Bad Tölz verliert Schlagerspiel um Platz zwei in der Schlussphase

Heimpleite gegen BietigheimHeimpleite gegen Bietigheim
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Alte Rivalität, gepaart mit

dem Kampf um Platz zwei ist eine Symbiose, die sogar das sonst eher

zurückhaltende Publikum in Heilbronn in die Knorr-Arena lockt. Gut gefüllt

präsentierte die Heimspielstätte der Falken einen würdigen Rahmen für das

Gipfeltreffer der Oberliga. In einer Begegnung die eigentlich keinen Verlierer

verdient gehabt hätte, setzten sich die Heilbronner Falken gegen die Tölzer

Löwen in einem furiosen Endspurt mit 6:3 (1:1,2:2,3:0) durch. Dadurch haben die

Käthchenstädter alle vier Vergleiche der Vorrunde für sich entschieden.

Von Beginn an entwickelte

sich ein Kampf um jeden Meter Raum, um jede Scheibe. Das durchgehend hohe Tempo

unterstrich die Qualität beider Teams. Die Falken wirkten in den ersten Minuten

etwas giftiger, hatten auch erste Schussgelegenheiten. Unter die Kategorie

„fein herausgespielt“ fiel der Führungstreffer. Chris Stanley bediente präzise

und hart den vor Marko Suvelo lauernden Frank Petrozza. Der musste die Scheibe

nur noch hinter die Linie bugsieren. War die Brisanz alleine noch nicht der

Grund für höchste Konzentration, so wirkte dieses Gegentor als endgültiger

Wachruf für den Gast. Fortan lagen die Vorteile auf Seiten der Isarwinkler, für

deren Ausgleich es allerdings einer doppelten Überzahl bedurfte. Trevor Sherban

markierte dabei seinen ersten Treffer für die Bad Tölzer. Fünf Powerplays im

Vergleich zu deren drei auf Heilbronner Seite hätten durchaus für eine Führung

ausgereicht. Bis zur Pause blieb es jedoch beim leistungsgerechten Remis.

Gleich im ersten

Überzahlspiel nach der Pause war es aber soweit. Alan Reader verwertete den

Pass von Trevor Sherban gewinnbringend. Das wiederum ließen die Falken nicht

auf sich sitzen und starteten einen furiosen Angriffswirbel. Der Ausgleich war

einer Dummheit von Adam Borzecki geschuldet. Bei angezeigter Strafe für Max

Prommersberger malträtierte der Pole den Rücken seines Gegenspielers vor dem

Tor derart nachhaltig, dass Referee Aumüller auch ihn mit einer Pause bedachte.

Allgemein zeigte sich Axel Kammerer hinterher mit der Leistung seines Leaders

nicht bedingungslos zufrieden. Heiko Fischer traf im anschließenden Poweplay

zum Ausgleich. Knapp vier Minuten später war der erste richtige Abwehrfehler

bei den Mannen von Axel Kammerer zu verzeichnen. Nach scheinbar geklärter

Scheibe sah sich Trevor Sherban plötzlich zwei Falken-Angreifern gegenüber.

Routinier Luigi Calce ließ sich nicht zweimal bitten, stellte auf 3:2. Es war eine

rassige Partie, das Prädikat „Spitzenspiel“ authentisch. Nun war Bad Tölz

wieder am Drücker. Einen schnellen Gegenstoß nutzten Kurt MacSweyn und Alan

Reader zum neuerlichen Gleichstand. Dieser Angriff war eines der Highlights an

diesem Abend.

Die Entscheidung sollte in

den letzten zehn Minuten fallen. Erst hatten beide Teams ihre Möglichkeiten

abermals in Front zu gehen. Dann war es aber ausgerechnet ein Fehler des sonst

ausgezeichnet spielenden Trevor Sherban, der für die Vorentscheidung zu Gunsten

der Hausherren sorgte. Anstatt die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu

manövrieren, visierte der Tölzer Neuzugang die Kelle von Saschar Blank an. Der sagte

Danke Schön und überwand Marko Suvelo mit einem platzierten Flachschuss. Die

Buam durften unmittelbar nach dem Rückstand noch zwei Mal mit einem Spieler

mehr das Falken-Gehäuse berennen. Die Effektivität vorangegangener

Überzahlspiele war aber dahin. In den beiden Schlussminuten gelang den Schwaben

noch eine kosmetische Korrektur des Resultats.

Oliver Rabuser

Heilbronner Falken  vs  EC

Bad Tölz  6 : 3 (1:1, 2:2,3:0)

Tore: 1:0 (07:45) Petrozza

(Stanley, Esdale,5-4), 1:1 (15:37) Sherban (Borzecki, Mulock, 5-3), 1:2 (22:35)

Reader (Sherban, MacSweyn, 5-4), 2:2 (29:51) Fischer (Weilert, Schietzold,

5-3), 3:2 (33:31) Caig (Calce, Caudron), 3:3 (35:27) Reader (MacSweyn,

Schönberger), 4:3 (49:01) Blank, 5:3 (58:21) Stanley (Fischer, 5-4), 6:3

(59:46) Caig (Walther, Caudron)

Schiedsrichter: A.Aumüller

(Ottobrunn)

Strafminuten:  Heilbronn 

24  -  Bad Tölz 

20

Zuschauer: 2681


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