Bayreuth: Abschiedsgala für Martin Löhle - 10:3 Sieg in Höchstadt

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Am Ende war Martin Löhle ganz alleine. Alleine mit rund 250 mitgereisten Fans, die ihn noch einmal hochjubelten, während er für sie den Clown spielte. Ein paar wenige Minuten lang, zum letzten Mal, in einem fremden Stadion. Es war der Abschied von einem jungen Stürmer, der den ESV Bayreuth verlässt und zum EV Ravensburg wechselt. Und es war eine Gala, die sein Team ihm bei seinem letzten Auftritt bot: Mit 10:3 gewannen die Tigers in Höchstadt.

Ein Tor davon schoss Löhle selbst, zwei weitere bereitete er vor – ein gelungener Ausstand. Und der Beweis, dass die Lücke, die er hinterlässt, groß sein wird.


Allerdings machten die Höchstadter den Gästen aus Bayreuth das Toreschießen meist nicht allzu schwer. Für die leidgeprüften Zuschauer am Kieferndorfer Weg ist das mittlerweile ein gewohntes Bild, stille Melancholie macht sich breit an der Aisch. Seit zehn Monaten hat es keinen Heimsieg der Alligatoren mehr gegeben und dennoch markierte die Niederlage am Sonntag einen neuen negativen Höhepunkt: Zum ersten Mal in der zehnjährigen Vereinsgeschichte setzte es für Höchstadt eine zweistellige Schlappe vor eigenem Publikum.

Alligators-Trainer Viktor Lukes ist um seinen Posten wahrlich nicht zu beneiden: Zum 14. Mal in Folge musste er eine Niederlage erklären. Er tat es mit deutlichen Worten an seinen Torhüter: „Tobias Güttner hat gezeigt, dass wir ihm nicht vertrauen können.“ Eine verbale Ohrfeige für den wichtigsten Spieler eines Eishockeyteams.


Die Unsicherheit, die sich langsam immer mehr in der Höchstadter Mannschaft ausbreitete, nahm also ihren Anfang zwischen den Pfosten. Und als die Tigers zwischen der 25. und 30. Spielminute gleich vier Tore schossen und damit zwischenzeitlich 6:0 führten, musste Güttner seinen Platz schließlich an Michael Herzog abtreten.

Doch zu diesem Zeitpunkt schienen bei Höchstadt bereits alle Dämme gebrochen zu sein, auch wenn die Alligatoren in den Schlussminuten des zweiten Drittels plötzlich ein paar gute Möglichkeiten hatten. Bayreuth hatte sich offenbar mit seiner unübersehbaren Überlegenheit auf dem Eis selbst eingelullt und musste mit dem ersten Gegentor wieder wachgerüttelt werden. Dennis Endras, der in der 32. Minute für Udo Döhler ins Tor gekommen war, musste sich unverschuldet geschlagen geben.

Aber das Spiel war längst entschieden, vor allem weil Jarret Reid und Daniel Jun mit den gegnerischen Abwehrreihen ein munteres Spielchen trieben. Sie hatten den Platz dazu, weil Höchstadt ihn höflich gewährte; die Tigers durften sich so richtig austoben. Und so kam es, dass selbst Verteidiger Robin Sochan sechs Skorerpunkte (1 Tor, 5 Vorlagen) sammeln konnte.


Tigers-Trainer Doug Irwin jedenfalls hat den Auftritt seiner Mannschaft mit Genugtuung beobachtet: „Das Wichtigste ist, dass wir ein Sechs-Punkte-Wochenende haben.“ Denn nun ist in Bayreuth die Jagd auf Platz 5 wieder um Einiges aussichtsreicher. „Wir haben gute Chancen“, gibt sich Irwin überzeugt und verspricht: „Wir werden arbeiten bis Ende Januar.“ Am 18. Januar endet die Doppelrunde, spätestens dann steht fest, ob Bayreuth oben mitspielt. (is – Bayerische Rundschau)


Höchstadter EC – ESV Bayreuth 3:10 (0:2; 1:4; 2:4)

Tore: 0:1 (2.) Reid (Löhle); 0:2 (8.) Sochan (Bayer, Maidment; Überzahltor); 0:3 (25.) Jun (Precan, Tremblay); 0:4 (26.) Jun (Sochan; Überzahltor); 0:5 (29.) Löhle (Maidment, Sochan) ; 0:6 (30.) Reid (Sochan, Löhle); 1:6 (39.) Volek (Kukacka); 1:7 (42.) Reid (Sochan, Maidment); 1:8 (45.) Reid (Bayer, Sochan; 5-3-Überzahltor); 1:9 (47.) Jun (Tremblay, Precan); 2:9 (51.) Sikorski (Kukacka; Überzahltor); 2:10 (53.) Heichele (Reid, Maidment); 3:10 (60.) Rosa (Sikorski, Kukacka; Überzahltor)

Schiedsrichter: Korb (Bremen)

Strafminuten: 18 / 12 plus fünf plus Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Splitter

Zuschauer: 611

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