Bayreuth: Der dritte Sieg in Folge

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Wohlwollen sieht anders aus: Der Trainer des ERC Haßfurt, Stefan Kagerer, kam an der Bande aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Und Wohlwollen hört sich anders an: „Es kann nicht sein, dass wir nur mit zehn, elf Mann spielen.“ Die Kritik des Haie-Coaches an seiner Mannschaft fiel vernichtend aus. Der Grund: Die deftige 1:5-Niederlage seines Teams gegen den ESV Bayreuth am Freitag.

Kein Wunder: Abgesehen von einigen Minuten im ersten Drittel waren die Haie in Bayreuth schlicht überfordert. Zu wenig Körperspiel, zu wenig Einsatz, zu wenig Ideen. Also insgesamt zu wenig, um ernsthaft die Hand nach drei Punkten in Bayreuth auszustrecken.

Denn die Tigers schwimmen derzeit auf einer kleinen Erfolgswelle und hoffen weiter, von ihr noch auf Platz 5 gespült zu werden. Auf drei Siege in Folge kann der ESV mittlerweile zufrieden zurückblicken. Der Tigers-Express rollt, wenn auch manchmal etwas holprig.

Am Freitag jedenfalls stotterte der Motor nicht. Schon von Beginn an erarbeiteten und erspielten sich die Bayreuther immer wieder gute Gelegenheiten, und es war Michael Thurner, der mit seinem ersten Tor den Startschuss gab für die gute Vorstellung seines Ensembles. „Michael Thurner kommt immer besser ins Spiel“, lobte auch Tigers-Trainer Doug Irwin den Späteinsteiger, der für Martin Löhle ins Team gekommen war. Und auch Thurners Sturmpartner Jarret Reid fühlte sich auf dem Eis sichtlich wohl. Wohl auch, weil die Zusammenarbeit mit dem schon seit Wochen zumeist auf hohem Niveau spielenden Verteidiger Robin Sochan tadellos funktionierte.

Während Irwin also allen Grund zur Freude hatte, musste Kollege Kagerer mitansehen, wie sein Team spätestens ab dem zweiten Drittel kaum mehr ein Bein auf das Eis bekam. Lediglich die Sturmreihe mit Sebastian Buchwieser, Peppi Eckmair und Patrick Ullmann war in der Lage, ein vernünftiges Spiel nach vorne aufzuziehen, der große Rest hatte sich schon bald aus der Partie ausgeklinkt.

Kagerer weiß, dass sein Play-off-Zug längst abgefahren ist – und deshalb macht im die mangelnde professionelle Einstellung einiger Spieler besonders wütend. „Einige waren nicht bereit, Vorbereitungen für die Play-downs zu treffen“, polterte er in Richtung seiner Mannschaft und hängte den bedeutungsschweren Satz „Dann muss der Verein diese Vorbereitungen treffen“ hinten an. Viel Raum für Interpretation.

Der ESV Bayreuth hingegen war vorbereitet: Cleverer, abgeklärter, spielerisch und läuferisch besser – es war keine Frage, warum der Gastgeber die Punkte einheimste. Zumal die Oberfranken auch den besseren Torhüter besaßen: Dennis Endras blieb ohne Fehl und Tadel, einzig der verdiente Shut-out blieb ihm verwehrt, weil die Bayreuther Unterzahlbox am Ende viel zu passiv blieb.

Sein Gegenüber Markus Nachtmann hingegen strahlte alles andere als Souveränität aus, oft genug vergaßen aber auch seine Vorderleute, ihm zuzuarbeiten. Vier der fünf Bayreuther Treffer resultierten daher aus Nachschüssen, nachdem Nachtmann die Scheibe nicht festgehalten hatte und kein Verteidiger zur Stelle war, um die Situation zu bereinigen.

Auf der Gegenseite klappte das in den wenigen brenzligen Situationen zumeist besser, auch wenn Irwin wieder nur fünf Verteidiger einsetzen konnte. Aber das Personalproblem könnte sich, wie am Rande der Begegnung bekannt wurde, demnächst bereits wieder lösen: Petr Precan hat die Operation nach seiner schweren Gesichtsverletzung gut überstanden und könnte in den nächsten Tagen bereits wieder aufs Eis zurückkehren. „Es liegt jetzt an ihm“, erklärte ESV-Vorsitzender Klaus Wiesenmüller. Auch Marco Zimmermann ist auf dem Weg der Besserung, so dass Doug Irwin bald wieder drei komplette Defensivformationen wird aufbieten können. (Ingo Schorlemmer)


ESV Bayreuth – ERC Hassfurt 5:1 (2:0; 2:0; 1:1)

Tore: 1:0 (10.) Thurner (Reid, Sochan); 2:0 (17.) Reid (Sochan, Jun; Überzahltor); 3:0 (24.) Brandstädter (Jun, Gödtel); 4:0 (30.) Jun (Tremblay, Heichele); 5:0 (51.) Gödtel (Tremblay, Sochan); 5:1 (60.) Buchwieser (Eckmair, Oertel; Überzahltor)


Schiedsrichter: Korb (Bremen). – Strafminuten: 10 / 8 plus 10 Minuten Disziplinarstrafe gegen Körner. – Zuschauer: 1572.