Bayreuth: Katerstimmung bei den Tigers

Kampf an mehreren Fronten - Suche nach GeldgebernKampf an mehreren Fronten - Suche nach Geldgebern
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Freude und Entsetzen wechselten selten so schnell wie am Freitag und am Ende legte sich Enttäuschung bleischwer und zäh über den Bayreuther Fanblock. 800 Tigers-Anhänger waren nach Schweinfurt gehastet, getrieben von dem Hoffnung, ihre Mannschaft in die Meisterrunde der Eishockey-Oberliga brüllen zu können. Es hat nicht gereicht: Bayreuths kühner Traum ist geplatzt. Nach der 5:7-Niederlage in Schweinfurt können die Tigers die Meisterrunde nicht mehr erreichen.



Nun macht sich Katerstimmung breit, der Rausch der letzten Siege ist so plötzlich und bitter verflogen. Alles Zittern, alles Bangen, alle Hoffnung – wieder einmal umsonst. In den letzten zehn Spielminuten brachen die Tigers auf dem Eis ein, Schweinfurt versetzte ihnen mit drei Treffern den entscheidenden Tritt, der sie zurückstößt in die kalten Wasser der Abstiegsrunde.

Mit nur noch vier Verteidigern hatte sich der ESV durchgekämpft bis ins dritte Drittel, nachdem Manuel Bayer schon nach drei Minuten einem Schlag auf die Hand bekommen hatte und aufgeben musste. Die verbliebenen beiden Restreihen in der Defensive stemmten sich zwar mit aller Kraft gegen die Niederlage, doch auf der Zielgeraden ging ihnen die Puste aus.

Während der Icedome im Schweinfurter Freudentaumel versank, verabschiedeten sich die Tigers mit gequälten Mienen von ihren Fans. So lange hatten sie das Ergebnis ausgeglichen gestalten können, eine Schweinfurter 2:0-Führung aus den ersten 18 Minuten ausgeglichen, einen erneuten kleinen Rückschlag weggesteckt, wieder egalisiert, endlich in Führung gegangen, erneut einen Gegentreffer kassiert, wieder in Front gelegen, als Schweinfurt zum zweiten Mal ausglich Schweinfurt. Und dann kam das bittere Ende: Mit zwei weiteren Toren nutzten die Mighty Dogs das körperliche Tief der Tigers, um ihnen die beiden entscheidenden, schmerzhaften Stiche zu versetzen. Die Begegnung war gelaufen, alle Hoffnung zerstört.

„Das war ein absolut verrücktes Spiel“, jubelte ERV-Geschäftsführer Jamie McKinley, der einmal selbst im Icedome auf dem Eis gestanden hatte. Er schnaufte noch einmal richtig durch: „Ich bin um mindestens fünf Jahre gealtert.“ Mit einem glücklichen Lächeln registrierte sein Trainer Jari Pasanen den Erfolg des Teams. Seine Arbeit hat sich ausgezahlt, die Mighty Dogs machen hinter ihrem Saisonziel einen grünen Haken.

Für Bayreuth bleibt indes noch die Hoffnung, in der Abstiegsrunde zumindest den ersten Platz zu erreichen. Das ist wieder die Qualifikation für den DEB-Pokal, die höherklassigen Gegner in der Lostrommel wären eine kleine Entschädigung für das Scheitern am Freitag. Aber eigentlich hat auch der ESV Bayreuth sein Soll erfüllt, denn das Ziel zu Saisonbeginn war es, möglichst lange um den 5. Platz mitzuspielen. Dennoch überwiegt die Trauer über das Scheitern wenige Meter vor der Ziellinie.

Auf Tigers-Coach Doug Irwin wird in den nächsten Tagen viel Arbeit zukommen, will er die Enttäuschung aus den Köpfen seiner Spieler vertreiben. Sie müssen nun in einem Hin- und einem Rückspiel gegen die Sechst- bis Zehnplatzierten der Oberligen Südost und Südwest antreten. Alle Teams starten dabei mit null Punkten. Das Schlusslicht dieser verzahnten Abstiegsrunde tritt den Gang in die Landesligen an. Bayreuth dürfte davon nicht bedroht sein, aber der schwere Gang für die Tigers beginnt nun von vorne. (Ingo Schorlemmer)

ERV Schweinfurt – ESV Bayreuth 7:5 (2:1; 2:3; 3:1)

Tore:

1:0 (5.) Heindl (Schadewaldt, Reiser); 2:0 (18.) Waßmiller (J. Müller, Nemirovski); 2:1 (18.) Brandstädter (Gödtel); 2:2 (27.) Müller (Splitter, Kustermann); 3:2 (27.) Frost (Juhasz); 3:3 (28.) Brandstädter (Tremblay, Jun); 3:4 (30.) Tremblay (Jun, Brandstädter); 4:4 (38.) Mortier (Dejdar); 4:5 (43.) Tremblay (Jun); 5:5 (49.) Frost (Juhasz, L. Müller); 6:5 (51.) Görlitz; 7:5 (57.) Mortier

Schiedsrichter: Trainer (Bad Aibling). – Strafminuten: 10 / 8. – Zuschauer: 3028

Sturmtalent aus Deggendorf verstärkt den REC
Daniel Schröpfer wechselt zu den Rostock Piranhas

​Mit Daniel Schröpfer wechselt ein spannendes Nachwuchstalent aus der Oberliga Süd in den hohen Norden. Der 21-Jährige absolvierte trotz seines jungen Alters bereits...

Victor Östling kommt aus Hamburg
Icefighters Leipzig besetzten dritten Kontingentstelle

​Das Team der EXA Icefighters Leipzig ist komplett. Die dritte Kontingentstelle wird mit Victor Östling besetzt....

Planungen abgeschlossen
Arturs Sevcenko besetzt dritte Kontingentstelle der Lindau Islanders

​Das letzte Puzzlestück im Kader der EV Lindau Islanders ist eingefügt. Stürmer Arturs Sevcenko besetzt die dritte Kontingentstelle neben Martin Mairitsch und Vertei...

Alligators besetzen dritte Kontingentstelle
Klavs Planics wechselt zu den Höchstadt Alligators

​Nach Eetu-Ville Arkiomaa dürfen die Höchstadt Alligators wieder einen Neuzugang in ihren Reihen begrüßen: Mit Klavs Planics erhält das Team erneut Verstärkung im St...

Früherer Starspieler und Ex-Coach kehrt zurück
Greg Thomson wird Nachwuchskoordinator beim EC Hannover

​Der EC Hannover Indians e.V. bastelt weiter an der Zukunft des Stammvereins. Den Verantwortlichen des ECH e.V. ist es gelungen, mit Greg Thomson eine Pferdeturm-Leg...

Auftakt am 22. September
Oberliga Nord beginnt mit Westderby

​Endlich wieder Eishockey. Für den Fan, der im Augenblick bei tropischen Temperaturen brav vor sich hin schwitzt, ein Lichtblick. Nachdem in den letzten drei Monaten...

Anthony Hermer gehört zum Team
Junges Talent komplettiert die Blue Devils Weiden

​Anthony Hermer (17) steht auch in der anstehenden Saison 2022/2023 im Oberliga-Kader der Blue Devils Weiden. ...

Verteidiger verpflichtet
Passau Black Hawks verstärken sich mit Samuel Mantsch

​Die Passau Black Hawks haben Verteidiger Samuel Mantsch verpflichtet. ...

Oberliga Nord Hauptrunde

Oberliga Süd Hauptrunde