Bayreuth: Spannung – sonst nichts

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Wölfe-Kapitän Elko Porzig schlug entgeistert die Hände über dem Kopf zusammen. Teamkollege Jeff Wittig wählte noch eine drastischere Geste: Er rieb eine imaginäre Münze zwischen seinen Fingern und schaute Richtung Schiedsrichter Gerhard Mrachatz. Der wurde gekauft, wollte er damit ausdrücken. Was war es, was die beiden Spieler des ERC Selb derart

aufbrachte?

19:55 zeigten die Zeitnehmer im Bayreuther Eisstadion an. Selb führte im Schlussdrittel in einem äußerst niveauarmen Derby mit 3:2 gegen die Tigers, als plötzlich das ERC-Tor quer stand. Schlussmann Kai Fischer hatte ein wenig nachgeholfen, das Gehäuse aus seiner Verankerung gehoben. Er wollte ein Bully erzwingen, um seiner Mannschaft eine Verschnaufpause zu verschaffen im permanenten Ansturm der Bayreuther, die mit Macht auf den Ausgleich drängten. Doch die Regel besagt klar: Absichtliches Torverschieben in der Schlussminute gibt Penalty. Mrachatz lag richtig mit seiner Entscheidung. Daniel Jun nahm das Geschenk an und Bayreuth immerhin einen Punkt mit, weil Selb nach torloser Verlängerung schließlich einmal öfter im Shoot-out traf als die Gastgeber.

Spannung - das war's auch schon, wovon das Derby zwischen den fränkischen Rivalen lebte. Allein der Showdown konnte die Zuschauer auf beiden Seiten erwärmen. In den 59 Minuten davor war spielerische Magerkost geboten. Versprungene Pucks, verpasste Anspiele, verhaspelte Aktionen waren die Regel. Bayreuth fand gegen die technisch doch arg limitierten, aber klug gestaffelten Selber kaum Mittel. Lediglich in den Anfangsminuten dominierten die Einheimischen. Doch schien es, als hätte sich nach der schnellen Führung durch Sintenis (2.) in den Köpfen der Tigers-Spieler die Ansicht breit gemacht: Die packen wir mit links.

Das sollte sich rächen, auch weil Torwart Udo Döhler keinen ganz guten Tag erwischt hatte. War es noch Pech beim Ausgleich, als die Scheibe unglücklich für ihn von der Bande hinter dem Tor genau auf den Schläger von Corey Spring sprang, so trifft ihn an den Treffern zwei und drei (König per Bauerntrick) eine Mitschuld. Begünstigt wurden die Gegentore freilich von drei ESV-Abwehrreihen, die sich alles andere als sattelfest präsentierten und sich durch einfachste Fehler regelmäßig selbst in die Bredouille brachten.

Hinten zu ungeordnet und vorne mit zu wenig Durchschlagkraft (Neuverpflichtung Michael Thurner war bemüht, blieb aber unauffällig) – zwei der Gründe, warum Selb nicht einmal unverdient zwei Punkte vom Erzrivalen entführte. Auch wenn ESV-Trainer Doug Irwin von einem „gewonnenen Punkt“ sprach, darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass gegen Mannschaften wie Selb normaler Weise drei Punkte Pflicht sind - zumal dann, wenn Bayreuth noch ein ernsthaftes Wort um Rang 5 mitreden will. Angesichts der gezeigten Leistung und der nächsten Gegner (Weißwasser, Dresden, Schweinfurt und Bremerhaven) steht zu befürchten, dass das Rennen bis Jahresende schon gelaufen sein könnte. (Jochen Nützel – Bayerische Rundschau)

Bayreuth Tigers - ERC Selb 3:4 n.P. (1:1, 1:2, 1:0, 0:1)

Tore:

1:0 (3.) Sintenis; 1:1 (12.) Spring (Pufal, Kulonen); 1:2 (29.) Crombeen (Holden, Garthe); 1:3 (32.) König (Trolda, Ondruschka); 2:3 (38.) Reid (Tremblay, Maidment; Überzahltor); 3:3 (60.) Jun (Penalty)

Schiedsrichter: Mrachatz (Osterode)

Strafminuten: 12 / 14 plus zehn Disziplinarstrafe für Schramm

Zuschauer: 2371.

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