Bad Nauheim scheitert knapp – Riessersee im Finale

Im Halbfinale zwischen Riessersee und Bad Nauheim ging es zur Sache. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)Im Halbfinale zwischen Riessersee und Bad Nauheim ging es zur Sache. (Foto: Peter Hauser - www.stock4press.de)
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Für beide Teams stand an diesem Abend viel auf dem Spiel: die Bayern konnten mit einem Sieg das Finale klar machen, während die Hessen sich keine Niederlage erlauben durften. Dementsprechend verhalten begann das Match, in dem die Gäste natürlich aktiver sein mussten. Der SCR lauerte somit auf Fehler der Roten Teufel, die nach einer kurzen Abtastphase versuchten, das Match an sich zu reißen. Barta (5.) und Althenn (6.) hatten hierbei aussichtsreiche Möglichkeiten, doch zu ungenau waren die Schüsse der Bad Nauheimer. Wie bereits in den Partien eins und zwei waren es auch an diesem Abend wieder Kleinigkeiten, die zu Toren führten. Matthias Baldys verlor in der siebten Minute die Scheibe hinter dem eigenen Gehäuse an Zimmermann, der mit einem Bauerntrick den ohne Abwehrchance verbliebenen Markus Keller zum 1:0 für die Garmischer überwand. Bis auf diese Szene war der erste Abschnitt aber eine ausgeglichene Angelegenheit, bei der die Kurstädter vielleicht sogar einen Hauch gefährlicher und somit besser waren. Baldys hätte seinen Fehler in der 15. Minute fast wieder ausgebügelt, doch der Stürmer verzog einen Rückhandschuss nur Millimeter am Pfosten vorbei, so dass es bei diesem knappen Rückstand nach 20 (fair geführten) Minuten blieb.

In der ersten Minute des Mitteldrittels waren die Hessen mit Gedanken wohl noch in der Kabine, denn nach nur 41 Sekunden schloss Kyle Doyle einen schnellen Spielzug mit einem Schuss in den Winkel zum 2:0 für die Gastgeber ab. Dieses Tor war natürlich optimal für die Hausherren, die das Match somit aus einer gesicherten Defensive kontrollieren konnten. Bad Nauheim bemühte sich zwar, große Chancen sprangen allerdings nicht dabei heraus. Garmisch wartete hingegen auf den vielleicht alles entscheidenden Konter, der sich jedoch nicht ergab. Stattdessen wollten es die Roten Teufel noch einmal wissen und kamen zu aussichtsreichen Gelegenheiten von Schwab im Powerplay (28.), Piwowarczyk und Althenn (35.), in diesen Szenen zeichnete sich jedoch SCR-Goalie Wild mit tollen Paraden aus. Auch die größte Chance der Hessen durch den völlig frei stehenden Striepeke in der 36. Minute vereitelte der Torsteher, der in der 39. Minute Glück hatte, dass ein Treffer von Jan Barta aufgrund eines angeblichen hohen Stocks nicht gegeben wurde. Gare zog nach einem Konter ab, Wild parierte mit dem Schoner und das in hohem Bogen fliegende Hartgummi beförderte Barta schließlich über die Linie. Während ein Linesman auf Tor entschied, erkannte der Hauptschiedsrichter den Teufeln diesen Treffer ab, der so kurz vor der Pause natürlich immens wichtig gewesen wäre.

Im letzten Abschnitt bekamen die Hessen durch Strafen der Garmischer die Gelegenheit, zumindest den Anschlusstreffer zu markieren. Im ersten Anlauf nach einer Strafe gegen Völk funktionierte dies noch nicht, als mit Doyle und Kink gleich zwei Bayern in der Kühlbox saßen, nutzte Piwowarczyk die Situation in der 53. Minute zum ersten Bad Nauheimer Treffer. Nun wurden es noch einmal dramatische Schlussminuten. Die Hessen drängten auf den Ausgleich, während die Gastgeber hinten mit allen Akteuren verteidigten. Die Zeit lief den Wetterauern natürlich langsam aber sicher davon, 65 Sekunden vor dem Ende ging Markus Keller für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Garmisch hatte zwei Mal die Chance auf das empty net goal, doch Baum rettete einmal auf der Torlinie, und einmal warf sich Franz in den Schuss. Nach vorne ging jedoch nichts mehr, so dass es nach 60 Minuten hieß Sieg und Finaleinzug für den SC Riessersee. In einem ersten Resümee war es somit das erste Heimspiel (3:4 Niederlage n.V. trotz 3:0-Fürhung), das den entscheidenden Ausschlag in dieser Serie gab. „Wir sind natürlich enttäuscht. Ich bin mir sicher, dass wir am Sonntag das Finale klar gemacht hätten, wenn wir heute den Sieg nach Hause gebracht hätten. Aber wir müssen nun damit leben und den Blick nach vorne werfen. Ich lasse die Niederlage jetzt erstmal sacken nach der langen Saison“, sagte EC-Geschäftsführer Andreas Ortwein in einem ersten Statement.

Die Spielzeit 2010/11 ist somit für die Roten Teufel (fast) Geschichte, am nächsten Wochenende wird es eine gebührende Abschlussfeier geben, bei der die Fans ihr Team, das besonders in der Endrunde und den Play-offs tolle Leistungen gezeigt hat, noch einmal feiern können.

Tore: 1:0 (6:48) Zimmermann (Mayr), 2:0 (20:41) Doyle (Bartlett, Kink), 2:1 (52:20) Piwowarczyk (Baum/5-3). Strafen: Riessersee 12, Bad Nauheim 4. Zuschauer: 2503.

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