an den EV Ravensburg gewandt, am Mittwochabend brütete das Gremium über einer Entscheidung: Freigabe oder nicht? Noch am Donnerstag hüllte sich der ESV über das Ergebnis der Sitzung in Schweigen, erst nach dem Spiel gegen Hannover am Freitag werde Sportlicher Leiter Peter Diener zu den Thema Stellung nehmen. Löhle wird zumindest am Freitag noch für die Tigers spielen, in Ravensburg wird mit einem Umzug des 23-Jährigen am Wochenende gerechnet.

Ohne Zweifel würde Löhles Abgang ein tiefes Loch in den zweiten Bayreuther Block reißen. Die beiden Kanadier Jarret Reid und Ben Maidment würden einen konsequenten und fleißigen Arbeiter an ihrer Seite verlieren. Der 23-Jährige hatte vor allem in den jüngsten Spielen immer wieder mit seiner großen Einsatzbereitschaft überzeugt.

Bevor Löhle nach Bayreuth kam, hatte er bereits zwei Jahre für den EC Atlantis Ulm/Neu-Ulm gespielt, der vor Saisonstart Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem musste er immer montags nach Ulm fahren, um dort zu studieren. Den Rest der Woche verbrachte der Spieler in Bayreuth.

Sein möglicher neuer Arbeitsgeber hüllte sich am Mittwoch noch in Schweigen: „Mir ist nichts bekannt“, blockte Pressesprecher Roos Fragen nach einem Wechsel Löhles ab. „Und wenn es so wäre, würde ich es nicht sagen.“ Klar ist allerdings, dass die Tabellenführung der Schwaben auf einem schwachen Fundament steht: Ihr Kader ist recht dünn und zudem hat das Team auch längerfristig Verletzte zu beklagen.

Schon längst sind die Verantwortlichen also auf der Suche nach kurzfristigen Verstärkungen. Martin Löhle wäre wohl eine gute und schnelle Lösung, denn der Transfer könnte und müsste noch im Dezember über die Bühne gehen.

Mit dünnen Personaldecken haben auch die Gegner der Tigers an diesem Eishockey-Wochenende zu kämpfen. Hannovers Coach Greg Thomson, dessen Team am Freitag (19.30 Uhr) in Bayreuth antritt, konnte am vergangenen Wochenende gar nur acht Stürmer aufbieten – nicht einmal drei komplette Reihen. Das sollte sich rächen: Mit 1:2 zogen die Indians in Selb den Kürzeren und kassierten damit ihre vierte Niederlage in Folge. Ihren zweiten Tabellenplatz mussten die Niedersachsen an Dresden abgeben.

Zudem sorgt die Diskussion um eine Fusion der beiden Hannoveraner Eishockeyklubs Scorpions (DEL) und Indians (Oberliga) für reichlich Gesprächsstoff an der Leine. Ausgerechnet der Chef der finanziell und sportlich krisengeschüttelten DEL-Mannschaft, Jochen Haselbacher, hatte das eigentlich Undenkbare auf die Agenda gesetzt, weil beide Vereine bei Zuschauern und Sponsoren am Krückstock gehen. Bei den Indians klafft noch ein 70.000-Euro-Loch im Etat, bei den Scorpions ist es etwa das Doppelte. Indians-Chef Bernd Spenke hat die Annäherungsversuche des Nachbarclubs zunächst zurückgewiesen: „Das wäre keine Kooperation, das wäre eine feindliche Übernahme.“

Das Wort „Krise“ wäre in Verbindung mit dem Höchstadter EC, bei dem die Tigers am Sonntag (18.30 Uhr) antreten, fast noch beschönigend. An den letzten Heimsieg können sich die Fans wohl kaum noch erinnern – er war am 21. Februar. Lächerliche fünf Punkte haben die Alligatoren in dieser Saison bisher gesammelt, zuletzt hagelte es zwölf Niederlagen in Folge.

Auch wenn Trainer Viktor Lukes am Wochenende bis auf den gesperrten Michael Pastika das gesamte Team einsetzen kann, die Freude an der Aisch hält sich in Grenzen. Die Abwehr ist das große Sorgenkind der Alligatoren und auch Torhüter Tobias Güttner zeigte sich in vielen Partien alles andere als sicher. Auch in Höchstadt ist man deshalb auf der Suche nach Verstärkung und ein Mal bereits fündig geworden: Andrej Kolesnikov stieß zum Team. Und auch die Konkursmasse der Zweitliga-Diva SC Riessersee will HEC-Manager Andreas Rühlmann intensiv beobachten. „Anfragen kostet nichts.“ (is - Bayerische Rundschau)

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