Aufsteiger überzeugt am ersten Wochenende

Ein kleiner SchrittEin kleiner Schritt
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Der EHC Dortmund ist bestens in seine erste Oberliga-Saison gestartet. Dem Auftaktsieg gegen Bad Tölz folgte ein 6:5 (1:4, 3:1, 1:0, 1:0)-Erfolg nach Verlängerung beim EV Füssen. Aber nicht nur die Bilanz kann sich sehen lassen, auch die Art und Weise, wie die Westfalen Elche im Allgäu zum Erfolg kamen, ist bemerkenswert.

Nach 13 Minuten führten die gastgebenden Leoparden bereits mit 4:0 und nach 21 Minuten stand ein 5:1 an der Anzeigentafel. Dann aber startete der EHC mit toller Moral eine Aufholjagd, konnte bis zur 44. Minute egalisieren und hätte bereits in der regulären Spielzeit den Siegtreffer erzielen können. Den hoben sich die Elche aber für die Overtime auf und nach 62:47 erzielte Jake Brenk zum Jubel der kleinen mitgereisten EHC-Fangemeinde das 6:5. In der anschließenden Pressekonferenz sprach Elche-Coach Frank Gentges von einem emotionsreichen Eishockeyspiel: „Das erste Drittel haben wir komplett verschlafen. Da waren die Gastgeber uns in allen Belangen überlegen. Dann aber fanden wir ins Spiel. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment für die Moral machen. Sie hat nicht aufgesteckt und den entsprechenden Siegeswillen gezeigt.“ Ein Extra-Lob sprach er dann noch für Verteidiger-Youngster Tim Gregoire aus. Durch den Ausfall von Ronny Schneider (gesperrt) und Lorenz Schneider (verletzt) bekam der 18-jährige viel Eiszeit und machte seine Sache gut. Das gilt auch für Christian Wendler im Tor der Elche, der erneut für den verletzten Benjamin Finkenrath zwischen den Pfosten stand. Lediglich nach den vier Gegentreffern innerhalb von knapp vier Minuten im ersten Abschnitt zeigte er eine gewisse Nervosität.

Die gastgebenden Füssener Leoparden begannen die Partie mit sehr viel Druck und gingen nach einem Alleingang in der neunten Minute in Führung. Zwei Füssener Überzahltore führten schnell zum 3:0 und als in der 13. Minute ein abgefälschter Schuss zum 4:0 im Elche-Gehäuse landete, da sah es für den Aufsteiger nach sehr viel Lehrgeld zahlen aus. T.J. Sakaluk konnte zwar in der 18. Minute auf 1:4 verkürzen, aber nach 23 Sekunden im zweiten Abschnitt nutzten die Gastgeber eine erneute EHC-Strafzeit zum 5:1. Als die Elche in der 23. Minute innerhalb von zwölf Sekunden mit einem Doppelschlag auf 5:3 verkürzen konnten (erneut T.J. Sakaluk sowie Ryan Martens), da drehte sich das Spiel komplett. Fortan war von den Gastgebern nichts mehr zu sehen. Der Füssener Trainer Georg Holzmann ahnte das Unheil und nahm eine Auszeit aber die Elche ließen sich nicht beirren. Damian Martin hatte mit einem Break in der 29. Minute den Anschlusstreffer auf dem Schläger, 40 Sekunden später liegt der Puck Millimeter vor der Füssener Torlinie frei, aber der Schiedsrichter pfeift ab. Das 5:4 fiel dann in der 36. Minute durch Alexander Janzen und brachte viel Zuversicht für die letzten Zwanzigminuten. Das wirkte sich in der 44. Minute aus, denn da konnte David Hördler in Überzahl das 5:5 erzielen. Die Elche blieben weiterhin am Drücker, die verunsicherten Gastgeber hatten nur noch wenige Möglichkeiten. Anders der EHC, der in den letzten fünf regulären Spielminuten mehrfach das 6:5 auf dem Schläger hatte. Um 20:15 Uhr war es dann so weit: Jake Brenk wurde zum Matchwinner und die Elche bleiben damit weiterhin seit acht Monaten ungeschlagen.

Am kommenden Wochenende hat der EHC Dortmund nur ein Spiel und das findet am Freitag ab 20 Uhr im Eissportzentrum Westfalenhallen statt. Dann kommen die Passau Black Hawks als Tabellenführer zum Tabellenzweiten. Das Heimspiel des EHC Dortmund gegen Rosenheim muss wegen eines BVB-Spiels vom 30. Oktober auf Dienstag, 3. November, 19:30 Uhr verlegt werden.

Tore: 1:0 (08:50) Ricky Helmbrecht, 2:0 (09:47) Andrej Naumann (Tim Richter, Björn Friedl/5-4), 3:0 (11:54) Eric Nadeau (Kevin Lavallee, Raphael Rowedder/5-4), 4:0 (12:32) Yannik Baier (Johannes Mayr, Christian Krötz), 4:1 (17:17) T.J. Sakaluk (Kevin Thau, Matthias Potthoff), 5:1 (20:23) Eric Nadeau (Kevin Lavallee, Ricky Helmbrecht/5-4), 5:2 (22:20) T.J. Sakaluk (Matthias Potthoff, Stephan Kreuzmann), 5:3 (22:32) Ryan Martens (David Hördler, Alexander Janzen), 5:4 (35:36) Alexander Janzen (Jake Brenk), 5:5 (43:10) David Hördler (Ryan Martens, Alexander Janzen/5-4), 5:6 (62:47) Jake Brenk (T.J. Sakaluk, Jörg Wartenberg). Strafen: Füssen 6, Dortmund 10 + 10 (Jake Brenk) + 10 (Kevin Thau). Zuschauer: 764.

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