Bayreuth: Diesmal stimmte die Torausbeute

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„Sommereishockey“, ätzte Berlins Trainer Andreas Brockmann nach der Niederlage. 4:8 hatten seine Berlin Capitals beim ESV Bayreuth verloren. Mit einem Husarenritt durch das erste Drittel sorgten die Tigers schon von Beginn an für klare Verhältnisse. Nach 21 Minuten führten sie bereits mit 6:1.


Der Capitals-Coach sah es keineswegs gerne, dass Bayreuths Stürmer plötzlich eine ganz andere Durchschlagskraft aufwiesen als noch bei der 1:6-Pleite am Freitag in Miesbach. Sein Team hingegen schien in den Anfangsminuten noch nicht auf dem Eis angekommen zu sein: „Meine Mannschaft hat eine katastrophale Leistung geboten“, schimpfte Brockmann.

Entsprechend angesäuert stapfte der Berliner in der ersten Drittelpause durch den Kabinengang und geriet dabei mit Schiedsrichter Rolf Zupp aneinander. Der reagierte prompt: Er verhängte gegen Brockmann eine Spieldauerdisziplinarstrafe und verbannte ihn auf die Tribüne. Von dort sah der Trainer eben jenes „Sommereishockey“: „Das Spiel hätte auch 14:7 ausgehen können.“ Denn ab dem zweiten Abschnitt häuften sich auch für sein Team die Chancen – um meistens gleich reihenweise vergeben zu werden.


Die Tigers hatten nämlich angesichts der klaren Führung begonnen, die Partie locker zu nehmen. Immer wieder trieben die mangelnde Abstimmung in der Abwehr und die daraus resultierenden Chancen des Gegners Tigers-Trainer Doug Irwin Sorgenfalten auf die Stirn. Sein Torhüter Udo Döhler rückte mehrmals in das Zentrum des Geschehens. Döhler hatte gegen seinen Ex-Verein diesmal den Vorzug vor dem jungen Dennis Endras bekommen, der die vergangenen Partien bestritten hatte. „Dennis hat nach vielen Spielen eine Pause gebraucht“, begründete Irwin seinen Entschluss, diesmal auf Döhler zu setzen.

Und der Ex-Nationalspieler hatte ab dem zweiten Abschnitt gut zu tun, nachdem die Bayreuther Abwehr in ihrer Konzentration mehrere Auszeiten nahm. Vor allem direkt vor Döhler taten sich große Abwehrlücken auf, die die Capitals jedoch nicht zu nutzen verstanden.


Im Sturm klappte es hingegen wesentlich besser. Eine Reihe tat sich bei der Jagd nach Treffern besonders hervor: Thomas Brandstädter, Daniel Jun und Dave Tremblay. Die zuletzt so oft in die Bedeutungslosigkeit abgetauchte Formation steuerte am Sonntag mehr als die Hälfte aller Bayreuther Treffer bei. Diesmal jedoch setzten sie – wie alle übrigen Tigers-Stürmer auch – mit überlegten und schnellen Angriffen Akzente.

Aufmerksamkeit erregte auch Schiedsrichter Zupp im dritten Abschnitt. Allein in diesen 20 Minuten verteilte er 28 Strafminuten gegen beide Teams, obwohl das Spiel keineswegs von allzu großer Härte geprägt war.


Nach dem Sieg gegen Berlin geht für die Tigers das Auf und Ab in der Abstiegsrunde munter weiter. Nachdem Spitzenreiter Füssen am Sonntag in Haßfurt mit leeren Händen ausging, hat Bayreuth trotz der Niederlage vom Freitag zumindest keinen weiteren Punkt auf den ersten Tabellenplatz eingebüßt, mit dem der Verein ein Ticket für den DEB-Pokal lösen würde. Drei Punkte trennen die Tigers vom Spitzenplatz, der ESV befindet sich allerdings in einem dicht gedrängten Verfolgerfeld, in dem sich alle Mannschaften noch Hoffnungen machen können, nach den letzten vier Spieltagen ganz oben zu stehen. (Ingo Schorlemmer)


ESV Bayreuth – Berlin Capitals 8:4 (5:1; 2:2; 1:1)


Tore:

1:0 (4.) Reid (Sochan, Precan; Unterzahltor); 2:0 (9.) Brandstädter (Precan, Jun); 2:1 (11.) Giguère (Detulleo, Kanellopulos); 3:1 (11.) Brandstädter (Tremblay, Jun); 4:1 (18.) Sochan (Sintenis, Splitter); 5:1 (20.) Tremblay (Sochan, Jun); 6:1 (21.) Tremblay (Sochan, Maidment; 5-3-Überzahltor); 6:2 (23.) Detulleo (Schertz, Czajka; Überzahltor); 7:2 (32.) Heichele (Jun, Tremblay); 7:3 (32.) Detulleo (Kanellopulos, Giguère); 8:3 (53.) Jun (Precan, Tremblay); 8:4 (59.) Giguère (Detulleo)

Schiedsrichter: Zupp (Duisburg). – Strafminuten: 28 plus 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Brandstädter. – Zuschauer: 852