Bayreuth: Der Absteiger stellt sich vor

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Sie stehen bereits als wirtschaftlicher Absteiger aus der Eishockey-Oberliga fest, doch allzu leicht wollen es die Eisbären Kempten ihren Gegnern nicht machen. Zwar weist die Tabelle die Allgäuer derzeit auch sportlich auf dem letzten Platz aus, doch haben gerade die jüngsten Spieltage das Tableau kräftig gestaucht. Nur sieben Punkte trennen den Erst- und den Letztplatzierten. Punkte sind deshalb für jedes Team dringende Pflicht – sowohl für Kempten als auch Bayreuth, das am Freitag (19.30 Uhr) auf die Eisbären trifft. Zumal die Tigers am Sonntag (18 Uhr) beim Zweitplatzierten EV Füssen antreten müssen.

Rund läuft es derzeit keineswegs beim ESV Bayreuth: Nur mit großem Glück bezwangen die Tigers die noch in der Vorrunde so hoffnungslos überforderten Höchstadt Alligators in der Verlängerung, und selbst aus dem Oberfranken-Derby gegen die Selber Wölfe konnten die Tigers kein Selbstvertrauen ziehen, weil der ERC Selb gezwungen war, das Spiel kurzfristig abzusagen und auf den 2. März zu verlegen.


Immerhin ist Torhüter Udo Döhler von seiner Mittelohrentzündung genesen und hat sich am Donnerstag wieder ins Training eingeklinkt. Dennoch dürfte er es schwer haben, seinem Co-Keeper Dennis Endras den Platz zwischen den Pfosten wegzuschnappen, nachdem der 18-Jährige zuletzt hervorragende Leistungen gezeigt hatte.

Beim Freitagsgegner Kempten hingegen steht das Sportliche seit geraumer Zeit nicht unbedingt im Vordergrund. Nach der Pleite ihres Hauptsponsors sahen sich die Eisbären gezwungen, ebenfalls beim Amtsgericht vorstellig zu werden und Insolvenzantrag zu stellen. Der Verband reagierte prompt: Der EA Kempten wird in der nächsten Saison auf jeden Fall in der Landesliga spielen müssen.


Doch die Mannschaft von Trainer Georg Holzmann bleibt unberechenbar. Erst am vergangenen Wochenende besiegte sie das Team aus Füssen; und das, obwohl noch direkt vor dem Spiel Kemptens Insolvenzverwalter die bereits gesenkten Spielergehälter noch einmal um die Hälfte zusammenstrich. Immer wieder aufs Neue muss der Verein darum zittern, überhaupt noch am Spielbetrieb teilnehmen zu können.

Dennoch stimmt die Bilanz der Eisbären: In den vergangenen vier Spielen holten sie immerhin 7 von 12 möglichen Zählern. Punktgleich mit Bayreuth, Selb und Miesbach liegen sie am Tabellenende, obwohl bei den Eisbären immer wieder das Verletzungspech mit voller Härte zuschlägt.


Der 6-Punkte-Abstand zum EV Füssen (2.) ist für alle Vereine des Tabellenkellers jedoch theoretisch an einem Wochenende aufholbar. Vor allem, da die Allgäuer zuletzt merklich schwächelten. Trainer Franz-Josef Baader war jedenfalls mächtig sauer: „Bei uns fehlt es an der Einstellung. Ich lasse mir das auf Dauer nicht mehr bieten“, grollte er nach der Niederlage in Kempten am vergangenen Freitag – der dritten Schlappe in Folge.

So ganz schienen die Leoparden die Botschaft ihres Coachs aber noch nicht verinnerlicht zu haben. Nur mit Mühe quälten sie sich einen Spieltag später zu einem wenig ansehnlichen 1:0 gegen die Stuttgart Wizards. Immerhin konnte sich der EV Füssen mit diesen drei Punkten im oberen Tabellenfeld halten, weil zuvor die direkte Konkurrenz ebenfalls gepatzt hatte.

Dass die Tigers durchaus fähig sind, den EV Füssen zu schlagen, das haben sie bereits am 8. Februar bewiesen: Vor heimischem Publikum bezwang der ESV die Leoparden mit 2:0. Und wenn die Tigers sich vom Tabellenende verabschieden wollen, dann müssen sie auch im Allgäu Punkte holen. (Ingo Schorlemmer)