Bayreuth: Blick geht wieder nach unten

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Nix war’s. Der begierige Bayreuther Blick auf Platz 1 der Oberliga-Abstiegsrunde verlor sich im Leeren. Stattdessen muss er wieder ängstlich auf die Verfolger gerichtet werden, die den Tigers dicht auf den Fersen sind. 1:6 beim TEV Miesbach – den Freitagabend hatte sich Trainer Doug Irwin sicher anders vorgestellt.

Zumal er in der Pressekonferenz eingestehen musste, dass der Sieg auch in dieser Höhe verdient war. Fünf Spieltage vor Saisonende sind mit der Niederlage die Chancen des ESV auf den begehrten Platz an der Sonne geschrumpft – und damit auch die Hoffnungen, am DEB-Pokal teilnehmen zu dürfen. Ein zusätzliches Heimspiel gegen einen attraktiven Gegner wäre flöten gegangen.


15 Punkte aus den letzten sechs Spielen, so hatte Trainer Irwin seinem Team vorgerechnet, müssen geholt werden, um Spitzenreiter Füssen noch einmal kräftig in die Suppe zu spucken. Um das jedoch umsetzen zu können, dürfen die Tigers in allen noch kommenden Spielen keinen Zähler mehr dem Gegner schenken.

Mit anderen Worten: Tore schießen ist Pflicht; eine Pflicht, mit der es die Mannschaft am Freitag zumindest mal nicht so ernst genommen hat. Vor Heim-Goalie Ivo Capek herrschte freundlicher Dienst nach Vorschrift, die Kür wollte einfach nicht gelingen. Einzig Philipp Sintenis durfte jubeln. Wieder einmal. Der junge Spieler fühlt sich im Sturm um Klassen wohler als mit den Abwehraufgaben, die ihm Doug Irwin so lange in dieser Saison schon übertragen hatte. Seine Versetzung in des Gegners Hälfte hat Sintenis gut getan, drei Tore in den vergangenen drei Spielen sprechen eine deutliche Sprache.


Ansonsten herrscht im Sturm aber Ladehemmung. Chancen für einen Treffer jedenfalls waren auch am Freitag genug vorhanden. Kein Stürmer erwies sich aber als abgebrüht genug, einen Angriff mit etwas Verwertbarem abzuschließen.

Dabei hätte einfach mal ein Blick auf die andere Seite der Eisfläche genügt. Bei den Konter-Abschlüssen der Gastgeber hätten die Tigers sicher etwas lernen können. ESV-Torwart Dennis Endras jedenfalls war um seinen Job sicher nicht zu beneiden. Ein ums andere Mal ließen Miesbachs Konter den jungen Goalie alt aussehen.


Miesbachs neuer Trainer Fredy Sterba hatte seinem Team beim Toreschießen sehr gerne zugesehen. Schon ab den ersten Minuten des zweiten Drittels hatte er keinen Grund mehr, um die Punkte zu bangen, die sein Team auf dem Weg nach oben schließlich auch noch ganz gut gebrauchen kann. Mit einem Doppelschlag innerhalb von kaum mehr als einer halben Minute hatten Schweinsteiger und Jim Nagle das Bild auf der Anzeigentafel so verändert, dass es sich für Sterba ruhig coachen ließ.


Doug Irwin konnte selbst mit einer Auszeit seinem Team nicht mehr genug Schwung geben, dass es vorne etwas Zählbares zu Stande brachte, obwohl manch einer Reihe immer mal wieder gute Aktionen eingefallen waren. Lediglich in der Abwehr schien es nach der 15-Sekunden-Ansprache Irwins nach dem Doppelschlag ein bisschen geordneter zuzugehen. Dort vertraut Irwin in den Spielen bis Saisonende wieder auf den jungen Sebastian Mayer. Der 19-jährige Verteidiger, der am Freitag berufsbedingt noch nicht spielte, hatte zuletzt bei den Junioren sehr gute Leistungen gezeigt. (ngo Schorlemmer)


TEV Miesbach – ESV Bayreuth 6:1 (2:1; 2:0; 2:0)


Tore:

0:1 (7.) Sintenis (Heichele); 1:1 (9.) Schweinsteiger; 2:1 (19.) B. Nagle (Jansen); 3:1 (22.) Schweinsteiger (Pflügl); 4:1 (23.) J. Nagle (Waldschütz); 5:1 (44.) Vitek (J. Nagle, B. Nagle); 6:1 (49.) Waldschütz (J. Nagle, B. Nagle)


Schiedsrichter: Friesenegger (Kempten). – Strafminuten: 14 / 10. – Zuschauer: 400.